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Great things never came from comfort zones

Welcher Zeitpunkt wäre wohl besser über den Lernaufwand an der UTS zu berichten, als jetzt gerade, wo endlich meine Prüfungsphase vorbei ist? Aber warte mal, das stimmt ja gar nicht so. So etwas wie eine Prüfungsphase gibt es ja hier gar nicht – genau genommen ist immer Prüfungsphase. Ich will es ja gar nicht  so dramatisch darstellen, das Uni-System hier hat wirklich sehr viele Vorzüge, auf die ich hier auch noch genauer eingehen möchte. Es sei jedoch bereits gesagt, dass der Lernaufwand hier jedoch schon wirklich enorm – verglichen mit zuhause – ist.

Die ersten Wochen ist einem das jedoch nicht nicht einmal so bewusst. Man geht fleißig in alle Vorlesungen (4 pro Woche) und bereitet penibel alle Aufgaben für die Tutorien vor, die auch 4 mal die Woche stattfinden. Ja richtig gehört, das ist schon mal der erste große Unterschied zu Deutschland. Es gibt hier neben den Vorlesungen zusätzlich Tutorien (deren Besuch verpflichtend ist), in denen das Thema der Vorlesung noch einmal aufgegriffen wird und für die es wöchentlich Aufgaben zu bearbeiten gilt. Das wird hier zwar nicht von allen Studenten so ernst genommen, wenn man jedoch bedenkt dass die Tutoren die Noten für die Präsentationen vergeben und großen Wert auf die Vorbereitung legen, dann sollte man diese „Hausaufgaben“ doch eher ernst nehmen. Typischerweise gibt es hierzu einen oder zwei Artikel zu lesen und dazu Fragen zu beantworten. Die Themen der Texte sind wiederum relevant für die Essays, die es zu verfassen gilt.

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Sehr erleichtert nach meiner ersten Präsentation

Pro Semester gilt es in jedem belegten Fach drei unterschiedliche Formen von Leistung zu erbringen. Da ich vier Fächer belege (Management Consulting, Managing People & Organisations, Intercultural Communication und Understanding Organisations) bedeutet das für mich, insgesamt 12 „Prüfungen“ pro Semester. Hört sich nach viel an? – ist es auch!

Eine Prüfungsform in jedem Fach ist ein Gruppenprojekt. Das ist einer der großen Vorzüge der UTS. Übung in Gruppen zu arbeiten ist für später im Berufsleben unglaublich wichtig, da in der heutigen Arbeitswelt zunehmend mehr Aufgaben auf Projektgruppen beruhen. Das hat die UTS erkannt und fördert daher die Teamfähigkeit ihrer Studenten extrem. Mit vier Projektgruppen gleichzeitig sind jedoch Konflikte vorprogrammiert und es ist eine Menge Kompromissbereitschaft gefragt. Den Unterschied hier machen jedoch die Studenten. Die Gruppentreffen sind sehr effektiv, zum gemeinsamen Arbeiten wird GoogleDocs genutzt (ein Programm bei dem jedes Gruppenmitglied an einem gemeinsamen Dokument arbeiten kann) und jeder der Studenten leistet seinen Beitrag. Das reduziert den individuellen Workload schon gewaltig.

In zwei Fächern (Managing People & Organisations und Understanding Organisations) gilt es eine Abschlussprüfung abzulegen, wie man es bereits von daheim kennt. Jedoch handelt sich dabei einmal um eine Multiple Choice Prüfung und zum anderen um ein Open Books Exam (Das bedeutet die Lernunterlagen dürfen mit in die Prüfung genommen werden). Das senkt auch noch einmal den Stresspegel. Die anderen Leistungen sind in Form von Essays oder individuellen Erfahrungsberichten zu erbringen, die bezüglich Umfang jedoch deutlich kürzer sind als die altbekannten Hausarbeiten. Viele dieser verfassten Arbeiten müssen zudem in den Tutorien vor den anderen Studenten präsentiert werden. Die häufige Übung vor Publikum zu sprechen, zählt auch zu einem der großen Vorzüge der UTS, da man somit seine Präsentations-Skills für später schon einmal trainieren kann.

Alles in allem ergibt sich aus den Gruppentreffen, Präsentationen, Essays, Vorlesungen und Tutorien ein ziemlich voller Wochenplan ohne viel Zeit zum Durchatmen. Jedoch konnte ich selten so viel aus einem Semester mitnehmen wie aus diesem, insbesondere auch bezüglich meiner „Soft Skills“. Die UTS ist sich außerdem dem ganzen Arbeitsaufwand der Studenten bewusst und versucht diese bestmöglichst mit verschiedenen Angeboten zu unterstützen. Beispielsweise gibt es in der Bibliothek eine Green-Area, welche 24 Stunden geöffnet ist, in der man es sich zum Lernen gemütlich machen und sogar duschen kann. Sollte man Probleme mit einem Essay haben, gibt es außerdem noch UTS Helps. Das ist ein kostenloser Support Service der Uni, bei dem man sich zu einen Termin anmelden kann und der einem bei kleinen und größeren Schwierigkeiten mit Rat und Tat zur Seite steht.

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Green Area in der Bibliothek
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