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..thanksgiving in sunny California

Ein echtes Thanksgiving mit Turkey, mashed potatoes and gravy?! Wer möchte dies nicht einmal miterleben 🙂

Die Zeit verfliegt hier sehr schnell. Am Anfang meines Auslandssemesters hatte ich meinen Flug nach Los Angeles gebucht, um Freunde der Familie über Thanksgiving zu besuchen. Unbedingt wollte ich ein typisches amerikanisches Thanksgiving miterleben und plötzlich war es so weit. Vorher musste ich aber noch viel lernen, Prüfungen schreiben und eine Hausarbeit fertig stellen, puuh.

Bei 5° C in New York flog ich nach Los Angeles und landete bei 35° C. Alle Sommersachen kamen voll zum Einsatz und los ging das Abenteuer!

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Am ersten Tag ging es zum Frühstücken an den Strand von Manhattan Beach um das schöne Wetter zu genießen.

Danach sind wir an der Küste spazieren gegangen und haben die wärmende Sonne genossen. Los Angeles mit den Palmen, dem Meer und der kalifornischen guten Laune war eine schöne Abwechslung zum ruhelosen New York.

Und zum Abendessen gab es natürlich ein Burger und ein Milchshake von IN-N-OUT Burger. Wer jemals in Kalifornien ist, sollte unbedingt einmal zu IN-N-OUT Burger gehen! Dort gibt es super frische und super lecker schmeckende Burger (nicht tiefgefroren und Frisch Pommes Frites). Wirklich zu empfehlen!!!

Ein weiter Ausflug ging zum Griffith Planetarium. Ein Drehort von vielen Filmen, z.B. …den sie wissen nicht, was sie tun“ mit James Dean und „La La Land“ mit Emma Stone und Ryan Gosling.

Dann endlich war „Thanksgiving“ und es gab den erhofften Turkey. Schmeckte hervorragend, aber Amerikaner mögen keine Haut, welches ja das Beste bei einer Gans in Deutschland ist. Thanksgiving ist ein wirklich schönes Fest, wo die ganze Familie zusammen kommt, man gemeinsam isst, sich nett unterhält und am Nachmittag wurden dann noch ein paar Brettspiele gespielt. Wir waren zu 15 Personen.

Hier noch ein paar Bilder von Freunden aus New York, die bei der Thanksgiving-Parade waren. Von deren Erzählungen her auch sehr zu empfehlen!

Am letzten Tag haben wir noch einmal den Strand genossen bevor es am Abend wieder zurück nach New York ging.

Aber auch in Kalifornien war langsam alles weihnachtlich geschmückt.

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Also wenn ihr die Zeit habt, dann würde ich jeden empfehlen, einfach einmal ein Wochenende weg zu fliegen. Ihr werdet ganz schnell merken, wie sehr ihr euch an New York gewöhnt habt und wie schnell ihr es vermissen werdet. Diese Stadt hat besonders zur Weihnachtszeit etwas atemberaubendes, traumhaftes, rotierendes, beschauliches und wirklich bezauberndes zu bieten. Und es sieht dann fast wie in den „kitschigen“ Filmen aus!

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Bis zum nächsten Mal – aus der Stadt die niemals schläft…

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… Klausurenphase auf Chinesisch

Durch die vielen neuen Eindrücke verging die Zeit quasi wie im Flug, weshalb es schwer zu erklären war, dass wie aus dem nichts die Abschlussprüfungen auf der Agenda standen.

Vorweg kann ich jedem möglichen Interessenten eines solchen Auslandsaufenthaltes die Angst vor der Zeit nehmen, die auch bei uns an der heimischen Universität für Unbehagen sorgt und einem manchmal fürchten lassen überhaupt noch genug Schlaf zu bekommen. Natürlich muss man auch hier in Shanghai für die Klausuren lernen, aber sie gehen im Gegensatz zu den gewohnten Klausuren nur zu etwa 40% in die Endnote ein. Die übrigen 60% ergaben sich jeweils aus 10% Anwesenheit & Mitarbeit und 50% Projektarbeiten, wie zB. Präsentationen, welche sich über das gesamte Semester verteilten. Somit sicherte eine gute akademische Leistung innerhalb des Semesters ein Bestehen des Kurses. Im Schnitt schrieb jeder Teilnehmer 5-6 Klausuren innerhalb eines Zeitraumes von 5 Tagen. Jede dieser Klausuren dauerte 1-2 Stunden und beinhaltete unterschiedliche Aufgabentypen, wie etwa Multiple Choice Questions, True/False Questions und Essay Questions. Jedoch hatten wir neben den Klausuren auch noch normalen Unterricht und Abschlusspräsentationen, wie bereits in der Aufteilung der Leistungserbringung erwähnt. Das straffe Program begründete sich in einer Ausnahmeregelung für die deutschen Studenten. Da die Studienzeiten und somit auch die Termine für die Klausuren kurz vor Anfang des Semesters eine Woche nach hinten verschoben wurden, die meisten deutschen Kommilitonen jedoch schon längst Rückflüge gebucht hatten, endete das Semester für uns eine Woche vor dem offiziellen Ende. Dieser Kritikpunkt ist jedoch auch der einzige, den ich an der Organisation herausstellen möchte. Ansonsten war die gesamte Klausurenphase manchmal schon begünstigend akribisch, genau bis in den letzen Winkel geplant.

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Wie auf dem obrigen Bild zu erkennen, stand für jeden Raum eine genaue Sitzordnung bereits fest, die im Vorhinein von der Koordinatoren vor Ort in der gemeinsamen „wechat“ Gruppe geteilt wurde. Genau so wie die folgenden Spielregeln preisgegeben wurden:

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Nach der letzten Klausur am Freitag Vormittag, folgte um 12:00 die Stipendiumsvergabe. Hier wurden die 6 ehrenwertesten Studenten aus aller Welt für ihr akademisches und soziales Engagement an der Shanghai university geehrt. Neben einen kleinen finanziellen Obolus bekam jeder Stipendiat eine Urkunde, welche eine tolle Errinerug an die Zeit in Shanghai ist. Am anschließenden Abend gingen wir, als inzwischen eingeschworene Gemeinschaft, die sich schätzen und vertrauen gelernt hatte ein letztes Mal zusammen aus und feierten gemeinsam das Ende der Semesters… ein sehr prägendes Kapitel unseres Lebens. Zu diesem Anlass wäre wohl kein besserer Club geeignet gewesen als das M1nt. Einer der exklusivsten Clubs der Stadt. Mit Blick über die gesamte Stadt lässt es sich hier zu sanften Elektrobeats ohne Probleme gut gehen. Für Überraschungen, wie einem Haifischbecken neben der Tanzfläche ist ebenfalls gesorgt. Als krönder Abschluss wurden wir auf dem gigantischen LED-Bildschirm hinter dem Dj-Pult ein letztes Mal verabschiedet…

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…last days in Shanghai

Nach den Prüfungen haben wir noch einige Tage eingeplant, um unser Gepäck zu organisieren, letzte Ausflüge zu machen und unsere letzten Abende zusammen genießen zu können. Vieles haben wir in den letzten Monaten von Shanghai gesehen, doch einige Sachen standen noch auf unserer Liste. Wir planten einen Tag, der die unterschiedlichen 1Gesichter Shanghais nochmal unterstreichen sollte. Nach dem Besuch des Longhua-Tempels, welcher einer der klassischen und ältesten Shanghais ist, besuchten wir das Französische Viertel Xintiandi und anschließend das moderne, nicht einmal zwanzig Jahre alte Lujiahui. Einmal noch einen tiefen Atemzug der Stadt genommen und die letzten Tage bewusster gelebt, was wir jetzt entbehren müssen. Die Prüfungen verliefen für die meisten recht gut 2und nur die wenigsten haben Prüfungen geschoben oder sind nicht angetreten. Die Freude über die beendeten Prüfungen war groß und gegenseitig schaukelten wir uns darin noch hoch. Gemischt mit der Freude über die kommenden Reisen und der Traurigkeit darüber, Shanghai für lange Zeit den Rücken zu kehren, ergab das eine einmalige Stimmung im Studentenwohnheim. Wir sind jeden Tag ausgegangen und haben alle guten Restaurants noch einmal besucht und alles, was man an Souvenirs noch einkaufen wollte, besorgt. Es war eine hektische Zeit voller Vorfreude und Traurigkeit. Alle sind nacheinander abgereist und im Dorm wurde es jeden Tag ruhiger. Die Verabschiedungsszenen waren auch sehr traurig, da man davon ausgehen kann, manche 3Kommilitonen nie wiederzusehen. Nach allem, was ich so gehört habe, und nach der Art der Leute, die ich kennen gelernt habe, muss ich definitiv mal nach Hamburg fahren, um die Stadt kennenzulernen und die Freunde wiederzusehen, die an diesem Standort studieren. Zusätzlich haben wir beschlossen, zur Wiesen Zeit alle Münchner Wohnungen für Shanghai Kommilitonen zu öffnen. Der große Vorteil dabei ist auch, dass man keinen „Urlaub“ in dem Sinne nehmen muss, da man ja mit den lokalen Leuten in dieselbe Vorlesung gehen kann und somit nichts verpasst. Platzprobleme in den Vorlesungen bekommen wir in München um die Zeit bestimmt nicht.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sahen wir den kommenden Wochen entgegen. Bei den Wenigsten landete der Flieger, der sie aus Shanghai mitnahm, auch in Deutschland. Die Fresianer hat es in alle Welt hinausgezogen und es macht Spaß mit zu verfolgen, wo sich neue und alte Freunde überall herumtreiben. Von belebten, modernen Städten wie Hongkong oder Tokio bis hin zur Einsamkeit der Mongolei ist alles dabei. Ich selbst habe mich wie Viele für eine Süd-Ost-Asien Tour entschieden und reise noch 35 Tage durch die Städte, Wälder und Tempel dieser wunderschönen Gegend.  Selbst mit der Ablenkung, die das Reisen mir bietet, vermisse ich Shanghai sehr und höre mich den ganzen Tag davon erzählen. 4

…Shanghai exams

Mittlerweile ist der Großteil des Aufenthalts herum und es beginnt sich eine Art Wehmut unter den Kommilitonen auszubreiten. Nun sind es nur noch vier Wochen, die uns hier in Shanghai bleiben und die sollen wir auch noch in unseren Kämmerchen beim Lernen verbringen.

Über den Unterricht hier gibt es viel zu sagen: Im Großen und Ganzen ist es wahrscheinlich weniger Arbeit als in Deutschland, vor allem, weil in zehn Wochen nicht so viel Stoff durchgenommen werden kann, wie sonst in vier Monaten. Natürlich kommt es einem anders vor, da man in Deutschland die Wochenenden zum Lernen benutzt und nicht permanent auf Reisen ist. Auch unter der Woche kann in Shanghai noch viel erkundet werden und viele neue Restaurants und Bars müssen getestet werden. Die Zeit scheint uns hier nur so zwischen den Fingern zu zerrinnen.

Der Stoff, den wir hier durchnehmen, ist nicht unbedingt schwerer als in Deutschland. Es dauert oft nur länger ihn zu vermitteln, da die chinesischen Dozenten darauf Rücksicht nehmen, dass Englisch von niemandem die Muttersprache ist. Das ist eines der Dinge, die mich am meisten hier wundern. Man lernt wahnsinnig schnell viele Leute kennen, weil alle so offen sind. Wir studieren zusammen mit Franzosen, Spaniern, Finnen, Bulgaren und Costa-Ricanern und reden alle Englisch mit den schlimmsten Akzenten.

Der Unterricht unterscheidet sich vom deutschen noch in zwei Punkten. Erstens werden zehn bis zwanzig Prozent der Note nach Anwesenheit vergeben. Wer nicht immer die Vorlesung besucht, bekommt eine schlechtere Note oder wird erst gar nicht erst zur Prüfung zugelassen. Zweitens ist es mehr permanente Arbeit und es gibt viele kleine Noten anstelle einer großen Abschluss Prüfung. Wir haben fast jede Woche eine Präsentation gehalten oder eine Fallarbeit vorgestellt. Man erkennt schnell welchen Sinn das hat, denn die chinesischen Kommilitonen können überhaupt nicht präsentieren, sind sehr nervös und man merkt ihnen einfach an, dass sie das in der Schule nicht gelernt haben. Ich empfinde es aber als Vorteil, mit den Einheimischen unterrichtet zu werden und nicht einfach genau die Vorlesung zu haben, die man in Deutschland auch hören würde. Denn man erfährt so viel mehr über das Land und die Kultur dort.2

Lange hat es gedauert, doch nun endlich kann ich behaupten, dass ich mich etwas auskenne. Ich habe ein Gefühl für die Straßen und Stadtteile bekommen und weiß ungefähr, wo ich bin. Nun werden noch einmal alle Reiseführer ausgepackt und die Orte und Viertel besichtigt, die nur ein längerer Aufenthalt in Shanghai ermöglicht.

Wir haben Qibao besucht, eine weitere Wasser-3Tempel-Streetfood-Altstadt, die sich im Wesentlichen nur durch den beeindruckenderen Tempel von der Altstadt in Jiading unterscheidet. Die kleinen Gassen und alten Häuser sind aber wunderschön und perfekt, um sich darin zu verlaufen.

Was aber auf jeden Fall sehenswert ist, ist das Chongming Dongtan Nature Reserve. Das ist ein Feuchtgebiet, welches sehr an Watt Land erinnert und wunderschöne Ausblicke auf das Meer ermöglicht. Es ist eigentlich nicht wirklich weit entfernt von Shanghai, aber da wir als Studenten auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, dauert es drei Stunden, um dort hin zu kommen.

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Es lohnt sich aber auf jeden Fall, auch wenn wir anfangs etwas geschockt waren von der chinesischen Vorstellung eines „Naturschutzgebietes“. Es war uns klar, dass der explizit 5für Besucher zugängliche Teil mit aus Holz befestigten Wegen erschlossen ist, aber dass alle chinesischen Besucher des Naturschutzparks außerhalb dieser Wege mit langen Stöcken und Fleischködern auf Krebsjagt gehen, hat uns doch verwundert. Sie graben die Erde um und nahmen die noch lebenden Krebse in Plastiknetzten mit nach Hause. Wer das Netz vergessen hat, nimmt eine 6leere Plastikflasche, auch wenn man den Krebsen seine Scheren abbrechen muss, um sie durch die Öffnung zu bekommen.

Nach nur 15 Minuten kommt man auf verlassenere Wege und Aussichtsplattformen. Hier werden keine Krebse gejagt und man kann das Meer und die Natur bewundern. Trotz des windigen und nassen Wetters, haben wir diesen Tag außerhalb der Stadt wirklich genossen.