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Time to get started !

Heute geht es tatsächlich los: mein erster Tag an der UTS. Ich betrete Building 1, den UTS-Tower, (welcher übrigens zum „ugliest building“ in Sydney gewählt wurde) und mache mich auf die Suche nach der „Great Hall“, in der meine erste Orientation Week Veranstaltung stattfinden wird. Wie es für mich typisch ist, verlaufe ich mich natürlich als erstes. Es dauert jedoch keine zwei Minuten bis jemand meine orientierungslosen Blicke bemerkt und mir seine Hilfe anbietet. In diesem Moment bin ich sehr überrascht über diese Freundlichkeit, ich werde jedoch in den nächsten Wochen noch feststellen, dass es hier üblich ist, dass jeder hier zuvorkommend und hilfsbereit ist. Es scheint fast so, als ob die Leute hier nur warten würden, nach dem Weg oder etwas anderem gefragt zu werden.

Nach diesen kleinen Startschwierigkeiten betrete ich die große Halle und bin begeistert: der Raum ist wirklich unglaublich. Allein die Decke ist ein Kunstwerk für sich. Nachdem auch die übrigen Studenten ihren Platz gefunden haben, gehen die Lichter aus und die Veranstaltung beginnt. Als kleine Einstimmung auf unsere Zeit in Australien tritt als erstes eine Gruppe Aboriginals auf, die uns ihre traditionelle Musik auf ihren Didgeridoos vorspielen und dazu tanzen. Die Musik ist zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber der Auftritt ist wirklich gelungen, insbesondere als auch die Zuschauer zu einem gemeinsamen Tanz auf die Bühne gebeten werden.

Nachdem die Vorführung vorbei ist, betritt ein sehr langweilig wirkender Professor die Bühne. Er trägt Schnauzbart und Brille und spricht mit einem starken britischen Akzent. Er stellt sich als Leiter der Forschungsabteilung vor und beginnt seinen Vortrag über all die neuen Erfindungen und Entdeckungen, die an der UTS gemacht wurden, eine spannender und fortschrittlicher als die andere. Das Innovativste von allen: der Universität ist es gelungen, eine Kontaktlinse zu entwickeln, die quasi wie ein Smartphone die Umgebung abscannen kann und durch zweimaliges Zwinkern Informationen zu dem Gebiet anzeigen kann, in dem man sich gerade aufhält. Das Ganze wird unterstützt durch viele verschiedene Bilder zu Aufbau und Funktionsweise der Linse. Er erklärte uns, dass es bereits ein ähnliches Projekt in Stockholm gibt und dass sich das Projekt der UTS im Moment noch in der Beta-Testphase befindet. Als der Professor nach Freiwilligen frägt, die die Linse gerne testen würden, heben beinahe alle Studenten die Hand, mich eingeschlossen. Plötzlich gehen die Lichter auf der Bühne aus und jemand beginnt mit leuchtenden Bällen zu jonglieren. Als die Lichter wieder angehen sehe ich, dass es der merkwürdig wirkende Professor ist, der mit den Bällen jongliert, mit der kleinen Ausnahme, dass er sich äußerlich sehr verändert hat. Schnauzbart und Brille sind verschwunden und auch den britischen Akzent hat er abgelegt. Er erklärt, dass er uns die ganze Zeit auf den Arm genommen hat und auch das Projekt komplett erfunden war. Mir ist es ein wenig peinlich, dass ich ihm tatsächlich die Geschichte abgenommen habe, aber ab diesem Moment hat er unsere volle Aufmerksamkeit und das Publikum ist begeistert. Anschließend erklärt er uns auf eine lustige Art und Weise, wie das Leben hier funktioniert. Nicht nur die üblichen Regeln, auch Themen wie Alkohol und sexuelle Belästigung werden offen angesprochen. Es ist wirklich eine sehr moderne und effektive Art uns auf die Gefahren aufmerksam zu machen und wirklich zum Zuhören zu bewegen. Nachdem diese erste Veranstaltung vorbei ist, bin ich fast ein wenig enttäuscht, ich hätte auch noch länger zuhören können.

Neben dieser Veranstaltung besuchte ich noch viele weitere, wie zum Beispiel „Secrets of Success“ oder „How to write an Essay“. Auch Touren über den Campus und die Bibliothek werden angeboten. Man musste sich zwar zuvor für die verschiedenen Veranstaltungen online anmelden, ich habe jedoch auch viele Events, die sich interessant angehört haben, ohne Anmeldung besucht. Beinahe alle davon waren sehr hilfreich und spannend und ich kann jedem von euch nur ans Herz legen, so viel wie möglich von den Orientation Weeks mitzunehmen. Bei den Veranstaltungen wird ein sehr großer Wert auf Mitarbeit gelegt und die Studenten werden mit verschiedenen Anreizen dazu motiviert. In einem Event wurde beispielsweise ein IPad an die Person verschenkt, die sich dazu bereit erklärt hat, eine Frage auf der Bühne zu beantworten. (Also aufgepasst, Mitmachen lohnt sich hier wirklich).

Aufgrund der vielen Veranstaltungen war mein Terminkalender in der ersten Woche ziemlich voll. Doch auch jetzt schon beginnen die ersten Lectures (Vorlesungen), die Tuturials bleiben uns jedoch in der ersten Woche noch erspart. Ich belege insgesamt vier Kurse: „Managing People and Organizations“, „Understanding Organizations – Theory and Practice“, „Management Consulting“ und „Intercultural Communication“, über die ich in meinem nächsten Blog noch mehr berichten werde.

Ich habe sehr viele neue Eindrücke in dieser ersten Woche gesammelt und auch schon die ersten Freundschaften geschlossen. Dennoch wird es noch eine Weile dauern, bis ich mich richtig eingelebt habe und zurechtfinde. Da ich mich bisher beinahe immer auf der Suche nach Gebäuden verlaufen habe, hat mir einer meiner Kommilitonen hier einen super Tipp gegeben: die Lost On Campus App. Mit dieser App kann man nach den verschiedenen Gebäuden der UTS suchen und wir auf den schnellsten Weg dorthin navigiert. Seitdem nutze ich sie fast täglich und komme immer an meinem gewünschten Ziel an.

Am Ende der Woche habe ich mich entschlossen, mit ein paar Freunden an den Bondi Beach zu fahren. Bisher habe ich ausschließlich die Großstadt gesehen und bin wirklich gespannt, endlich das offene Meer zu sehen. Wir sind extra um fünf Uhr in der früh aufgestanden um den Sonnenaufgang beobachten zu können und trotz großer Müdigkeit hat es sich wirklich gelohnt. Als ich mit geschlossenen Augen am Strand liege während die Sonne langsam über den Felsen aufgeht, fühle ich zum ersten Mal, dass ich tatsächlich in einem anderen Land angekommen bin. Im Moment ist es noch relativ kalt, vor allem wegen dem starken Wind, aber ich bin mir sicher, dass ich im Sommer sehr viel Zeit hier verbringen werde. In den kommenden Wochen haben wir außerdem Ausflüge nach Byron Bay und in die Blue Mountains geplant, die ich in meinem nächsten Einträgen ausführlich beschreiben werde.

Bis zum nächsten Mal !

 

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