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Letzte Woche in Sydney: Praktikum bei einem Fernsehsender

In meinem letzten Blogeintrag geht es um meine Erfahrungen beim Channel Seven, einem privaten Fernsehsender in Sydney. Ich hatte die Möglichkeit, eine Woche bei der Morning Show zu sein.

Wir internationale Studenten können einen Monat länger nach dem Semester bleiben. Neben Reisen können wir auch ein wenig Geld verdienen oder Praktika machen. Die UTS bietet mit dem Career Service Unterstützung bei der Suche nach Stellen und hilft mit dem Gestalten des Lebenslaufes. Ich habe während des Semesters die meisten Möglichkeiten dazu genutzt; ich war bei Workshops und Events, um Kontakte zu knüpfen und einen Eindruck vom Arbeitsleben hier zu bekommen.

Der Kontakt zum Seven Network ist über einen Dekan der UTS entstanden, den ich auf einer Messe angesprochen hatte. Danach ging alles sehr aussie-style: eine Mail und dann direkte Zusage, ganz entspannt. Ich sollte mich einfach eine Woche vor Beginn nochmal melden. Ich bin bei der Produktion der Morning Show gelandet, eine tägliche Talkshow, die zum großen Teil aus kommerziell-gesponserten Clips besteht.

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In Australien gibt es öffentlich-rechtliche  (ABS, SBS) und private Sender (Channel Seven, Channel Nine, Channel ten). Channel Seven oder auch Seven Network ist ein privater Sender, mit Studios in (fast) allen Städten hier. In Sydney befindet sich das Büro im CBD, am Martin Place. In diesem Bereich der Stadt sind viele internationale Banken, Versicherungen, Consulting Firmen etc. Das heißt: sehr beschäftigte Anzugträger und -trägerinnen. Eine gnaz andere Atmosphäre als in Central und Ultimo (UTS/ Housing) oder den anderen Suburbs.

Seven Network hat ein Studio, dieses wird im Minutentakt umgebaut für die verschiedenen Segmente der Sendungen. Es herrscht große Routine: Verschieben der Hintergründe, Kameras, Moderatorentische und -stühle, Lichtstimmungen und Dekorationen; Gäste kommen und gehen, haben ihren ca. 5 minütigen Auftritt vor der Kamera, es werden Bilder für Social Media gemacht und immer so weiter.

Meine Woche sah so aus: morgens saß ich mit in der Regie und konnte die Abläufe und Kommunikation beobachten; es war interessant, denn die Stimmung änderte sich sehr schnell, je nachdem wie „wichtig“ die Gäste waren oder wenn die Abläufe verschoben wurden. Danach nahm ich am Meeting für den nächsten Tag teil, in dem die Redakteure den Moderation und dem restlichen Team die Gäste und Fragen vorstellten. Nach der Mittagspause (sehr viele Möglichkeiten, gut zu essen, denn  Martin Place unterbaut mit vielen Restaurants und Cafés) half ich bei der Recherche für kommende Stücke.

Die Kommunikation im Team ist sehr routiniert, jeder hat feste Verantwortungsbereiche. Die Atmosphäre war sehr familiär, alle arbeiteten schon lange zusammen, sie sprechen in den Abkürzungen und Insidern. In der Regie wird ständig gesprochen („10 seconds left“, „wrap – hard wrap!“ wenn die Moderatoren zu lange reden); die Regisseurin gibt Anweisungen, welche Kamera on Air geht, Bildmischerin drückt die Knöpfe. Andere sind verantwortlich für das Einhalten der Zeit, Recherche von News oder Formulieren der Texte. Zeitdruck steht im Vordergrund, denn die Sendung ist um die gesponserten Clips und zusätzliche Werbeunterbrechungen aufgebaut. In Werbepausen wird umgebaut oder voraufgezeichnet.

Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit für dieses kurze Praktikum hatte und einen Einblick in das Aussie-Fernsehen bekommen habe. Jetzt geht es ans Packen, denn nächsten Dienstag müssen wir ausziehen.

Naja, jetzt heißt es für uns alle, Abschied nehmen und weiterziehen. Wir sind alle ganz traurig, denn wir hatten eine tolle Zeit, unglaubliche Erfahrungen in einem tollen Land, einer einzigartig schönen Stadt und einer Uni, die sehr viele Möglichkeiten bietet.

Goodbye mates,

Thea

P.S.: Das Beitragsbild ist am Bondi Beach entstanden. Es ist momentan „Wal Saison“. Wenn man an der Küste langläuft, kann man oft Wale und Delphine beobachten. Tipp: nach Hubschraubern und den Whalewatching Booten Ausschau halten. Es wird gemunkelt, dass ein weißes Walkalb mit Mutter hier unterwegs ist.

 

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