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…it’s Christmas time!

New York an sich ist eine beeindruckende Stadt – aber zur Weihnachtszeit ist sie magisch.

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Beim Bryant Park in der Nähe des Berkeley Colleges gab es einen Weihnachtsmarkt. Dieser hatte Mitte November schon geöffnet und es gab dort „preiswerte“ Köstlichkeiten. Also für New Yorker „high-price“ Verhältnisse war das Essen dort günstig. Von Belgischen Pommes, französischen Brioche & Basier, russischen Dumplings und amerikanischen Köstlichkeiten gab es alles was das Herz begehrt. Wir sind sehr oft nach den Vorlesungen einfach über den Weihnachtsmarkt geschlendert und haben uns dort was zu essen geholt oder uns die netten Weihnachtsstände angeguckt. Es empfiehlt sich, dies unter der Woche zu machen, da der Markt am Wochenende stets überfüllt ist.

Es ist möglich am Bryant Park oder am Rockefeller Center Schlittschuh zu laufen. Es kostet stolze 25$ mit Eintritt und geliehenen Schlittschuhen. Muss man aber mal gemacht haben!

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In New York hat es während unseres Aufenthalts leider nur 2-mal geschneit. Aber sobald es anfängt zu schneien, sollte man sich warm anziehen (durch den ständigen Wind wirkt es immer kühler) und durch die Stadt schlendern. Der Tannenbaum beim Rockefeller mit Schnee sieht einfach noch viel weihnachtlicher aus und ist einer meiner Highlights zu Christmastime.

Die New York Public Libary sowie die Grand Central Station sind ebenfalls sehr weihnachtlich dekoriert.

Bei dem Kaufhaus Saks Fifth Avenue gibt es ganz besondere, wunderschön dekorierte Fenster und an der Fassade kann man eine kleine Weihnachtshow mit vielen Lichtern bewundern.

Mit der Seilbahn ist es möglich, auf die Roosevelt Island zu fahren und sich die New Yorker Skyline bei Nacht anzugucken. Dafür wird nur eine New Yorker Metro Card und kein extra Ticket benötigt.

Im Winter als wie auch im Sommer über die High Line zu laufen ist wirklich schön. Die High Line ist die alte überirdische U-Bahn-Strecke, die begrünt wurde und jetzt für jeden zugänglich ist.

Die Weihnachtsshow der Rocketts ist ein Muss für jeden Weihnachtsfan!

Egal wo man sich in Manhattan befindet, alles ist zauberhaft beleuchtet und versetzt einen in ein tiefes Weihnachtsgefühl.

Aber die Zeit verging wie im Flug… vor 3 Monaten begann für uns das Auslandssemester und nun ist es leider schon vorbei. Wir haben viel unternommen, viel gelernt und haben uns über die kurze Zeit enorm weiterentwickelt. Ich würde wirklich jedem empfehlen, ein Auslandssemester in Betracht zu ziehen, da dies einen nicht nur beruflich sondern auch persönlich sehr weiter bringt.

Da ich New York noch nicht verlassen möchte, habe ich mich entschieden, noch ein Praktikum anzuhängen. New York ist eine einzigartige Stadt und beeindruckt mich jeden Tag aufs Neue.

Dies war es jetzt mein letzter Blockeintrag. Ich hoffe ihr hattet viel Spaß beim Lesen und plant schon eurer Auslandssemester in New York City.

Viele Grüße aus der Stadt die niemals schläft….

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…what to do in NYC!

New York bietet so viele Möglichkeiten und es gibt immer neue Dinge zu erleben. Deshalb ein paar Tipps für NYC.

One-to-World ist eine Organisation, die Ausflüge und Aktivitäten für internationale Studenten anbietet. Mit der Organisation fuhren wir für einen Tag zur Yale University. Dieses Mal ging es vergünstigt zu einem Basketballspiel der Brooklyn Nets vs. Utah Jazz (118-107). Wann immer ihr die Möglichkeit habt zu einem Sportevent in der USA zu gehen, nutzt diese Gelegenheit. Sportevents in der USA sind einmalig mit einer gigantischen Stimmung und man verlässt diese oft emotional stark beeindruckt.

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Frozen Yogurt ist der perfekte Snack für zwischendurch oder eignet sich auch super als schneller Nachtisch mit Freunden. Tolle, sehr empfehlenswerte Läden sind „Pinkberry“ und „16 Handles“, da man sich dort seinen eigenen Frozen Yogurt Becher zusammenstellen kann und mit unbegrenzten Toppingmöglichkeiten. Hier ein paar Bilder zum dahinschmelzen ….

Bubble Tea ist zur Zeit sehr angesagt in New York und man sieht sehr viele neue Bubble Tea Läden. Wir hatten in Deutschland ja auch schon einmal diesen Boom, hier gibt es ein Revival.

Für die Museumsfans unter euch lohnt es sich auf jeden Fall ins MOMA (Museum of Modern Art) zu gehen. Aber auch das Guggenheim und das Met Museum (Metropolitan Museum) sind sehr zu empfehlen. Im MOMA ist Freitagnachmittag der Eintritt frei und im Met Museum gilt immer: pay what you want.

Das American Museum of National History erinnert einen an den Film „Nachts im Museum“ und ist riesig. Dort könnte man wirklich Tage verbringen, wenn man sich alles angucken möchte. Es gibt auch immer verschiedene Sonderausstellungen, zur Zeit eine Butterflyausstellung und eine Space Show.

„The Counter“ ist ein sehr beliebter Burgerladen am Times Square, dort kann man sich seinen eigenen Burger zusammenstellen. Es gibt verschiedene Fleischoptionen aber auch ein Impossible Burger der nicht aus Fleisch besteht – für die Vegetarier oder Veganer. Es gibt eine Auswahl an verschiedenen Toppings, Soßen und Brötchen. Jeder kann seinen Traum-Burger nach seinem eigenen Geschmack kreieren.

„Johnny Utah’s“ ist eine Bar im Keller eines Hauses und ist im Country-Western Style eingerichtet. Dort gibt es Getränke die in einem Cowboy Stiefel serviert werden. Es besteht auch die Möglichkeit auf einem Bullen zu reiten. Nur etwas für echt Hartgesottene und besser vorher nicht so viel trinken!

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Es gibt so viel zu entdecken in New York, je nach Geschmack. Einfach immer die Augen offen halten, rumschlendern und mit Neugier die Stadt erkunden.

Bis zum nächsten Mal – aus der Stadt die niemals schläft…

..thanksgiving in sunny California

Ein echtes Thanksgiving mit Turkey, mashed potatoes and gravy?! Wer möchte dies nicht einmal miterleben 🙂

Die Zeit verfliegt hier sehr schnell. Am Anfang meines Auslandssemesters hatte ich meinen Flug nach Los Angeles gebucht, um Freunde der Familie über Thanksgiving zu besuchen. Unbedingt wollte ich ein typisches amerikanisches Thanksgiving miterleben und plötzlich war es so weit. Vorher musste ich aber noch viel lernen, Prüfungen schreiben und eine Hausarbeit fertig stellen, puuh.

Bei 5° C in New York flog ich nach Los Angeles und landete bei 35° C. Alle Sommersachen kamen voll zum Einsatz und los ging das Abenteuer!

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Am ersten Tag ging es zum Frühstücken an den Strand von Manhattan Beach um das schöne Wetter zu genießen.

Danach sind wir an der Küste spazieren gegangen und haben die wärmende Sonne genossen. Los Angeles mit den Palmen, dem Meer und der kalifornischen guten Laune war eine schöne Abwechslung zum ruhelosen New York.

Und zum Abendessen gab es natürlich ein Burger und ein Milchshake von IN-N-OUT Burger. Wer jemals in Kalifornien ist, sollte unbedingt einmal zu IN-N-OUT Burger gehen! Dort gibt es super frische und super lecker schmeckende Burger (nicht tiefgefroren und Frisch Pommes Frites). Wirklich zu empfehlen!!!

Ein weiter Ausflug ging zum Griffith Planetarium. Ein Drehort von vielen Filmen, z.B. …den sie wissen nicht, was sie tun“ mit James Dean und „La La Land“ mit Emma Stone und Ryan Gosling.

Dann endlich war „Thanksgiving“ und es gab den erhofften Turkey. Schmeckte hervorragend, aber Amerikaner mögen keine Haut, welches ja das Beste bei einer Gans in Deutschland ist. Thanksgiving ist ein wirklich schönes Fest, wo die ganze Familie zusammen kommt, man gemeinsam isst, sich nett unterhält und am Nachmittag wurden dann noch ein paar Brettspiele gespielt. Wir waren zu 15 Personen.

Hier noch ein paar Bilder von Freunden aus New York, die bei der Thanksgiving-Parade waren. Von deren Erzählungen her auch sehr zu empfehlen!

Am letzten Tag haben wir noch einmal den Strand genossen bevor es am Abend wieder zurück nach New York ging.

Aber auch in Kalifornien war langsam alles weihnachtlich geschmückt.

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Also wenn ihr die Zeit habt, dann würde ich jeden empfehlen, einfach einmal ein Wochenende weg zu fliegen. Ihr werdet ganz schnell merken, wie sehr ihr euch an New York gewöhnt habt und wie schnell ihr es vermissen werdet. Diese Stadt hat besonders zur Weihnachtszeit etwas atemberaubendes, traumhaftes, rotierendes, beschauliches und wirklich bezauberndes zu bieten. Und es sieht dann fast wie in den „kitschigen“ Filmen aus!

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Bis zum nächsten Mal – aus der Stadt die niemals schläft…

… Klausurenphase auf Chinesisch

Durch die vielen neuen Eindrücke verging die Zeit quasi wie im Flug, weshalb es schwer zu erklären war, dass wie aus dem nichts die Abschlussprüfungen auf der Agenda standen.

Vorweg kann ich jedem möglichen Interessenten eines solchen Auslandsaufenthaltes die Angst vor der Zeit nehmen, die auch bei uns an der heimischen Universität für Unbehagen sorgt und einem manchmal fürchten lassen überhaupt noch genug Schlaf zu bekommen. Natürlich muss man auch hier in Shanghai für die Klausuren lernen, aber sie gehen im Gegensatz zu den gewohnten Klausuren nur zu etwa 40% in die Endnote ein. Die übrigen 60% ergaben sich jeweils aus 10% Anwesenheit & Mitarbeit und 50% Projektarbeiten, wie zB. Präsentationen, welche sich über das gesamte Semester verteilten. Somit sicherte eine gute akademische Leistung innerhalb des Semesters ein Bestehen des Kurses. Im Schnitt schrieb jeder Teilnehmer 5-6 Klausuren innerhalb eines Zeitraumes von 5 Tagen. Jede dieser Klausuren dauerte 1-2 Stunden und beinhaltete unterschiedliche Aufgabentypen, wie etwa Multiple Choice Questions, True/False Questions und Essay Questions. Jedoch hatten wir neben den Klausuren auch noch normalen Unterricht und Abschlusspräsentationen, wie bereits in der Aufteilung der Leistungserbringung erwähnt. Das straffe Program begründete sich in einer Ausnahmeregelung für die deutschen Studenten. Da die Studienzeiten und somit auch die Termine für die Klausuren kurz vor Anfang des Semesters eine Woche nach hinten verschoben wurden, die meisten deutschen Kommilitonen jedoch schon längst Rückflüge gebucht hatten, endete das Semester für uns eine Woche vor dem offiziellen Ende. Dieser Kritikpunkt ist jedoch auch der einzige, den ich an der Organisation herausstellen möchte. Ansonsten war die gesamte Klausurenphase manchmal schon begünstigend akribisch, genau bis in den letzen Winkel geplant.

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Wie auf dem obrigen Bild zu erkennen, stand für jeden Raum eine genaue Sitzordnung bereits fest, die im Vorhinein von der Koordinatoren vor Ort in der gemeinsamen „wechat“ Gruppe geteilt wurde. Genau so wie die folgenden Spielregeln preisgegeben wurden:

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Nach der letzten Klausur am Freitag Vormittag, folgte um 12:00 die Stipendiumsvergabe. Hier wurden die 6 ehrenwertesten Studenten aus aller Welt für ihr akademisches und soziales Engagement an der Shanghai university geehrt. Neben einen kleinen finanziellen Obolus bekam jeder Stipendiat eine Urkunde, welche eine tolle Errinerug an die Zeit in Shanghai ist. Am anschließenden Abend gingen wir, als inzwischen eingeschworene Gemeinschaft, die sich schätzen und vertrauen gelernt hatte ein letztes Mal zusammen aus und feierten gemeinsam das Ende der Semesters… ein sehr prägendes Kapitel unseres Lebens. Zu diesem Anlass wäre wohl kein besserer Club geeignet gewesen als das M1nt. Einer der exklusivsten Clubs der Stadt. Mit Blick über die gesamte Stadt lässt es sich hier zu sanften Elektrobeats ohne Probleme gut gehen. Für Überraschungen, wie einem Haifischbecken neben der Tanzfläche ist ebenfalls gesorgt. Als krönder Abschluss wurden wir auf dem gigantischen LED-Bildschirm hinter dem Dj-Pult ein letztes Mal verabschiedet…

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…Erlebt.

New York bietet so unglaublich viel. Es ist schwierig sich zu entscheiden, Prioritäten zu setzen, und oftmals bekommt man auch die tollen Sachen erst mit, wenn andere davon berichten. Ich habe dennoch in den drei Monaten viel mitgenommen und erleben dürfen. Hier sind einige meiner Lieblingserlebnisse:

NYC Ballet

Vom Berkeley College wurden vergünstigt Ballettkarten angeboten. First come, first serve. Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Und so ging es für uns am Freitagabend ins David Koch Theatre. Eine Wahnsinnssaal, tolle Plätze und ein außergewöhnliches Stück. Lesen der E-Mails vom Berkeley College lohnt sich als! Dann verpasst ihr auch solche Events nicht. 😉

Tidal X

Ein Konzert, auf das wir durch Zufallen gestoßen sind. Verschiedene Artists wie Beyoncé, Alicia Keys, Nicki Minaj, Robin Thicke und viele weitere traten bei dem Benefizkonzert von Jay Z auf, das helfen soll, die Armut in New York zu bekämpfen und in Bildungsprogramme in New Yorks ärmsten Gebieten finanziert. Ein Erlebnis, an das wir uns noch lange erinnern werden. Ein Erlebnis, das ohne Pausen ca. 4 Stunden lang ging. Ein Erlebnis für wenig Geld, für den guten Zweck und dafür wurde uns so viel geboten!

Basketball

Die Brooklyn Nets gegen die Boston Celtics. Ein Pre-Season Spiel, für das wir günstig Karten erworben haben. Wenn man allerdings diese so oft im TV gesehene Stimmung erleben und spüren möchte, sollte man sich schon mal während der Saison ein Spiel ansehen – damit steigen allerdings natürlich auch die Ticketpreise…

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Comedy Cellar

Ein spaßiger Abend mit Freunden! Ein Besuch des Comedy Cellars ist auf jeden Fall empfehlenswert – beinahe ein Muss. Dort darf man während der „Vorstellung“ weder Fotos noch Videos machen. Da dies auch strikt eingehalten und vom Personal verfolgt wird, kommt es auch häufig zu einem Besuch von einem Comedy-Promi – wenn man Glück hat. Wenn nicht, nicht traurig sein: Die Hobby-Komödianten haben auch einiges zu bieten! 🙂 Lachen garantiert!
http://www.comedycellar.com/

Musical Kinky Boots

Hier nun noch einmal der Tipp: Schaut in eure Berkeley E-Mails! Schon wieder gab es vergünstigt Karten – diesmal für ein Musical: Kinky Boots, welches jetzt zu meinen Lieblingsmusicals zählt. Das Theater war klein, sodass man von überall einen guten Blick hatte. Die Musik war eingängig, die Story mitreißend. Großes Dankeschön ans Berkeley College, weil ich sonst wahrscheinlich dieses Musical nie gesehen hätte.
http://kinkybootsthemusical.com/

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Schlittschuhlaufen im Central Park

Auch wenn die Temperaturen immer noch nicht wirklich winterlich waren hier in New York und erst so langsam die Weihnachtsdekoration ausgepackt wurde, haben wir den Geburtstag einer Kommilitonin zum Anlass genommen, eine Runde im Central Park Schlittschuh laufen zu gehen. Also ab in die unbequemen Schuhe und ab aufs Glatteis. Nachdem man die ersten paar Schritte noch vorsichtig an der Bande entlang hangelnd wagte, drehte man dann aber auch schon schnell mit den mutigen, kleinen, umher flitzenden Kindern seine Runden. Und wenn man dann einmal fällt – nein, das ist mir nicht passiert 😉 – ist sofort einer der Mitarbeiter zur Stelle und hilft einem auf. Ein bisschen auf dem Eis umher geglitten, bei Sonnenschein, unter den bunt gefärbten Blättern und ringsherum ragten die New Yorker Hochhäuser empor. Ein Traum!

Halloween Parade

Die NYC Halloween Parade: die erste Parade, die ich fast komplett gesehen habe.
Die Macy’s Parade haben wir uns auf Empfehlung unseres Professors wie viele Amerikaner im Pyjama vor dem Fernseher angeschaut, was eine sehr weise Entscheidung war. Somit haben wir alle Gesangs- und Tanzeinlagen gesehen. Wir waren quasi überall gleichzeitig.
Die Halloween Parade sollte man allerdings live gesehen haben. Die leuchtenden, gruseligen Kostüme und beeindruckenden Wagen. Die fliegenden, selbst gebastelten Gespenster und andere Wesen. Einfach der Wahnsinn und des Frierens wert!

…Shanghai exams

Mittlerweile ist der Großteil des Aufenthalts herum und es beginnt sich eine Art Wehmut unter den Kommilitonen auszubreiten. Nun sind es nur noch vier Wochen, die uns hier in Shanghai bleiben und die sollen wir auch noch in unseren Kämmerchen beim Lernen verbringen.

Über den Unterricht hier gibt es viel zu sagen: Im Großen und Ganzen ist es wahrscheinlich weniger Arbeit als in Deutschland, vor allem, weil in zehn Wochen nicht so viel Stoff durchgenommen werden kann, wie sonst in vier Monaten. Natürlich kommt es einem anders vor, da man in Deutschland die Wochenenden zum Lernen benutzt und nicht permanent auf Reisen ist. Auch unter der Woche kann in Shanghai noch viel erkundet werden und viele neue Restaurants und Bars müssen getestet werden. Die Zeit scheint uns hier nur so zwischen den Fingern zu zerrinnen.

Der Stoff, den wir hier durchnehmen, ist nicht unbedingt schwerer als in Deutschland. Es dauert oft nur länger ihn zu vermitteln, da die chinesischen Dozenten darauf Rücksicht nehmen, dass Englisch von niemandem die Muttersprache ist. Das ist eines der Dinge, die mich am meisten hier wundern. Man lernt wahnsinnig schnell viele Leute kennen, weil alle so offen sind. Wir studieren zusammen mit Franzosen, Spaniern, Finnen, Bulgaren und Costa-Ricanern und reden alle Englisch mit den schlimmsten Akzenten.

Der Unterricht unterscheidet sich vom deutschen noch in zwei Punkten. Erstens werden zehn bis zwanzig Prozent der Note nach Anwesenheit vergeben. Wer nicht immer die Vorlesung besucht, bekommt eine schlechtere Note oder wird erst gar nicht erst zur Prüfung zugelassen. Zweitens ist es mehr permanente Arbeit und es gibt viele kleine Noten anstelle einer großen Abschluss Prüfung. Wir haben fast jede Woche eine Präsentation gehalten oder eine Fallarbeit vorgestellt. Man erkennt schnell welchen Sinn das hat, denn die chinesischen Kommilitonen können überhaupt nicht präsentieren, sind sehr nervös und man merkt ihnen einfach an, dass sie das in der Schule nicht gelernt haben. Ich empfinde es aber als Vorteil, mit den Einheimischen unterrichtet zu werden und nicht einfach genau die Vorlesung zu haben, die man in Deutschland auch hören würde. Denn man erfährt so viel mehr über das Land und die Kultur dort.2

Lange hat es gedauert, doch nun endlich kann ich behaupten, dass ich mich etwas auskenne. Ich habe ein Gefühl für die Straßen und Stadtteile bekommen und weiß ungefähr, wo ich bin. Nun werden noch einmal alle Reiseführer ausgepackt und die Orte und Viertel besichtigt, die nur ein längerer Aufenthalt in Shanghai ermöglicht.

Wir haben Qibao besucht, eine weitere Wasser-3Tempel-Streetfood-Altstadt, die sich im Wesentlichen nur durch den beeindruckenderen Tempel von der Altstadt in Jiading unterscheidet. Die kleinen Gassen und alten Häuser sind aber wunderschön und perfekt, um sich darin zu verlaufen.

Was aber auf jeden Fall sehenswert ist, ist das Chongming Dongtan Nature Reserve. Das ist ein Feuchtgebiet, welches sehr an Watt Land erinnert und wunderschöne Ausblicke auf das Meer ermöglicht. Es ist eigentlich nicht wirklich weit entfernt von Shanghai, aber da wir als Studenten auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, dauert es drei Stunden, um dort hin zu kommen.

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Es lohnt sich aber auf jeden Fall, auch wenn wir anfangs etwas geschockt waren von der chinesischen Vorstellung eines „Naturschutzgebietes“. Es war uns klar, dass der explizit 5für Besucher zugängliche Teil mit aus Holz befestigten Wegen erschlossen ist, aber dass alle chinesischen Besucher des Naturschutzparks außerhalb dieser Wege mit langen Stöcken und Fleischködern auf Krebsjagt gehen, hat uns doch verwundert. Sie graben die Erde um und nahmen die noch lebenden Krebse in Plastiknetzten mit nach Hause. Wer das Netz vergessen hat, nimmt eine 6leere Plastikflasche, auch wenn man den Krebsen seine Scheren abbrechen muss, um sie durch die Öffnung zu bekommen.

Nach nur 15 Minuten kommt man auf verlassenere Wege und Aussichtsplattformen. Hier werden keine Krebse gejagt und man kann das Meer und die Natur bewundern. Trotz des windigen und nassen Wetters, haben wir diesen Tag außerhalb der Stadt wirklich genossen.

 

…Die paar Nerds tun schon keinem was. And now we have the salad!

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Eine Woche Silicon Valley, eine Woche Bay Area, eine Woche Innovation, digitaler Zeitgeist und eine ganz andere Welt. Was bleibt? Viele Vergleiche zu Deutschland, eine neue Arbeitskultur und die Angst vor einem Rennen.

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Pingpong steht bei dem Gedanken mit Amerika in sehr starker Verbindung mit roten Bechern. Wer im Silicon Valley war, entwickelt ein neues Bild. Tischtennisplatte gleich Büroinventur. Kein Office kommt ohne aus. Ob als Ablage, als Schlafplatz, als Deko. Irgendwo steht sie. Abenteuerspielplatz oder Arbeitsplatz? Die Frage stellt sich nicht nur im Headquarter von Soundcloud.

Das Rennen um Überleben im digitalen Zeitalter ist fast gelaufen bevor der Rest der Welt es mitbekommen hat. Reales Leben und permanenter Innovationsfluss fusionieren – im Valley stehen Unternehmen schon vor der Zielgeraden

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„Die erste Hälfte des Rennens haben die Amerikaner gewonnen. In der zweiten Hälfte überholen wir sie“ – wie oft wird dieser Satz auf Konferenzen gesagt, um CEOs und deren Mitarbeiter zu beruhigen. Transformationen seien unumgänglich. Im Vergleich zwischen Deutschland und den USA verdichtet sich dagegen die Vermutung, dass das nur noch Schadensbegrenzung ist.

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In Garagen und Studentenwohnheimen hat ein Rennen mit Eco-Businessmodellen begonnen, das so schnell nicht aufgeholt werden kann. „Be the Nerd“ prangert im Büro der Detecon. „Focus on what matters“ heißt es bei LinkedIn auf dem Weg ins Fitness-Studio. Bei einer Runde auf dem Laufband mit Blick auf San Francisco sammeln sich im Kopf neue Ideen.

Brain-Doping auf dem Laufband, beim Flat White vom Barista, bei der Müsli-Station, beim Yoga-Kurs. Es muss nicht LinkedIn im Herzen San Franciscos als Beispiel für den Traum eines jeden Mitarbeiters sein. Evernote, Paypal, das ewige Vorbild Google. So disruptiv deren Ideen im Business sind, so simpel sind die Maßnahmen, die Mitarbeiter bei Laune zu halten. Zugegeben, neben einem Dino und einer lebensgroßen Android-Figur kommt schon wieder mehr der Abenteuerspielplatz hervor. Was aber bleibt, wenn die ewigen Bedenken ausgeblendet werden, die Welt außerhalb des Büros würde vergessen werden, ist ein Mitarbeiter-Konzept das funktioniert.

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Palo Alto ist nicht groß. Es gibt nicht mal eine Bar. Das Party-Leben ist auf Stanford fokussiert. Wer Spaß ohne Studenten haben will, muss bis nach San Francisco fahren – oder geht zur Arbeit. Ein Mikrokosmos, der dem Rest der Welt zeigt, wo es lang geht. Ideen, Innovationen, Größenwahnsinn. Und obwohl das Leben im Valley recht gediegen scheint, bleibt die Welt gedanklich nie stehen.

Wie eine Art Klub der anonymen Arbeitssüchtigen, von denen nur niemand anonym bleibt. Aber wer will das schon. Big Data bleibt das neue Öl. Und Business-Smalltalk unausweichlich in der Kantine oder beim Sport. Oder beim Food-Truck-Festival. Paypal veranstaltet es jeden Mittwoch vorm Konzerngebäude. Gleich um 12 Uhr nach dem Wochenmarkt.

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Der Blick auf das Silicon Valley ist ambivalent. Zum einen ein Mekka. Zum anderen verhasst. Von dort wurde die Welt verändert und Unternehmen in Krisen getrieben. Aber wie AOL-Gründer Steve Case bei seiner Buchpräsentation zu „The Third Wave“ richtig erklärte: „Netflix würde nicht existieren, wenn MTV oder Nickelodeon einen Schritt vorausgedacht hätten.“ Hinterfragen, statt auf der Strecke bleiben: Dein Markt muss maximale Disruption erleben.

Aufgewacht, Deutschland? Wohl noch lange nicht

Der deutsche Mittelstand hat sich auf zu viel Erfolg ausgeruht. Alles drunter kämpft noch oder hat schon längst verloren. Alles drüber schwebt wie in Trance ideenlos in der eigenen Verzweiflung. Wer das Geschäftsmodell seit 30 Jahren und länger nicht verändert hat, feiert sich, statt skeptisch zu werden.

Die Nerds auf den Laufbändern freuen sich. Sie überrunden freudig weiter. Input sammeln, annehmen, umwandeln, skalieren, kontrollieren, gewinnen.

So wie jedes Zeitalter zeichnet sich auch dieses mit neuen Eigenarten und damit mit neuer Kultur aus. Die einen laufen, die anderen schauen zu und haben Angst vor zu viel Risiko, das leider auch gut vorgelebt wird.

Im German Accelerator wird erklärt: „Die Deutschen präferieren eine peu à peu Finanzierung. Im Silicon Valley bekommst du 20 Millionen auf einen Schlag.“ Warum? No Risk, no Party. Das wissen VC’s und sogar der Staat.

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Keineswegs wurde Deutschland komplett abgeschrieben. Ingenieure bleiben beliebt und sind ein Teil des Ganzen. Programmierer liefert Asien. Für Sales, Marketing und Business Development waren die US-Amerikaner schon immer bekannt. Das Beste aus allem. Nur konkret klauen sollte man nicht und in diesem Zusammenhang nie die Namen Samwer und Rocket erwähnen. Auch wenn die Ingenieure ihren Ruf behalten konnten – alles drum herum in Deutschland verliert an Ansehen.

Dabei könnte tatsächlich noch aufgeholt werden. Es dominieren hauptsächlich die Richtungen Messenger sowie Netzwerk- und Kommunikationsapps. Natürlich werden Bereiche wie healthcare nicht völlig ausgeblendet. Konkurrenz könnte allerdings hier eine Chance haben.

Aber selbst Scheitern wäre kein Problem, würde diese deutsche Tugend endlich vergessen werden. Auch im Silicon Valley scheitert man. Noch lange nicht jedes Unternehmen findet Erfolg – lediglich ein minimaler Kreis startet durch. Der Unterschied: Es wird offen darüber gesprochen und neue Chancen verteilt. Lernen aus dem Fail und anderen damit helfen. Schon in Stanford verlaufen Gespräche oft darauf hinaus und werden auf Events thematisiert. In Deutschland redet man lieber über Rocket als übers persönliche Scheitern.

Und was macht der Mensch im Silicon Valley, wenn er sein Büro verlässt? Er ubert sich auf ein Event, trinkt dort Craft Beer, baut sein Netzwerk auf und wird zu nächsten Events eingeladen. Warum auch nach Hause, wenn überall anders der Abenteuerspielplatz wartet.

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Fahrplan der Silicon-Valley-Tour 2016:

Mo: Evernote, Entrepreneurship-Einführung Stanford

Di: German Accelerator, Marketing-Vorlesung Stanford, Osborne Clarke, Virtual Reality-/Augmented Reality-Veranstaltung

Mi: Paypal, Vortrag über Finance im Hacker Dojo, Google, Apple, Buchvorstellung „The Third Wave“

Do: Stanford: Austausch mit Studenten und Campus-Führung

Fr: Soundcloud, Detecon, LinkedIn

 

Twitter: @theresdickmeis

 

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