Archiv der Kategorie: …Integriertes Auslandssemester Sydney

Time to get started !

Heute geht es tatsächlich los: mein erster Tag an der UTS. Ich betrete Building 1, den UTS-Tower, (welcher übrigens zum „ugliest building“ in Sydney gewählt wurde) und mache mich auf die Suche nach der „Great Hall“, in der meine erste Orientation Week Veranstaltung stattfinden wird. Wie es für mich typisch ist, verlaufe ich mich natürlich als erstes. Es dauert jedoch keine zwei Minuten bis jemand meine orientierungslosen Blicke bemerkt und mir seine Hilfe anbietet. In diesem Moment bin ich sehr überrascht über diese Freundlichkeit, ich werde jedoch in den nächsten Wochen noch feststellen, dass es hier üblich ist, dass jeder hier zuvorkommend und hilfsbereit ist. Es scheint fast so, als ob die Leute hier nur warten würden, nach dem Weg oder etwas anderem gefragt zu werden.

Nach diesen kleinen Startschwierigkeiten betrete ich die große Halle und bin begeistert: der Raum ist wirklich unglaublich. Allein die Decke ist ein Kunstwerk für sich. Nachdem auch die übrigen Studenten ihren Platz gefunden haben, gehen die Lichter aus und die Veranstaltung beginnt. Als kleine Einstimmung auf unsere Zeit in Australien tritt als erstes eine Gruppe Aboriginals auf, die uns ihre traditionelle Musik auf ihren Didgeridoos vorspielen und dazu tanzen. Die Musik ist zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber der Auftritt ist wirklich gelungen, insbesondere als auch die Zuschauer zu einem gemeinsamen Tanz auf die Bühne gebeten werden.

Nachdem die Vorführung vorbei ist, betritt ein sehr langweilig wirkender Professor die Bühne. Er trägt Schnauzbart und Brille und spricht mit einem starken britischen Akzent. Er stellt sich als Leiter der Forschungsabteilung vor und beginnt seinen Vortrag über all die neuen Erfindungen und Entdeckungen, die an der UTS gemacht wurden, eine spannender und fortschrittlicher als die andere. Das Innovativste von allen: der Universität ist es gelungen, eine Kontaktlinse zu entwickeln, die quasi wie ein Smartphone die Umgebung abscannen kann und durch zweimaliges Zwinkern Informationen zu dem Gebiet anzeigen kann, in dem man sich gerade aufhält. Das Ganze wird unterstützt durch viele verschiedene Bilder zu Aufbau und Funktionsweise der Linse. Er erklärte uns, dass es bereits ein ähnliches Projekt in Stockholm gibt und dass sich das Projekt der UTS im Moment noch in der Beta-Testphase befindet. Als der Professor nach Freiwilligen frägt, die die Linse gerne testen würden, heben beinahe alle Studenten die Hand, mich eingeschlossen. Plötzlich gehen die Lichter auf der Bühne aus und jemand beginnt mit leuchtenden Bällen zu jonglieren. Als die Lichter wieder angehen sehe ich, dass es der merkwürdig wirkende Professor ist, der mit den Bällen jongliert, mit der kleinen Ausnahme, dass er sich äußerlich sehr verändert hat. Schnauzbart und Brille sind verschwunden und auch den britischen Akzent hat er abgelegt. Er erklärt, dass er uns die ganze Zeit auf den Arm genommen hat und auch das Projekt komplett erfunden war. Mir ist es ein wenig peinlich, dass ich ihm tatsächlich die Geschichte abgenommen habe, aber ab diesem Moment hat er unsere volle Aufmerksamkeit und das Publikum ist begeistert. Anschließend erklärt er uns auf eine lustige Art und Weise, wie das Leben hier funktioniert. Nicht nur die üblichen Regeln, auch Themen wie Alkohol und sexuelle Belästigung werden offen angesprochen. Es ist wirklich eine sehr moderne und effektive Art uns auf die Gefahren aufmerksam zu machen und wirklich zum Zuhören zu bewegen. Nachdem diese erste Veranstaltung vorbei ist, bin ich fast ein wenig enttäuscht, ich hätte auch noch länger zuhören können.

Neben dieser Veranstaltung besuchte ich noch viele weitere, wie zum Beispiel „Secrets of Success“ oder „How to write an Essay“. Auch Touren über den Campus und die Bibliothek werden angeboten. Man musste sich zwar zuvor für die verschiedenen Veranstaltungen online anmelden, ich habe jedoch auch viele Events, die sich interessant angehört haben, ohne Anmeldung besucht. Beinahe alle davon waren sehr hilfreich und spannend und ich kann jedem von euch nur ans Herz legen, so viel wie möglich von den Orientation Weeks mitzunehmen. Bei den Veranstaltungen wird ein sehr großer Wert auf Mitarbeit gelegt und die Studenten werden mit verschiedenen Anreizen dazu motiviert. In einem Event wurde beispielsweise ein IPad an die Person verschenkt, die sich dazu bereit erklärt hat, eine Frage auf der Bühne zu beantworten. (Also aufgepasst, Mitmachen lohnt sich hier wirklich).

Aufgrund der vielen Veranstaltungen war mein Terminkalender in der ersten Woche ziemlich voll. Doch auch jetzt schon beginnen die ersten Lectures (Vorlesungen), die Tuturials bleiben uns jedoch in der ersten Woche noch erspart. Ich belege insgesamt vier Kurse: „Managing People and Organizations“, „Understanding Organizations – Theory and Practice“, „Management Consulting“ und „Intercultural Communication“, über die ich in meinem nächsten Blog noch mehr berichten werde.

Ich habe sehr viele neue Eindrücke in dieser ersten Woche gesammelt und auch schon die ersten Freundschaften geschlossen. Dennoch wird es noch eine Weile dauern, bis ich mich richtig eingelebt habe und zurechtfinde. Da ich mich bisher beinahe immer auf der Suche nach Gebäuden verlaufen habe, hat mir einer meiner Kommilitonen hier einen super Tipp gegeben: die Lost On Campus App. Mit dieser App kann man nach den verschiedenen Gebäuden der UTS suchen und wir auf den schnellsten Weg dorthin navigiert. Seitdem nutze ich sie fast täglich und komme immer an meinem gewünschten Ziel an.

Am Ende der Woche habe ich mich entschlossen, mit ein paar Freunden an den Bondi Beach zu fahren. Bisher habe ich ausschließlich die Großstadt gesehen und bin wirklich gespannt, endlich das offene Meer zu sehen. Wir sind extra um fünf Uhr in der früh aufgestanden um den Sonnenaufgang beobachten zu können und trotz großer Müdigkeit hat es sich wirklich gelohnt. Als ich mit geschlossenen Augen am Strand liege während die Sonne langsam über den Felsen aufgeht, fühle ich zum ersten Mal, dass ich tatsächlich in einem anderen Land angekommen bin. Im Moment ist es noch relativ kalt, vor allem wegen dem starken Wind, aber ich bin mir sicher, dass ich im Sommer sehr viel Zeit hier verbringen werde. In den kommenden Wochen haben wir außerdem Ausflüge nach Byron Bay und in die Blue Mountains geplant, die ich in meinem nächsten Einträgen ausführlich beschreiben werde.

Bis zum nächsten Mal !

 

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Das Abenteuer beginnt!

Wow, heute ist es tatsächlich so weit. Es geht los in Richtung Sydney. Ich bin überrascht, als das Kribbeln in meinem Bauch immer heftiger wird. Eigentlich habe ich mich die letzten Wochen und Monate sehr viel mit meinem Auslandssemester in Sydney beschäftigt und auch die Zusage der UTS sowie das Abflugdatum waren schon relativ lange bekannt. Dennoch steigt die Aufregung in mir immer mehr an. Auf dem Display im Flugzeug sehe ich, welche Strecke ich noch zurücklegen muss, bis ich endlich an meinem Ziel ankommen werde: Australien! Für mich geht es von München nach Abu Dhabi, von dort aus nach Brisbane und anschließend endlich zum Flughafen Sydney. Doch bis dahin liegen noch 26 lange Stunden Flug vor mir.

Seit ich an der Hochschule Fresenius begonnen habe zu studieren, war es mein Traum, ein Semester im Ausland zu verbringen. Jetzt, wo ich so kurz davor stehe, mischt sich die Freude und Aufregung trotz alledem mit ein wenig Kummer. Nicht etwa, weil ich traurig bin von zuhause weggehen zu müssen. Ganz im Gegenteil, ich denke es ist wirklich wichtig, so viele neue Eindrücke von der Welt zu sammeln, wie es nur geht. Insbesondere wenn sich einem eine derartige Möglichkeit eröffnet. Nein, ich bin ein wenig bedrückt, weil diese tolle neue Erfahrung gleichzeitig bedeutet, vier lange Monate von meinem Freund getrennt zu sein, den ich in den letzten drei Jahren beinahe jeden Tag um mich hatte. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass alles gut gehen wird und Distanz die Liebe nur stärker macht.

Ich bin übrigens Ann-Kathrin und bevor ich meine heutige Reise angetreten habe, habe ich am Standort München Wirtschaftspsychologie studiert. Ich nehme euch in den nächsten vier Monaten mit auf mein Abenteuer in Sydney und teile meine Eindrücke mit euch.

Nachdem ich endlich zusammen mit drei anderen Mädchen von meinem Standort am Flughafen in Sydney angekommen bin, geht es mit dem Taxi in Richtung Wohnheim. Normalerweise wird von der UTS in den ersten Tagen ein Shuttle-Service vom Flughafen aus angeboten. Da wir dort aber erst um halb 11 abends angekommen sind, war es dafür leider zu spät. Während der Taxifahrt schaue ich aus dem Fenster und versuche zu realisieren, dass ich nun tatsächlich in Australien bin. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich das wirklich verarbeitet habe und auf den ersten Blick sieht die Stadt gar nicht so anders aus wie zuhause. Es ist nur leider viel kälter. Aber das ist natürlich nichts Ungewöhnliches, schließlich ist  im Moment Winter in Australien und im Vergleich zu dem Winter in Deutschland ist es hier noch relativ warm. Am Wohnheim angekommen bekomme ich die Karte für meine Apartment (Ja richtig, Schlüssel gibt’s hier nicht. Generell ist alles sehr modern hier.) Ich lebe ab jetzt im Wohnheim Gumal Ngurang in einem mixed 4-shared Zimmer, das heißt ich teile mir mein Apartment mit einem anderen Mädchen und zwei Jungs. Der Name des Wohnheims ist in aboriginal und bedeutet so viel wie freundlicher Ort.

Als ich das erste Mal die Tür meines Apartments öffne, bin ich begeistert: Es fühlt sich sofort an wie mein neues Zuhause. Ich sehe mich um und beginne meine Room-Tour durch meine neue Wohnung.

Der erste Raum ist unser Wohnzimmer und unsere Küche zugleich. Wir haben ein Sofa, Stühle, einen Tisch und einen Fernseher. Sofort schießt mir ein Bild von zukünftigen gemeinsamen Abendessen und Filmeabenden mit meinen neuen Flatmates durch den Kopf. In der Küche steht eine Küchenzeile mit Herd und Mikrowelle und ein Kühlschrank. Um alles Übrige, wie Besteck, Teller, Pfannen usw., muss man sich selbst kümmern. Es gibt jedoch in den ersten Tagen die Möglichkeit, diese Dinge im Eingangsbereich des Wohnheims zu ergattern, da viele Studenten ihre Sachen nach Ende des Semesters nicht mehr brauchen und ihren Nachfolgern umsonst zur Verfügung stellen. Man sollte jedoch schnell sein, da die besten Dinge auch am schnellsten weg sind. Am Ende des Apartments befinden sich eine Toilette und ein Badezimmer mit einer Dusche, welche ich mir mit meinen Mitbewohnern gemeinsam teile.

Jetzt wird es spannend. Ich öffne zum ersten Mal die Tür zu meinem Zimmer. Dort finde ich mein Bett, (nur Gestell und Matratze. Es empfiehlt sich gleich an der Rezeption nach Bettzeug zu fragen oder welches im Shopping Center zu kaufen, da ansonsten die erste Nacht sehr kalt werden dürfte.). Außerdem habe ich einen großen Kleiderschrank mit riesigem Spiegel, einen Schreibtisch und ein kleines Regal. Es ist nicht luxuriös, aber insgesamt sehr schön und ich bin mir sicher, dass es sich hier gut leben lässt.

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Nachdem ich mein Zimmer erkundet habe, fahre ich mit dem Aufzug in das oberste Stockwerk des Gebäudes, da mir bei meiner Ankunft gesagt wurde, dass es hier geniales Rooftop geben soll. Auch hier werden meine Erwartungen nicht enttäuscht. Das ganze Stockwerk ist ein Aufenthaltsraum für die Studenten. Es gibt einen Billiardtisch, Couchen, einen Spielautomaten und sogar eine kleine Küche. Zudem befindet sich hier ein Raum mit Waschmaschinen und Trocknern für unsere Wäsche. Das Beste erwartet mich jedoch, als ich auf die Dachterrasse gehe: ein riesiger Außenbereich mit Sitzmöglichkeiten, eigenen Fitnessgeräten und einem atemberaubenden Ausblick auf die Stadt und das UTS Broadway Building. Ich betrachte das riesige Gebäude und mich überkommt ein wenig das Gefühl von Stolz. Es ist schon etwas Besonderes, jetzt ein Teil dieser riesigen Organisation sein zu dürfen.

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Zurück in meiner Wohnung erwartet mich die nächste positive Überraschung, als ich meine Mitbewohner treffe. Alle drei kommen aus unterschiedlichen Ländern und wir verstehen uns auf Anhieb super. Wir sind eine Polnisch-Mexikanisch-Japanisch-Deutsche-WG und das ist wirklich ein glücklicher Zufall, da wir somit alle gezwungen sind, uns in Englisch zu verständigen. Alle hier sind neu und somit sehr offen neue Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. Ich bin darüber sehr erleichtert, da ich mir schon ein wenig Sorgen gemacht habe, wie meine Mitbewohner wohl sein werden und ob wir uns gut verstehen werden. Ich glaube jedoch, dass es anfangs den meisten hier so ergeht und am Ende meines ersten Tags, ist diese Sorge bereits vergessen. Morgen starten die Orientation Weeks. Das ist die UTS-Version der „Ersti-Wochen“ und dient dazu, dass sich die neuen Studenten kennlernen und sich in der Uni zurecht finden. Ich bin gespannt, was mich dort erwarten wird und werde euch darüber in meinem nächsten Blog auf dem Laufenden halten.

See you !

 

 

Letzte Woche in Sydney: Praktikum bei einem Fernsehsender

In meinem letzten Blogeintrag geht es um meine Erfahrungen beim Channel Seven, einem privaten Fernsehsender in Sydney. Ich hatte die Möglichkeit, eine Woche bei der Morning Show zu sein.

Wir internationale Studenten können einen Monat länger nach dem Semester bleiben. Neben Reisen können wir auch ein wenig Geld verdienen oder Praktika machen. Die UTS bietet mit dem Career Service Unterstützung bei der Suche nach Stellen und hilft mit dem Gestalten des Lebenslaufes. Ich habe während des Semesters die meisten Möglichkeiten dazu genutzt; ich war bei Workshops und Events, um Kontakte zu knüpfen und einen Eindruck vom Arbeitsleben hier zu bekommen.

Der Kontakt zum Seven Network ist über einen Dekan der UTS entstanden, den ich auf einer Messe angesprochen hatte. Danach ging alles sehr aussie-style: eine Mail und dann direkte Zusage, ganz entspannt. Ich sollte mich einfach eine Woche vor Beginn nochmal melden. Ich bin bei der Produktion der Morning Show gelandet, eine tägliche Talkshow, die zum großen Teil aus kommerziell-gesponserten Clips besteht.

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In Australien gibt es öffentlich-rechtliche  (ABS, SBS) und private Sender (Channel Seven, Channel Nine, Channel ten). Channel Seven oder auch Seven Network ist ein privater Sender, mit Studios in (fast) allen Städten hier. In Sydney befindet sich das Büro im CBD, am Martin Place. In diesem Bereich der Stadt sind viele internationale Banken, Versicherungen, Consulting Firmen etc. Das heißt: sehr beschäftigte Anzugträger und -trägerinnen. Eine gnaz andere Atmosphäre als in Central und Ultimo (UTS/ Housing) oder den anderen Suburbs.

Seven Network hat ein Studio, dieses wird im Minutentakt umgebaut für die verschiedenen Segmente der Sendungen. Es herrscht große Routine: Verschieben der Hintergründe, Kameras, Moderatorentische und -stühle, Lichtstimmungen und Dekorationen; Gäste kommen und gehen, haben ihren ca. 5 minütigen Auftritt vor der Kamera, es werden Bilder für Social Media gemacht und immer so weiter.

Meine Woche sah so aus: morgens saß ich mit in der Regie und konnte die Abläufe und Kommunikation beobachten; es war interessant, denn die Stimmung änderte sich sehr schnell, je nachdem wie „wichtig“ die Gäste waren oder wenn die Abläufe verschoben wurden. Danach nahm ich am Meeting für den nächsten Tag teil, in dem die Redakteure den Moderation und dem restlichen Team die Gäste und Fragen vorstellten. Nach der Mittagspause (sehr viele Möglichkeiten, gut zu essen, denn  Martin Place unterbaut mit vielen Restaurants und Cafés) half ich bei der Recherche für kommende Stücke.

Die Kommunikation im Team ist sehr routiniert, jeder hat feste Verantwortungsbereiche. Die Atmosphäre war sehr familiär, alle arbeiteten schon lange zusammen, sie sprechen in den Abkürzungen und Insidern. In der Regie wird ständig gesprochen („10 seconds left“, „wrap – hard wrap!“ wenn die Moderatoren zu lange reden); die Regisseurin gibt Anweisungen, welche Kamera on Air geht, Bildmischerin drückt die Knöpfe. Andere sind verantwortlich für das Einhalten der Zeit, Recherche von News oder Formulieren der Texte. Zeitdruck steht im Vordergrund, denn die Sendung ist um die gesponserten Clips und zusätzliche Werbeunterbrechungen aufgebaut. In Werbepausen wird umgebaut oder voraufgezeichnet.

Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit für dieses kurze Praktikum hatte und einen Einblick in das Aussie-Fernsehen bekommen habe. Jetzt geht es ans Packen, denn nächsten Dienstag müssen wir ausziehen.

Naja, jetzt heißt es für uns alle, Abschied nehmen und weiterziehen. Wir sind alle ganz traurig, denn wir hatten eine tolle Zeit, unglaubliche Erfahrungen in einem tollen Land, einer einzigartig schönen Stadt und einer Uni, die sehr viele Möglichkeiten bietet.

Goodbye mates,

Thea

P.S.: Das Beitragsbild ist am Bondi Beach entstanden. Es ist momentan „Wal Saison“. Wenn man an der Küste langläuft, kann man oft Wale und Delphine beobachten. Tipp: nach Hubschraubern und den Whalewatching Booten Ausschau halten. Es wird gemunkelt, dass ein weißes Walkalb mit Mutter hier unterwegs ist.

 

UTS-TBL and Berry Landcare

G’day mates! Ich war ein Wochenende im ländlichen Australien unterwegs und habe wunderschöne Landschaften gesehen. Gemeinsam mit dem UTS-Club The BigLift (TBL) und 20 Studenten sind wir in den Süden Sydneys gefahren, um Bäume zu pflanzen im Rahmen eines Freiwilligen Projektes.

Berry ist ein süßer kleiner Ort, mit gefühlt mehr Coffeeshops als anderen Geschäften. Der Ort ist außerdem bekannt für seine Gärten, Bäume, Kunst, Antiquitäten und Märkte. Wenn man durch die Hauptstraße schlendert, fühlt man sich wie ins letzte Jahrhundert versetzt, denn die Gebäude haben einen ganz anderen Charakter als in den Städten. Jeder scheint jeden zu kennen, man kann spüren, dass die Bewohner Berrys einen starken Zusammenhalt haben.

TBL fährt mehrmals pro Jahr mit Studenten zu ruralen Orten in Australien, um lokale Communities zu unterstützen. Grundsätzlich wird in Australien viel Wert auf soziale Arbeit neben dem Studium gelegt. Australische Arbeitgeber schätzen das wohl sehr und um einen guten Job zu bekommen, ist soziales Engagement fast Vorraussetzung.

Das Wochenende war mehr als nur landwirtschaftliches Arbeiten. TBL legt viel Wert auf Gruppenbildung und Social skill Training. Deshalb hatten wir kaum eine Minute ohne sogenannte activities. Wir haben Spiele gespielt, um einander kennenzulernen, oder über Werte im Leben und Ziele nachzudenken. Das war ganz schön anstrengend, hat aber die Gruppe so zu einander gebracht, dass keiner ausgegrenzt war.

Tag 1

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Auf dem Weg nach Berry haben wir in Kiama gehalten, einem Ort and der NSW South coast. Der Ort ist sehr idyllisch, ein Highlight ist der Leuchtturm und die Kiama Blowhole. Das Meer hat Felsen ausgewaschen, sodass bei ‚richtigen Wellen‘ das Wasser aus der Erde steigt. Außerdem kann man mit Glück und zur richtigen Zeit Wale und Delphine im Meer sehen.

Tag 2

Berry Landcare ist eine Organisation, die sich um mehrere landwirtschaftliche Angelegenheiten in NSW kümmert. Eine davon ist, einen Corridor vom Seven-Miles-Beach zu den nahegelegenden Wäldern zu pflanzen. In den letzten Jahrhunderten wurden Wälder gerohdet, um Weideflächen zu schaffen. Dadurch wurden viele Tiere und Pflanzen vertrieben bzw. ausgelöscht. Im Rahmen des Projektes sollen Teile der offenen Flächen geschlossen werden, damit die Tiere einen größeren Lebensraum haben. Einige Vogelarten wagen sich nämlich nicht über offene Flächen hinweg, weil dort Feinde auf sie lauern können. Die Nachbarn in dieser Region haben sich zusammengeschlossen, um über die Grundstücke hinweg dieses Projekt umzusetzen. Dabei haben wir sie in den zwei Tage unterstützt.

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Die Landschaft ist einfach atemberaubend. So weitläufig und schön. Man kann nur erahnen, welche Artenvielfalt in den Wäldern herrscht. Es war so leise dort oben, man konnte nur Vogelgezwitscher, gelegentliches Muhen und unsere Gespräche hören. Ich schätze wir haben um die 500 Bäume gepflanzt.

Nach der warmen Dusche wurden wir Abends zu einem Nachbarn eingeladen. Das Haus war im canadischem Stil gebaut, mit sehr viel Holz, offener Küche und sehr vielen Dekorationen und Einflüssen aus der ganzen Welt (Masken aus Papua Neuguinea, buddistischen Statuen oder Töpfen aus Nepal). Die Besitzer haben job-bedingt gefühlt schon überall gelebt. Auch das Essen war international geprägt, es gab Curry und lokale Kuchenspezialitäten.

Tag 3

Am letzten Tag ging es für den Vormittag auf ein weiteres Feld. Wir haben die restlichen Bäume eingepflanzt und sind danach in den Wald gegangen. Ranger David hat uns Arbeiten aus den vergangenden Jahren gezeigt und erklärt wie die Anwohner für die Projekte arbeiten. Sie sind alle sehr leidenschaftlich und froh, wenn sie ihr Wissen mit so vielen wie möglich teilen können.

Zum Mitagessen gab es ein typisches Aussie-barbie mit Burger, Salat und Früchten nahe beim Seven-Miles Beach.  

Es war toll, aus der Stadt rauszukommen und das Land mit Locals zu erleben. Es war sehr inspirend für mich, wie sehr die Menschen in Berry für das Land leben und ihr gesamten Leben danach ausrichten. Wir wurden sehr freundlich und mit sehr viel Dankbarkeit behandelt. Außerdem war es mal schön, die einzige Europäerin zu sein ;-).

Ich kann mich noch immer nicht an das tolle Land gewöhnen. Kangoroos neben Kühen sind einfach ein zu tolles Bild. Aber dennoch muss ich jetzt wieder ins ‚echte Leben‘, denn der Mai ist vollgepackt mit Assignments und Gruppenabgaben.

See ya later

Thea

Melbourne – ein ganz anderer Charme

Hallo zusammen, momentan ist StudyVac an der UTS, das heißt eine Woche frei nach der ersten Hälfte des Semesters. Wer nicht arbeiten muss oder Vorlesungen aufgezwungen bekommen hat, nutzt diese Woche zum Reisen. So auch ich: Melbourne steht an!

Die letzte Woche war sehr anstrengend. Unser erstes Assignment war fällig und es gab eine erste Gruppenpräsentation. Und zwar im Modul Management Consulting. Wir arbeiten für ein externes Unternehmen im Bildungssektor. Das Ganze soll einem realen Consulting-Prozess gleichen. Die erste Präsentation war das Proposal, bei dem wir vorstellten, was wir in den nächsten Wochen machen wollen. Eine Herausforderung war es, die Präsentationen zwischen 5 und 10 min zu halten. Das heißt, bei 5 Gruppenmitgliedern: jeder spricht zwischen einer und zwei Minuten. Ungewohnt!

Und jetzt zum spaßigeren Teil: Ich bin nach Melbourne geflogen. Der Flug dauerte nur knapp 1 ½ Stunden und ging ganz easy, ohne große Kontrollen und langes Anstehen. Angekommen in Melbourne-Avalon kann man gemütlich in einen Shuttle-Bus steigen, der einen in knapp 50 min in die Innenstadt bringt. Da ich im Dunkeln ankam, war die Fahrt in die Stadt atemberaubend. Städte bei Nacht sind einfach toll. Auch das Zurechtfinden geht gut, v.a. weil Melbourne in Blöcken aufgebaut ist. Auch toll: in der Innenstadt kann man kostenlos mit der Tram fahren.

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Melbourne ist so lebendig! Man kommt an und ist mitten im Geschehen; es gibt sehr viel zu erleben wie z.B. Straßenkünstler, Kunst/StreetArt, beeindruckende Gebäude, Konzerte oder Festivals.

Phillip Island

Am nächsten Tag hatte ich eine Tour nach Phillip Island gebucht. Die Insel befindet sich ca. 85 km südlich von Melbourne (Luftlinie), man Fährt aber ca 130 km mit dem Auto dorthin. Auf dem Weg haben wir bei einem Tierpark gehalten, um Kängurus zu füttern und Koalas zu streicheln. Das ganze Klischee. Der Park war nicht allzu groß dafür aber sehr artenvielfältig. (Tasmanian Devil, Dingo, Emu, Pfau, Lama, Papagei, Kookaburra, Albino Känguru.) Die Erlöse des Parks fließen in Wildlife-Rescue Aktionen und dienen dem Artenerhalt der freilebenden Tiere hier.

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Danach ging es auf die eigentliche Insel. Schon auf dem Weg dorthin gab es wieder eine große Vielfalt an Vögeln. Wunderschön, so farbenfroh, elegant und klangvoll. Auf der Insel sind vor zum westlichsten Punkt gefahren (auf der Karte oben), den Nobbies, ein Aussichtspunkt zur Bass-Straße (Meerenge, die den indischen Ozean zu Tasmansee verbindet). An den Felsen leben auch Seerobben, die aber leider nicht zu sehen waren.

Wenn es abends dämmert, kommen auch die Kängurus bzw. Wallabies (verwandte Art) auf die weiten Grasflächen. Ein toller Anblick.

Auf Philipp Island gibt es die kleinsten Pinguine der Welt (ca. 30cm). Man kann sie nach Sonnenuntergang dabei beobachten, wie sie aus dem Wasser an Land in ihre Nester watscheln. Aus Rücksicht auf die Pinguine darf man keine Fotos während der Pinguin-Parade machen(, man kann aber Bilder kaufen oder sich eine kostenlose App herunterladen). Das macht das Erlebnis sogar noch einzigartiger.

Nachdem die Sonne weg ist, hört man zuerst aufgeregtes Schnattern und sieht dann kleine weiße Flecken, die von den Wellen angespült werden. Für sie ist das der gefährlichste Teil ihres Tages, denn auf dem kurzen Weg über den Strand können Greifvögel sie schnappen. Deshalb sieht man die Gruppen immer wieder zurück ins Wasser springen, bevor sich mutige Pinguine vortrauen. Der Weg zurück vom Strand ist etwas erhöht, eine Art Brücke, denn die Pinguine laufen untendrunter weiter. Sie haben teilweise weite Strecken bis zu ihren Nestern. Man kann sie dabei beobachten wie sie hoch-watscheln oder auf ihre Partner warten.

Feeling in der Stadt

Die Innenstadt von Melbourne hat meine Erwartungen erfüllt. Es dreht sich alles um Parks, Kunst und Essen, habe ich das Gefühl. Man kann viele europäische Einflüsse erkennen, größtenteils britische, oh Wunder =D. Es gibt wunderschöne Grünflächen, die zum Rumsitzen einladen, in denen man herrlich das Geschehen beobachten kann. Die Menschen, die hier wohnen wirken so aktiv. Ob Rudern auf dem Yarra, spazieren gehen oder einfach draußen sein, es ist immer etwas los. Es gibt sehr viele Museen, zum Beispiel die NGV (National Gallery of Victoria) oder ACMI (Australian Centre for the Moving Images), aber auch Denkmäler wie den Shrine of Remembrance im Botanischen Garten. Am 25.4 war ANZAC-Day (Austrialan and New Zealand Army Corps), ein nationaler Feier-/Gedenktag. Alle Geschäfte hatten bis 1pm geschlossen und es gab eine große Parade durch die Stadt.

Die Stadt war nicht so überwältigend für mich vor wie andere Großstädte. Es herrscht ein so liebevoller Charme und Liebe zu kleinen Details; die Menschen sind sehr positiv und hip, lieben Ihren Kaffee und ihre Stadt. Man kann sich einfach nur wohlfühlen.

Tipp: Section 8 Bar, nahe Lonsdale St. Laut Rezensionen „as melbourne as it can get“- Hippe Bar/ Club mit Musik (folgt dem Link, denn deren Website gibt die Atmosphäre gut wieder.)

Die Woche war genau richtig, um Kraft zu tanken für den Mai. Es stehen sechs Assignments an. Zum Glück sind sie nicht alle in der gleichen Woche, sondern gut verteilt. Dennoch freue ich mich wieder auf Sydney und mein Leben dort.

See yaa lataa,

Thea

Uni life at UTS

Hey mates, neben den beeindruckenden Reisen an den Wocheenden und den sozialen Events gibt’s ja auch noch die Vorlesungen. Wir sind jetzt schon fast in der 5. von 14 Uni- Wochen angekommen, how time flies! Heute berichte ich darüber, wie das Uni Leben an der  UTS für uns Internationals so ist.

Das Lernen hier ist schon eine Umstellung. Und das nicht nur, weil wir trotz sommerlichen Temperaturen immer einen Pulli zu den Vorlesungen einpacken müssen. Wir sind die AC/Klimaanlage einfach nicht gewöhnt.

Aber eins nach dem anderen. Wir „Fresianer“ können in unserem 5. Semester den Schwerpunkt Organisationspsycholgie in Sydney wählen. Die Kurse sind denen in Deutschland angepasst. Da es mehrere Kurse und Tutorien gibt, konnten wir je nach Belieben unseren Stundenplan gestalten.

Das Lernsystem unterscheidet sich sehr. Zum Einen, weil es mehrere Assignments gibt, die übers Semester verteilt sind (anstelle nur einer Klausur am Ende); zum Anderen, weil die Kurse aus Frontalunterricht plus verpflichtendem Tutorium bestehen. In manchen Kursen wird sogar die Mitarbeit notiert. Engagement und Mitarbeit wird hier sehr geschätzt, deshalb gibt es vieles, um die Studenten zu motivieren. (z.B. Extra Punkte sammeln durch Melden und richtige Antworten, Wettbewerb/Quiz über’s Smartphone)

Der theoretische Teil wird im Frontaluntericht unterrichtet, meisten ca. eine Stunde pro Modul pro Woche. Für die Locals herrscht hier keine Anwesenheitspflicht, für uns schon (als Teil unseres Studentenvisums). In den großen Vorlesungsräumen gibt es nur einen kleinen Tisch, der pro Sitz auszuklappen ist. Deshalb kann man entweder Block oder Laptop nutzen. In den Tutorien hingegen sind weniger Studenten und sie sind daher sehr interaktiv. Die schriftlichen Assignments sind nicht so umfangreich wie in Deutschland, meistens nur ca. 2000 Wörter. Die Herausforderung ist, auf den Punkt zu kommen, nicht zu viel zu schreiben und die Gruppenarbeit gut aufzuteilen.

Nun zu den Kursen. Wir belegen Managing People and Organizations, Management Consulting, Understanding People and Organizations und Intercultural Communication.

Es werden viele Medien genutzt, die die Informationen beinhalten und die Studenten beim Lernen unterstützen. Hier ein Beispiel aus dem MPO-Kurs:

  • Podblast vor jeder Vorlesung in dem die Dozentin den Inhalt der nächsten Vorlesung in wenigen Minuten bespricht
  • Pre-readings (ca. 10-20 Seiten) aus ausgewählten wissenschaftlichen Artikeln oder Büchern, die über die online Bibliothek verfügbar sind
  • Videos
  • Aufgaben
  • U:Pass (optional) einmal wöchentlich für eine Stunde. Studenten aus höheren Semestern assistieren bei der Assignment– Vorbereitung, dem akademischen Schreiben etc.
  • Wenn eine Vorlesung ausfällt gibt’s die Stunde zum Nachhören und Aufgaben, die dem Tutor zugeschickt werden müssen.
  • E-mails, die an Workshops erinnern oder die nächste Vorlesung erklären

Und dass ist nur ein Modul von vier. Ihr merkt, es ist schon ein ordentlicher Workload, aber gut machbar, wenn man sich die Zeit einteilt :-).

UTS bietet auch ein breites Unterstützungsprogramm an: HELPS (Higher Education Language and Presentation Support) bietet neben Drop-in Sessions (15 min/40min) auch wöchentliche Schreib- oder Conversationskurse an. Die Career Services helfen beim Erstellen des Lebenslaufs, dort kann man auch Bewerbungsbilder machen lassen oder Tipps für Praktika einholen. Die Mitarbeiter sind sehr gut ausgebildet, hilfsbereich uns freundlich. Außerdem bietet der Campus eine tolle Lernatmosphäre, denn es gibt überall gemütliche Ecken, Tische, Sofas oder Computer. In der Bibliothek gibt es Stockwerke, auf denen nicht gesprochen wird und sogar eine Schlafecke zum nappen. Jeder findet hier sein Plätzchen. 

In den ersten Wochen ging es hauptsächlich um das Vorstellen des Tutors (sehr gebildete Akademiker) und der Gruppen sowie grundlegender Definitionen der Fächer. Die Tutorien sind so aufgebaut, dass in den ersten Wochen eine Basis für die Gruppenarbeit gebaut wird. Z.B. werden Gruppennamen besprochen oder Übungen zur Teambildung gemacht.

Hier ein Beispiel aus einem meiner Workshops:

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We’ll catch up later

Thea

Hello again – Studentenleben in Sydney

Das (Ein)Leben und Wohlfühlen hier in Sydney geht so einfach. Ein großen Teil dazu trägt das Leben im Studentenwohnheim, genannt Housing, bei. Im Folgenden könnt ihr lesen, was mich bis jetzt alles erwartet hat, und sehen, wie es hier aussieht.

Ich wohne in Gumal Ngurang am Broadway. Einen kleinen Teil erkennt man auf dem Beitragsbild oben (das weiße Gebäude in der Mitte). Es gehört zu den größten Wohnheimen der UTS. Es gibt außerdem noch Yura, Geegal, Bulga und Wattle Lane. Die Namen sind in der Sprache der Ureinwohner gewählt, auf deren Land die Gebäude erbaut wurden. Ich bin so froh, dass ich mich für das Wohnen im Housing entschlossen habe! Es sind tolle Zimmer, modern ausgestattet mit tollen Gemeinschaftsräumen. Hier könnt ihr euch das mal auf der UTS Website ansehen. Es wurde kürzlich alles renoviert und neu ausgestattet. Außerdem sind meiner Meinung nach die Zimmer hier am schönsten.

Angenommen zu werden für das Housing war gar nicht schwierig: Internationale Studenten werden bevorzugt behandelt, wenn sie sich früh genug anmelden. Das Ankommen jedoch war deutlich anstrengender. Denn ich wurde vom Flughafen direkt zum Broadway gebracht ohne zu wissen, dass man sich an der Rezeption vorher anmelden muss (in Yura, etwa 15min Fußweg, länger, wenn man den Weg nicht kennt…). Denn es wird ein Foto für die Housing-Karte gemacht und offizielle Angelegenheiten geprüft. Deshalb stand ich erstmal verschlafen vor der Gumal-Eingangstür und habe wild dem Bewegungsmelder gewunken. Ohne Erfolg. Generell brauchen wir hier sehr oft zum Reinkommen eine Karte/ID oder sogar QR-Code. Es ist eben alles eine Nummer größer. So brauche ich viermal meine Housing-ID, um in mein Zimmer zu kommen (Eingang, Aufzug, Appartement, Zimmer). Und auch das Rauskommen geht nur mit Drücken der grünen Buttons neben den Türen.

Jedes Stockwerk hat ein Motto. So kann man aus dem Fahrstuhl ganz einfach erkennen, ob man richtig ist. Denn sonst sieht alles gleich aus! Bei den neun Levels in Gumal ist das noch ganz übersichtlich, aber in Yura (21 Level) kann man sich schonmal vertun. Außerdem gibt es ein bis zwei RN‘s (Resident Networkers) auf jedem Stockwerk, die verantwortlich für das harmonische Zusammenleben sind. Beispielsweise organisieren sie exklusive Housing-Partys oder laden zu Flat-Meetings ein, bei denen das Zusammenleben besprochen wird. (z.B. gibt es einen Plan, wer wann den Müll rausbringt, ob das Essen geteilt wird etc.) Wir werden schon sehr „an die Hand genommen“ und geleitet, damit es so wenig Probleme wie möglich gibt. Auch ungewoht aber doch sehr angenehm: einmal die Woche kommt das Housecleaning-Team, das die Common Areas sowie das Bad/die Bäder jeder Flat sauber macht.

Normalerweise werden die Zimmer beim Einzug blanco übernommen und man muss sich alles kaufen (Bettzeug, Handtücher, Küchen- und Putzutensilien). Aus dem FreeStore in Yura kann man Anfang des Semesters schauen, ob jemand relevante Dinge hinterlassen hat. Ich habe Glück und darf die Sachen meiner Mitbewohnerin mitbenutzen 🙂 und musste mir nur wenig dazukaufen.

Ich wohne in einem two-share. Jeder von uns hat ein eigenes Zimmer, das abzuschließen ist und wir teilen uns ein Bad. In den größeren Appartments teilen sich jeweils zwei Studenten ein Bad. Hier könnt ihr euch die Möglichkeiten des Wohnens in Gumal ansehen.

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Das Zusammenleben ist einfach klasse. Wir treffen uns regelmäßig auf unserem Rooftop, zum Draußensitzen, Filmschauen, Billiard-/Tischtennisspielen oder Wäsche waschen. Denn Waschmaschinen und Trockner befinden sich auch oben. Es macht einfach Spaß, so viele Menschen mit unterschiedlichen Lebenseinstellungen, Gewohnheiten und Erfahrungen kennenzulernen. Es gibt so viel zu erzählen! Man findet immer Gesellschaft, kann sich aber auch ins eigene Zimmer zurückziehen.

Neben dem ganzen Spaß gibt es aber auch einige Regeln. Man darf zwar Gäste mitbringen, muss diese aber früh anmelden, wenn sie über Nacht bleiben wollen. Jeder öffentliche Raum ist mit Videoüberwachung ausgestattet und die Security ist immer präsent. Nach 22:00 Uhr darf kein Alkohol mehr in den öffentlichen Räumen des Housings getrunken werden und die Lautstärke muss minimiert werden. Das kontrolliert die Security scharf. Diese sind immer freundlich aber bestimmt. Wir werden mit Namen gegrüßt, man kennt sich eben. (In Australien wird sich überwiegend mit Vornamen angesprochen, das ist der Teil der Gleichberechtigung.)

Durch das Housing sind wir nicht nur super nah am Campus, sondern erhalten weiter viele Vergünstigungen und Vorteile: gratis Mitgliedschaft im Fitnessstudio, Zugang zu exklusiven Housing Events (z. B. RN Party) und andere Veranstaltungen, Kino beispielsweise. Auf den Bildern sieht man die Veranstaltungsliste vom Housing und einige Mitbringsel von vergangenen Events. Diese Woche gab es den sogennaten Uni-Survival Day; eine Art Messe im Wohnheim, bei der sich alle Services bzw. Institutionen der UTS (Shopfront (Freiwilligenarbeit), Health-/Legal- Support, UTS Sustainibility, Library, ActivateFit etc.) vorgestellt haben. Das Fitnessstudio hat Fahrräder aufgebaut, die beim Treten einen Mixer antreiben. So bekam man nach dem Fahrradfahren einen Smoothie. Solche Veranstaltungen werden oft geboten, um mit Spaß (und oft free Lunch) die Unterstützungsangebote bekanntzumachen. Denn davon gibt es sehr viele: gratis Rechtsberatungen, Beratungen zur Jobsuche oder Arztbesuche zum Beispiel.

So langsam denke ich nur noch in Englisch und Deutsch fällt mir nicht mehr so leicht beim Schreiben. Denn die Uni hat angefangen und ich schreibe nur noch in Englisch. Das Lernen hier ist eine Umstellung für uns, obwohl die ersten Wochen noch vergleichsweise einfach sind (eigenen Namen nennen, vorstellen und Gruppen kennenlernen bzw. Teams bilden). Zum Beispiel gibt es mehr Abgaben über das Semester verteilt anstelle von einer umfangreichen Klausur am Ende. Die Erlebnisse im anderen Lernsystem, aus den Kursen, den internationalen Gruppen sowie das Zurechtfinden am Campus werden das nächste Thema hier sein!

 

We’ll catch up!

Thea