Archiv der Kategorie: …Integriertes Auslandssemester Shanghai

Das chinesische Hawaii

Hier in China ist, ebenso wie in Deutschland, der 1. Mai ein Feiertag, so dass uns ein verlängertes Wochenende bevorstand. Dies nahmen wir uns als Anlass zu verreisen. Der Großteil von uns sehnte sich nach ein paar Tagen Entspannung, so beschlossen wir in zwei großen Gruppen nach Hainan zu fliegen, auch bekannt als das Hawaii Chinas. Hainan ist eine große Insel im Süden Chinas. Die Insel ist geprägt durch tropisches Klima, schöne Strände und Regenwälder.

Wir mieteten uns mit jeweils zwei Gruppen eine Villa in Sanya, einer Stadt im Süden der Insel. Hier sollte es die schönsten Strände geben. Obwohl wir ca. Eine halbe Stunde entfernt voneinander wohnten, haben wir trotzdem viel Zeit zusammen verbracht. Sei es eine Grillparty bei uns, Poolparty bei den anderen oder einfach zusammen am Strand entspannen. Es war wahnsinnig cool mit so einer großen Gruppe unterwegs zu sein, da wir uns alle untereinander sehr gut verstehen.

Während unserer Zeit auf Hainan wollten wir zum einen am Strand entspannen und das super Wetter genießen, und zum anderen die Insel mit ihrer Vielfältigkeit erkunden.

Besonders der Süden der Insel ist für seine schönen Strände bekannt. Der größte und bekannteste Strand ist die Ya Long Bay. Hier gibt es kilometerweiten Sandstrand, glasklares Wasser und viele Aktivitäten wie z.B. Jetski fahren. Aber auch die kleineren Strände sind sehr zu empfehlen, da hier meist weniger los ist. Generell sind die Strände Chinas nicht so überlaufen, da die Chinesen die Sonne meiden und erst nach Sonnenuntergang rausgehen. So ernteten wir beim Sonnenbaden den ein oder anderen kritischen Blick der Chinesen, die diese viel Wert auf ihre „vornehme Blässe“ legen und unsere Ambition in den paar Tagen möglichst viel Sonne zu tanken nicht nachvollziehen konnten.

Mein persönliches Highlight auf Hainan war unsere Wanderung auf dem Diao Luo Mountain. Dies ist ein Nationalpark mit Regenwald und Wasserfällen. Die Aufstieg ist simpel und führt über einen befestigten Weg 12km bergauf. Die konstante Steigung und Hitze zerrte allerdings nach 7km so sehr an unseren Kräften, dass wir ein vorbei fahrendes Auto anhielten, welches uns die letzten Meter mitnahm. Oben angekommen wurden mit einem spektakulären Wasserfall belohnt. Nach einer Verschnaufpause und Abkühlung im Wasser traten wir dann den Abstieg an, den wir, wenn auch mit mittlerweile zittrigen Beinen, in einem Stück meisterten. Dafür wurden wir am nächsten Tag auch mit ordentlich Muskelkater belohnt.

Nach fünf Tagen waren wir bereit entspannt unsere Rückreise anzutreten, doch das sollte leider nicht so bleiben. Nachdem wir den Tag in Haikou, der Hauptstadt Hainans und unser Abflugort, verbracht haben, freuten wir uns wieder zurück nach Shanghai zu fliegen. Kurz vor Abflug kam dann allerdings die Meldung unser Flug sei auf Grund von schlechten Wetterverhältnissen verspätet. Leider sprach niemand am Flughafen vernünftig Englisch und konnte uns eine Auskunft geben wie lange wir warten müssten. Nach geschlagenen vier Stunden Wartezeit dann die Schocknachricht: der Flug wird gestrichen. Und wieder konnte uns niemand sagen, wie jetzt weiter verfahren wird. Dank Google-Translator und der Hilfe einer sehr freundlichen, jungen Chinesin haben wir schließlich erfahren, dass der Flug am nächsten Tag nachgeholt wird und wir für die Nacht in ein Hotel gebracht werden. Bis das rauskam, war es allerdings schon 4 Uhr Nachts. Ich bin sehr froh in dieser Situation nicht alleine gewesen zu sein, sondern in meiner Gruppe, da wir uns gegenseitig beruhigen konnten und gemeinsam eine Lösung finden konnten. Mit geschlagenen 16 Stunden Verspätung kamen wir dann am nächsten Tag in Shanghai an. Auch wenn ich auf diese Erfahrung gerne verzichtet hätte, hatte sie im Endeffekt auch etwas gutes, da es unsere Gruppe noch enger zusammengeschweißt hat. Alles in einem überwiegen aber die guten Erinnerungen an Hainan und auch der chaotische Abschluss konnte uns das Wochenende nicht vermiesen.

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Eine Niederlage mit Happy End

Das deutsch-chinesische Fußballturnier in Shanghai fand dieses Jahr am 18. Mai auf dem Jiading-Campus statt. Doch schon ein Monat vorher begannen für uns die Vorbereitungen. Zunächst mussten wir ein Team aufstellen, dabei haben wir jeden der Lust hatte gerne ins Team aufgenommen. Wie es so hier in China üblich ist, haben wir die organisatorischen Dinge über WeChat geklärt. Unser chinesischer Study-Buddy Timothy hat sich um unsere Trikots gekümmert. Jeder Spieler durfte sich seine Nummer selbst aussuchen. Ein paar Wochen später kamen unsere Trikots auch schon an. Jeder bekam ein Deutschland-Trikot mit seinem Namen auf dem Rücken.

Nach dem die organisatorischen Dinge geklärt waren, hätte man meinen müssen, dass wir ein oder zweimal trainieren sollten. Im Endeffekt hat sich das deutsche Team zum Fußballspielen genau kein mal getroffen. Während unsere Zeit hier in Shanghai haben wir bisher viel erlebt. Wir sind nach der Uni meist in die Innenstadt oder haben etwas in Baoshan unternommen, da ist das Fußballspiel gegen die chinesische Universitätsmannschaft leicht in Vergessenheit geraten. Ab und zu haben wir in den Vorlesungspausen den Ball hin und her gekickt, aber bis zum Spiel hatte das deutsche Team noch nie richtig miteinander Fußball gespielt.

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Nun war es soweit, das Fußballturnier stand vor der Tür. Ein paar Kommilitonen von uns haben bei der Organisation mitgeholfen und am Tage des Fußballspieles das Spiel moderiert. Wir waren echt überrascht, wie professionell und mühevoll die Chinesen das Spiel aufbereitet haben. Denn vor dem Spiel gab es eine Zeremonie mit Ansprachen der verantwortlichen der Universität und einem richtigen Einlauf mit den nationalen Flaggen und der nationalen Hymnen. Auch unser Kapitän durfte ein paar Worte zum bevorstehenden Spiel sagen, sowie der gegnerische Kapitän. Abschließend wurde noch ein Gruppenfoto gemacht und dann ging das Spiel schon los.

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Das Spiel fing schleppend an, es war ein hin und her zwischen dem deutschen und chinesischen Team. Bei einer Hitze von 30 Grad war es nicht gerade einfach zu spielen. Nach ca. 15 Minuten ist das erste Tor gefallen, zum überraschen aller ein Tor für das chinesische Team. Das Tor weckte das deutsche Team auf: das chinesische Team ist ernst zu nehmen. Sie trainieren seit Jahren miteinander und sind eingespielt, im Gegensatz zu uns. Kurz vor der Halbzeit fiel das zweite Tor, jedoch auch wieder für das chinesische Team.

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Während der Halbzeit mussten sich alle Spieler erstmal abkühlen. Die Stimmung bei uns Deutschen war gekippt. Langsam aber sicher realisierten wir, dass dieses Spiel vielleicht nicht so gut für uns ausgehen wird. Ein Trost für uns war die Tatsache, dass das chinesische Team bisher noch nie gewonnen hatte und dieses Spiel das letzte für sie sein werde. Zumindest in dieser Konstellation, denn die meisten Spieler der Mannschaft würden dieses Jahr ihren Abschluss machen und die Universität verlassen, so erzählte es mir eine chinesische Studentin.

WechatIMG39Nach der Halbzeit ging es leider nicht gut weiter. Zwei weitere Tore fielen noch und zum krönenden Abschluss gab es noch einen Elfmeter für das chinesische Team. Letzten Endes ging das Spiel 0:5 für die chinesische Universitätsmannschaft aus. Da das ganze Spiel unter einem freundschaftlichen Aspekt stand, hat uns das Fußballspiel trotz Niederlage viel Spaß bereitet.

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Jeder Spieler hat zur Siegerehrung eine Medaille erhalten. Wir deutschen haben eine Silbermedaille erhalten und das chinesische Team natürlich die Gold-Medaille. Da ich mich gut mit ein paar der chinesischen Studenten verstanden habe, haben wir unsere Medaillen getauscht. Ich fand dies eine sehr schöne Geste und so kommt es, dass ich hier nun eine Gold-Medaille liegen habe.

Mich freut es, dass ich hier in der Zeit in Shanghai nicht nur neue Freunde aus ganz Deutschland finden konnte, sondern auch internationale, sowie chinesische Studenten kennengelernt habe. Diese Erfahrung macht das Auslandssemester auf jeden Fall noch viel mehr Wert!

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Vom Heldensein und kulinarischen Experimenten

Wir waren kaum von unseren eigenständigen Ausflügen vom langen Wochenende zurückgekehrt, da ging es schon direkt weiter nach Peking. Dieser Ausflug wurde von der Hochschule für uns organisiert. Auf uns wartete ein dreitägiger Trip in die chinesische Hauptstadt mit Besichtigung der Chinesischen Mauer und der Verbotenen Stadt.

Freitagmittag trafen wir uns alle am Hongqiao-Airport um die gemeinsame Reise anzutreten. Nach einem ca. Zweistündigen Flug sind wir in Peking gelandet und wurden von unseren Reiseleitern Amber und Collin empfangen. Anschließend fuhren wir zum Hotel, wo wir kurz Zeit zum ausruhen hatten, bevor es am Abend zum gemeinsamen Dinner ging. Es gab ganz traditionell: Peking-Ente. Obwohl wir am nächsten morgen sehr früh aufbrechen würden zur Chinesischen Mauer, haben wir es uns nicht nehmen lassen den Abend noch mit dem ein oder anderen Bier ausklingen zu lassen. Dies bot sich an, da nur wenige Gehminuten von unserem Hotel eine belebte Barstraße zu finden war.

Samstagmorgen, 7:30: Abfahrt zur Chinesischen Mauer

Nach einer kurzen Nacht, waren wir mehr als froh das wir noch zwei weitere Stunden im Bus schlafen konnten. Wir fuhren zu einem weiter nördlich gelegenen Abschnitt der Mauer, da dieser naturbelassener und weniger touristisch ist.

Bereits der Aufstieg auf die Mauer über einen Sessellift bot eine beeindruckende Aussicht über die grünen Berge und man konnte erstmals das Ausmaß der Mauer erahnen. Oben angekommen schossen wir schnell ein Gruppenfoto, bevor wir dann selbstständig die Mauer erklimmen konnten. Wir haben uns vorgenommen den steileren Abschnitt der Mauer zu besteigen, da hier weniger los war. Unsere Reiseleiter verabschiedeten uns noch mit den Worten: „Versucht bloß nicht das Ende der Mauer zu finden, dann seid ihr morgen noch unterwegs.“ Trotzdem haben wir es irgendwie geschafft so weit vorzustoßen, bis wir einen zugemauerten Wachturm erreichten. Der Durchgang war hier zu Ende, da die Mauer ab dieser Stelle bereits von der Natur zurück geholt wurde. Getreu den Worten von Mao „Bevor man die Chinesische Mauer erreicht hat, ist man kein Held“ wollten wir unser Heldendasein noch weiter ausbauen und haben uns von dem zugemauerten Durchgang nicht aufhalten lassen. Durch ein Fenster kletterten wir auf den abgelegenen Abschnitt der Mauer, wo wir durch Ruinen und viel Grün noch weiter nach oben aufstiegen. Stolze 99 Stockwerke später kamen wir auf einem zerfallenen Wachturm an, von wo sich uns eine atemberaubende Aussicht bot. Bedauerlicherweise war es an dem Tag sehr nebelig, trotzdem hat sich der Aufstieg sehr gelohnt.

Erschöpft von den vielen Stufen, kam uns der Abstieg mit einer Rodelbahn sehr gelegen. Ein paar unserer Jungs waren etwas übermotiviert, schnellstmöglich unten zu sein, so dass es zu einem Massencrash kam. Glücklicherweise sind alle mit ein paar blauen Flecken und Schürfwunden noch glimpflich davon gekommen.

Nach einem weiteren gemeinsamen Abendessen sind wir noch für ein spezielles „Dessert“ zu einem traditionellen Food Market gefahren. Dort gab es neben vielen traditionellen chinesischen Gerichten, auch ungewöhnliche „Delikatessen“ wie Insekten. Es gibt nichts, was es dort nicht gab: von Tausendfüßler über Seestern bis hin zum Skorpion war alles dabei. Besonders die Jungs waren probierfreudig, aber es gab auch einige tapfere Mädchen. Ich selber habe mich an Schlange probiert und es hat gar nicht so schlimm geschmeckt wie erwartet, sondern nur wie ein sehr knuspriger Kartoffelchip.

Glücklicherweise hat jeder die kulinarischen Experimente vom Vorabend gut überstanden und so konnten wir dann am Sonntag zum letzten großen Programmpunkt starten: Die Verbotene Stadt. Hier konnte man die Historie Chinas sowie klassische chinesische Architektur bewundern. Die Verbotene Stadt erreicht man über den Tian‘anmen-Platz, den größten befestigten Platz der Welt und der Grabstätte Mao Zedongs. Von hier aus gelangt man durch das „Tor des himmlischen Friedens“ in die Kaiserstadt. Die Stadt ist geprägt durch einen rechtwinkligen Aufbau und zahlreiche Paläste. Alles ist in kaiserlichen Gelb-/Goldtönen gehalten. Umgeben ist das Ganze von einer hohen Mauer und einem tiefen Wassergraben. Leider war es an diesem Tag sehr heiß und voll, so dass wir uns ein schattiges Plätzchen im Kaisergarten suchten, wo wir nach einem eigenständigen Rundgang unsere Zeit verbrachten.

Die Rückreise bestritten wir nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem High-Speed-Train. Meiner Meinung nach die bequemere Art innerhalb Chinas zu verreisen. Das chinesische Bahnsystem ist unglaublich gut organisiert und es kommt im Gegensatz zu Deutschland nicht zu Verspätungen, überfüllten Gleisen und Drängeleien im Kampf um einen Sitzplatz. Zudem sind die Züge sehr komfortabel und man hat sogar mehr Beinfreiheit als im Flugzeug. Da der Zug eine Spitzengeschwindigkeit von ca. 300km/h erreicht, waren wir bereits nach 4,5 Stunden wieder zurück in Shanghai.

Retter in der Not

In Shanghai bekommt jeder deutsche Student einen Study Buddy zugeteilt. Study Buddies sind chinesische Studenten der Shanghai University und sind unsere Ansprechpartner für das ganze Semester. Da hier auch alltägliche Situationen, wie z.B. der Gang in die Apotheke, zu einer Herausforderung werden können, ist es immer gut jemanden zu haben der einem helfen kann.

Wie wichtig die Study Buddies sind habe ich bei meiner Ankunft in Shanghai direkt hautnah erleben dürfen. Ich bin alleine nach Shanghai geflogen, sollte aber ungefähr zeitgleich mit einer Gruppe aus München ankommen. Dort sollten wir von einigen Buddies in Empfang genommen werden und gemeinsam zum Wohnheim fahren. Als ich aus dem Sicherheitsbereich rausging sah allerdings leider alles anders aus als es mir zuvor beschrieben wurde und ich konnte weit und breit niemanden mit einem Schild, welches uns Fresenius-Studenten begrüßen sollte, sehen. Nach langem Ausschauhalten wurde mir dann klar: „Irgendwas stimmt hier nicht.“ Mit Sack und Pack bin ich also losgelaufen mit nur einem Ziel: WLAN. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine chinesische SIM-Karte und daher war mein Handy ziemlich nutzlos, aber ich musste irgendwie in Kontakt mit den Buddies kommen. Zum Glück gab es am Flughafen englischsprachiges Personal, welches mir weiterhelfen konnte.

Leider war mein persönlicher Buddy zu meiner Ankunft nicht in Shanghai, aber hat mir den Kontakt von einem Freund gegeben: Timothy. Timothy (oder auch Timmy) hat sich schnell als „Über-Buddy“ von uns allen herauskristallisiert, da er auch privat noch viel mit uns unternehmen sollte. Im WLAN eingeloggt kontaktierte ich Timmy über WeChat, welcher mir glücklicherweise auch sofort antwortete. Leider war das Problem damit immer noch nicht gegessen, da wir lange gebraucht haben überhaupt erstmal herauszubekommen, wo ich mich befinde und was schief gelaufen ist. Ruckzuck waren dann auch noch zwei andere Buddies involviert mich zu suchen. Im Endeffekt stellte sich dann heraus, dass ich am falschen Terminal gelandet bin. Dort wurde ich dann eingesammelt und zu der anderen Gruppe gebracht.

Wenn man in einem ungewohnten Umfeld ankommt, wo man die Sprache nicht spricht und der zwölf-stündige Flug einem noch in den Knochen sitzt, ist es sehr beruhigend, wenn man jemanden hat an den man sich wenden kann, wenn etwas schief läuft.

Die Buddies verbrachten vor allem an den ersten Tagen viel Zeit mit uns. Sie halfen uns in Shanghai anzukommen und alles zu organisieren. Sie zeigten uns die Gegend, gaben uns Tipps zum Essen gehen, halfen uns vor allem beim essen bestellen, bestellten Taxis, haben Geld für uns bei den Banken umgetauscht und besorgten uns eine chinesische SIM-Karte, damit wir besser erreichbar sind.

Am Anfang dachten wir uns nur „Wie sollen wir jemals ohne die Buddies zurechtkommen?“ Glücklicherweise klappt das aber mittlerweile doch ganz gut. Die Buddies haben sich nach und nach etwas zurückgezogen, so das wir uns gut eingewöhnen konnten und nicht plötzlich alleine da standen. Vor allem mit Beginn der Uni wurde der Kontakt weniger und wir fingen an selbstständiger zu werden, da auch die Buddies nun wieder Vorlesungen hatten und ihr Alltag weiterging. Aber auch jetzt, nach dem wir über einen Monat hier sind, haben wir noch regelmäßig Kontakt. Manchmal sieht man sich auf dem Campus, aber auch sonst kann man sich immer per WeChat an seinen Buddy wenden. Egal ob es dabei um den Gang zur Apotheke, Essensbestellungen oder sogar Reiseplanung geht. Einige Buddies sind mittlerweile sogar fester Bestandteil unserer Gruppe geworden und gehen regelmäßig mit uns feiern, verreisen oder verbringen Zeit mit uns im Wohnheim. Es haben sich dabei richtige Freundschaften entwickelt.

Studieren in Shanghai

Nach einer aufregenden Culture Week beginnt nun auch für uns hier in Shanghai der Ernst des Lebens. Das Studentenleben in Shanghai ist bisher sehr spannend. Auch nach einem Monat entdecke ich immer wieder etwas Neues. Sei es auf dem Campus oder in der Stadt. Dieser Blogpost wird wahrscheinlich den echten Eindrücken, die ich bisher sammeln konnte nicht mal ansatzweise gerecht.

Unseren Stundenplan haben wir bereits ein paar Tage zuvor erhalten, sowie die Buspläne für die Fahrt von den Studentenwohnheimen des Baoshan Campus zum Jiading Campus. Alle unsere Vorlesungen finden auf dem etwas weiter außerhalb liegenden Jiading Campus statt.

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Die Weg zur Universität

Der Uni Tag beginnt normalerweise mit einer Busfahrt vom Baoshan Campus zum Jiading Campus. Die meisten Studenten wohnen in den Wohnheimen auf dem Baoshan Campus. Da ich etwas weiter in der Stadt wohne, muss ich mit der U-Bahn anfahren. Inzwischen hat sich das so eingependelt, dass ich an bestimmten Tagen mit dem Bus der Universität fahre und an anderen Tagen mit der U-Bahn. Es kommt meist drauf an, um wie viel Uhr die Vorlesung losgeht. Die Fahrt mit dem Universität Bus dauert je noch Verkehrslage 30 min. Mit der U-Bahn ist es ähnlich.

Campusleben in Shanghai

Am Jiading Campus angekommen, haben wir meist noch ein paar Minuten Zeit ein Getränk am Hub Café, ein kleines Café auf dem Campus, zu kaufen. Der Jiading Campus ist nicht sehr groß, jedoch gibt es einige Gebäude. Anfangs mussten wir die richtigen Gebäude suchen, da fast alles auf Chinesisch ausgeschrieben wird. Wir hatten jedoch eine Karte des Campus auf Englisch in den Culture Weeks erhalten. Inzwischen finden wir uns schon sehr gut zurecht.

Zwischen den verschiedenen Vorlesungen haben wir immer kleinere Pausen, die wir meistens zusammen verbringen. In größeren Pausen können wir auch den Campus verlassen und in der Innenstadt Jiadings essen gehen. Es gibt viele kleine Läden außerhalb des Campus. Wir probieren immer wieder neue Restaurants aus, auch wenn die Sprache ab und zu eine Barriere darstellt. Doch mit einer Übersetzungs App ist vieles einfacher hier. Außerdem spreche ich ein bisschen chinesisch, sodass mir das bestellen von Essen nicht allzu schwer fällt.

Zudem haben wir auch die Möglichkeit an verschiedenen sportlichen Aktivitäten teilzunehmen. Es gibt beispielsweise Sporthallen für Badminton oder auch Basketballplätze. Die Jungs bringen oftmals ihren eigenen Fußball mit und spielen in den Pausen auf dem Campus. Dabei sind sie oft eine Attraktion für die anderen chinesischen Studenten.

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Vorlesungen der Shanghai University

Wir haben Kurse mit anderen internationalen Studenten und auch Kurse mit nur Fresenius Studenten. Dabei sind alle Kurse auf Englisch.

Ich persönlich freue mich sehr über die Möglichkeit mit Studenten aus verschiedenen Ländern zusammen zu studieren. Beispielsweise haben wir Medien Psychologie mit Studenten aus aller Welt zusammen und gerade bei diesem Thema ist es interessant zu erfahren, wie die Medien anderen Ländern fungieren.

Die Vorlesungen sind oft sehr interaktiv gestaltet, da wir keine großen Gruppen sind. Außerdem ist es hier üblich neben den Vorlesungen und den Klausuren am Ende des Semesters, noch weitere Aufgaben zu meistern. Hier ist also auch viel Eigenarbeit zuhause gefragt. Meist sind es Gruppenprojekte mit anderen Studenten.

Studieren in Shanghai

Abgesehen vom Studenten Leben auf dem Campus ist das Studenten Leben in den Wohnheimen, sowie in der Stadt super spannend. Am Wochenende haben wir immer viel zu unternehmen. Von Stadtbesichtigungen bis hin zur Studentenparty. Ich bin sehr gespannt, wie es in der nächsten Zeit weitergeht. Ich weiß jedoch jetzt schon eins: Das Auslandssemester in Shanghai ist einer der besten Entscheidungen, die ich bisher getroffen habe.

Zurechtfinden im Großstadtdschungel

Wow, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Shanghai ist noch viel beeindruckender und vielseitiger als ich es mir je hätte vorstellen können. Ich bin jetzt seit zwei Wochen hier und kann es immer noch nicht glauben. Jeder Tag hier ist ein Abenteuer und man kann immer wieder etwas Neues erleben. Damit wir jedoch nicht im Großstadtdschungel untergehen hat die Fresenius eine „Culture Week“ für uns zur Orientierung organisiert. Diese umfasst alles von Sightseeing, Organisatorischem, gemeinsamem Essen bis hin zu Unternehmensbesichtigungen.

Nachdem wir uns am Wochenende alle langsam im Wohnheim eingerichtet haben, ging es am Montagmorgen gemeinsam zum Jiading Campus, wo unsere Vorlesungen stattfinden werden. Dort wurden wir herzlich von einigen Buddies, Dozenten und unserer Ansprechpartnerin Alice begrüßt. Anschließend haben wir eine kleine Campusführung von den Buddies bekommen, damit wir uns zum Vorlesungsbeginn nächste Woche alleine zu recht finden können. Abgerundet wurde der Vormittag noch mit einem gemeinsamen Essen in der Kantine. Am Nachmittag ging es weiter in die Jiading Oldtown – nur einen Fußmarsch entfernt vom Campus. Dort besichtigten wir zu erst einen Confucius Temple und sind dann weiter in die Jiading Old Street. Hier gab es viele kleine chinesische Boutiquen und Streetfood. Damit war der Tag für uns auch schon wieder zu Ende und wir sind zurück zum Wohnheim gefahren.

Am Dienstag gab es nur einen großen Programmpunkt: Besichtigung des VW-Werks in Shanghai. Nach einer kurzen Busfahrt kamen wir am Unternehmen an. Zum Einstieg wurde uns ein Film über den Standort Shanghai gezeigt. Nun wurde es spannend: Wir wurden mit einem kleinen Shuttle durch die Produktionshallen von VW gefahren. Leider durften wir keine Fotos machen, aber es war wahnsinnig beeindruckend die großen Maschinen und komplizierten Prozesse aus der Nähe zu beobachten. Am Abend ist eine kleine Gruppe von uns mit den Buddies Richtung Stadt gefahren zum Hot-Pot essen. Hot-Pot ist eine Art Fondue. Man hat eine große Suppenschüssel in der Mitte des Tisches, in der man von Gemüse bis Fleisch alles kochen kann.

Mittwoch ging es zurück zur Uni, da noch einiges an Organisatorischem geklärt werden musste. Zu erst erklärten die Buddies uns den chinesischen Uni-Alltag mit allen Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Dann wurden unsere Unterlagen die zur Anmeldung an der SHU benötigt werden eingesammelt. Außerdem haben wir unsere Studentenausweise bekommen und hatten die Möglichkeit Bücher zu kaufen.

Für Donnerstag war ein weniger straffes Programm angesetzt. Morgens hatten wir die Möglichkeit das Wohnheim zu bezahlen. Der restliche Tag stand uns zur freien Verfügung. Lediglich am Abend war ein gemeinsames Abendessen geplant, aber dazu später mehr. Ich habe mich mit einer kleinen Gruppe auf in Richtung Stadt gemacht. Dort haben wir den Kunstkomplex M50 besichtigt. Das ist ein kleines Industriegelände mit vielen kleinen Galerien, in denen Künstler ihre Werke ausstellen. Hier ist für jeden etwas dabei: Gemälde, Skulpturen, Fotografie. Im Anschluss sind wir in den Nahe gelegenen Jade Buddah Temple gegangen. Hier gab es wunderschöne alte chinesische Architektur und eindrucksvolle Statuen zu bestaunen, während sich im Hintergrund die Hochhäuser Shanghais in den Himmel streckten. Weiter ging es in das französische Viertel, wo wir viele coole Bars und Cafés gefunden haben (Pro-Tipp: Nehmt euch immer die Visitenkarte von einem Restaurant mit, wenn es euch gefällt, sonst findet ihr den Laden nie wieder). Der Tag verging mal wieder unglaublich schnell und schon stand das gemeinsame Abendessen mit der Fresenius an. Es ging für alle in das Paulaner Brauhaus, für ein bisschen Heimatgefühl. Das Menü bestand aus einer Waldpilzsuppe, Schnitzel und Birnenkuchen. Mit vollgeschlagenem Bauch ist der Großteil von uns in die Bar Rouge gefahren, um dort den Abend ausklingen zu lassen. Die Bar Rouge ist eine Rooftop-Bar am Bund mit perfektem Blick auf die Skyline von Shanghai. Leider haben wir die Lichter der großen Türme verpasst, da diese um 22 Uhr ausgeschaltet werden. Aber die Aussicht war trotzdem spektakulär und wir hatten einen schönen Abend.

Die Woche verging wie im Flug. Es ist schon Freitag und damit der letzte Tag der Culture Week. Heute steht erneut Sightseeing auf dem Plan, aber diesmal geht es in die Innenstadt. Erster Halt war die chinesische Altstadt Shanghais inklusive eines Besuchs im Yu-Garden. Hier sieht es so aus, wie man es sich in China vorstellt: viele kleine Gassen, Koi-Fische und tempelartige Bauten. Als nächstes stand ein gemeinsames chinesisches Mittagessen an, bevor wir einen kleinen Abstecher in das französische Viertel machten. Gestärkt von einem Kaffee sind wir zum Fake-Market gefahren. Der Fake-Market besteht aus einer Ladenstraße in einer Art Fabrikgebäude. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt: Taschen, Schuhe, Uhren, Elektronik, Kleidung und Accessoires. Obwohl viele von uns bereits fündig geworden sind, werden wir auf jeden Fall noch mal wiederkommen, da wir längst nicht alles geschafft haben. Der nächste Programmpunkt war wieder einmal essen. Diesmal direkt am Bund. Leider hatten wir auf Grund des dichten Verkehrs in der Stadt etwas Verspätung und hatten keine Zeit uns die Skyline (dieses mal sogar beleuchtet) anzugucken. Trotzdem hat sich eine kleine Gruppe von uns den Moment nicht nehmen lassen und wir sind schnell die Promenade hoch gelaufen. Beim Anblick der Skyline und den vielen Lichtern hat es mir die Sprache verschlagen. Ich habe mich zum ersten mal richtig angekommen gefühlt und konnte es gleichzeitig nicht fassen, dass ich tatsächlich hier bin und diese wunderschöne, aufregende Stadt nun mein Zuhause nennen darf. Ein Moment, an den ich mich wahrscheinlich immer erinnern werde. Leider wurde ich schnell aus meiner Trance herausgerissen, da der nächste und letzte Programmpunkt auf uns wartete: eine Akrobatik-Show. Die vielen Kunststücke und Performances bildeten einen entspannten Abschluss für einen ereignisreichen Tag.

Dank der Culture Week, habe ich nun das Gefühl die wichtigsten Ecken der Stadt einmal kennengelernt zu haben und fühle mich jetzt bereit das Abenteuer Auslandssemester alleine zu meistern. Jegliche Bedenken, im Großstadtdschungel verloren zu gehen, sind weg und ich fühle mich hier bereits nach den ersten Wochen wie zu Hause.

… Klausurenphase auf Chinesisch

Durch die vielen neuen Eindrücke verging die Zeit quasi wie im Flug, weshalb es schwer zu erklären war, dass wie aus dem nichts die Abschlussprüfungen auf der Agenda standen.

Vorweg kann ich jedem möglichen Interessenten eines solchen Auslandsaufenthaltes die Angst vor der Zeit nehmen, die auch bei uns an der heimischen Universität für Unbehagen sorgt und einem manchmal fürchten lassen überhaupt noch genug Schlaf zu bekommen. Natürlich muss man auch hier in Shanghai für die Klausuren lernen, aber sie gehen im Gegensatz zu den gewohnten Klausuren nur zu etwa 40% in die Endnote ein. Die übrigen 60% ergaben sich jeweils aus 10% Anwesenheit & Mitarbeit und 50% Projektarbeiten, wie zB. Präsentationen, welche sich über das gesamte Semester verteilten. Somit sicherte eine gute akademische Leistung innerhalb des Semesters ein Bestehen des Kurses. Im Schnitt schrieb jeder Teilnehmer 5-6 Klausuren innerhalb eines Zeitraumes von 5 Tagen. Jede dieser Klausuren dauerte 1-2 Stunden und beinhaltete unterschiedliche Aufgabentypen, wie etwa Multiple Choice Questions, True/False Questions und Essay Questions. Jedoch hatten wir neben den Klausuren auch noch normalen Unterricht und Abschlusspräsentationen, wie bereits in der Aufteilung der Leistungserbringung erwähnt. Das straffe Program begründete sich in einer Ausnahmeregelung für die deutschen Studenten. Da die Studienzeiten und somit auch die Termine für die Klausuren kurz vor Anfang des Semesters eine Woche nach hinten verschoben wurden, die meisten deutschen Kommilitonen jedoch schon längst Rückflüge gebucht hatten, endete das Semester für uns eine Woche vor dem offiziellen Ende. Dieser Kritikpunkt ist jedoch auch der einzige, den ich an der Organisation herausstellen möchte. Ansonsten war die gesamte Klausurenphase manchmal schon begünstigend akribisch, genau bis in den letzen Winkel geplant.

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Wie auf dem obrigen Bild zu erkennen, stand für jeden Raum eine genaue Sitzordnung bereits fest, die im Vorhinein von der Koordinatoren vor Ort in der gemeinsamen „wechat“ Gruppe geteilt wurde. Genau so wie die folgenden Spielregeln preisgegeben wurden:

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Nach der letzten Klausur am Freitag Vormittag, folgte um 12:00 die Stipendiumsvergabe. Hier wurden die 6 ehrenwertesten Studenten aus aller Welt für ihr akademisches und soziales Engagement an der Shanghai university geehrt. Neben einen kleinen finanziellen Obolus bekam jeder Stipendiat eine Urkunde, welche eine tolle Errinerug an die Zeit in Shanghai ist. Am anschließenden Abend gingen wir, als inzwischen eingeschworene Gemeinschaft, die sich schätzen und vertrauen gelernt hatte ein letztes Mal zusammen aus und feierten gemeinsam das Ende der Semesters… ein sehr prägendes Kapitel unseres Lebens. Zu diesem Anlass wäre wohl kein besserer Club geeignet gewesen als das M1nt. Einer der exklusivsten Clubs der Stadt. Mit Blick über die gesamte Stadt lässt es sich hier zu sanften Elektrobeats ohne Probleme gut gehen. Für Überraschungen, wie einem Haifischbecken neben der Tanzfläche ist ebenfalls gesorgt. Als krönder Abschluss wurden wir auf dem gigantischen LED-Bildschirm hinter dem Dj-Pult ein letztes Mal verabschiedet…

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