Time to get started !

Heute geht es tatsächlich los: mein erster Tag an der UTS. Ich betrete Building 1, den UTS-Tower, (welcher übrigens zum „ugliest building“ in Sydney gewählt wurde) und mache mich auf die Suche nach der „Great Hall“, in der meine erste Orientation Week Veranstaltung stattfinden wird. Wie es für mich typisch ist, verlaufe ich mich natürlich als erstes. Es dauert jedoch keine zwei Minuten bis jemand meine orientierungslosen Blicke bemerkt und mir seine Hilfe anbietet. In diesem Moment bin ich sehr überrascht über diese Freundlichkeit, ich werde jedoch in den nächsten Wochen noch feststellen, dass es hier üblich ist, dass jeder hier zuvorkommend und hilfsbereit ist. Es scheint fast so, als ob die Leute hier nur warten würden, nach dem Weg oder etwas anderem gefragt zu werden.

Nach diesen kleinen Startschwierigkeiten betrete ich die große Halle und bin begeistert: der Raum ist wirklich unglaublich. Allein die Decke ist ein Kunstwerk für sich. Nachdem auch die übrigen Studenten ihren Platz gefunden haben, gehen die Lichter aus und die Veranstaltung beginnt. Als kleine Einstimmung auf unsere Zeit in Australien tritt als erstes eine Gruppe Aboriginals auf, die uns ihre traditionelle Musik auf ihren Didgeridoos vorspielen und dazu tanzen. Die Musik ist zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber der Auftritt ist wirklich gelungen, insbesondere als auch die Zuschauer zu einem gemeinsamen Tanz auf die Bühne gebeten werden.

Nachdem die Vorführung vorbei ist, betritt ein sehr langweilig wirkender Professor die Bühne. Er trägt Schnauzbart und Brille und spricht mit einem starken britischen Akzent. Er stellt sich als Leiter der Forschungsabteilung vor und beginnt seinen Vortrag über all die neuen Erfindungen und Entdeckungen, die an der UTS gemacht wurden, eine spannender und fortschrittlicher als die andere. Das Innovativste von allen: der Universität ist es gelungen, eine Kontaktlinse zu entwickeln, die quasi wie ein Smartphone die Umgebung abscannen kann und durch zweimaliges Zwinkern Informationen zu dem Gebiet anzeigen kann, in dem man sich gerade aufhält. Das Ganze wird unterstützt durch viele verschiedene Bilder zu Aufbau und Funktionsweise der Linse. Er erklärte uns, dass es bereits ein ähnliches Projekt in Stockholm gibt und dass sich das Projekt der UTS im Moment noch in der Beta-Testphase befindet. Als der Professor nach Freiwilligen frägt, die die Linse gerne testen würden, heben beinahe alle Studenten die Hand, mich eingeschlossen. Plötzlich gehen die Lichter auf der Bühne aus und jemand beginnt mit leuchtenden Bällen zu jonglieren. Als die Lichter wieder angehen sehe ich, dass es der merkwürdig wirkende Professor ist, der mit den Bällen jongliert, mit der kleinen Ausnahme, dass er sich äußerlich sehr verändert hat. Schnauzbart und Brille sind verschwunden und auch den britischen Akzent hat er abgelegt. Er erklärt, dass er uns die ganze Zeit auf den Arm genommen hat und auch das Projekt komplett erfunden war. Mir ist es ein wenig peinlich, dass ich ihm tatsächlich die Geschichte abgenommen habe, aber ab diesem Moment hat er unsere volle Aufmerksamkeit und das Publikum ist begeistert. Anschließend erklärt er uns auf eine lustige Art und Weise, wie das Leben hier funktioniert. Nicht nur die üblichen Regeln, auch Themen wie Alkohol und sexuelle Belästigung werden offen angesprochen. Es ist wirklich eine sehr moderne und effektive Art uns auf die Gefahren aufmerksam zu machen und wirklich zum Zuhören zu bewegen. Nachdem diese erste Veranstaltung vorbei ist, bin ich fast ein wenig enttäuscht, ich hätte auch noch länger zuhören können.

Neben dieser Veranstaltung besuchte ich noch viele weitere, wie zum Beispiel „Secrets of Success“ oder „How to write an Essay“. Auch Touren über den Campus und die Bibliothek werden angeboten. Man musste sich zwar zuvor für die verschiedenen Veranstaltungen online anmelden, ich habe jedoch auch viele Events, die sich interessant angehört haben, ohne Anmeldung besucht. Beinahe alle davon waren sehr hilfreich und spannend und ich kann jedem von euch nur ans Herz legen, so viel wie möglich von den Orientation Weeks mitzunehmen. Bei den Veranstaltungen wird ein sehr großer Wert auf Mitarbeit gelegt und die Studenten werden mit verschiedenen Anreizen dazu motiviert. In einem Event wurde beispielsweise ein IPad an die Person verschenkt, die sich dazu bereit erklärt hat, eine Frage auf der Bühne zu beantworten. (Also aufgepasst, Mitmachen lohnt sich hier wirklich).

Aufgrund der vielen Veranstaltungen war mein Terminkalender in der ersten Woche ziemlich voll. Doch auch jetzt schon beginnen die ersten Lectures (Vorlesungen), die Tuturials bleiben uns jedoch in der ersten Woche noch erspart. Ich belege insgesamt vier Kurse: „Managing People and Organizations“, „Understanding Organizations – Theory and Practice“, „Management Consulting“ und „Intercultural Communication“, über die ich in meinem nächsten Blog noch mehr berichten werde.

Ich habe sehr viele neue Eindrücke in dieser ersten Woche gesammelt und auch schon die ersten Freundschaften geschlossen. Dennoch wird es noch eine Weile dauern, bis ich mich richtig eingelebt habe und zurechtfinde. Da ich mich bisher beinahe immer auf der Suche nach Gebäuden verlaufen habe, hat mir einer meiner Kommilitonen hier einen super Tipp gegeben: die Lost On Campus App. Mit dieser App kann man nach den verschiedenen Gebäuden der UTS suchen und wir auf den schnellsten Weg dorthin navigiert. Seitdem nutze ich sie fast täglich und komme immer an meinem gewünschten Ziel an.

Am Ende der Woche habe ich mich entschlossen, mit ein paar Freunden an den Bondi Beach zu fahren. Bisher habe ich ausschließlich die Großstadt gesehen und bin wirklich gespannt, endlich das offene Meer zu sehen. Wir sind extra um fünf Uhr in der früh aufgestanden um den Sonnenaufgang beobachten zu können und trotz großer Müdigkeit hat es sich wirklich gelohnt. Als ich mit geschlossenen Augen am Strand liege während die Sonne langsam über den Felsen aufgeht, fühle ich zum ersten Mal, dass ich tatsächlich in einem anderen Land angekommen bin. Im Moment ist es noch relativ kalt, vor allem wegen dem starken Wind, aber ich bin mir sicher, dass ich im Sommer sehr viel Zeit hier verbringen werde. In den kommenden Wochen haben wir außerdem Ausflüge nach Byron Bay und in die Blue Mountains geplant, die ich in meinem nächsten Einträgen ausführlich beschreiben werde.

Bis zum nächsten Mal !

 

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Das Abenteuer beginnt!

Wow, heute ist es tatsächlich so weit. Es geht los in Richtung Sydney. Ich bin überrascht, als das Kribbeln in meinem Bauch immer heftiger wird. Eigentlich habe ich mich die letzten Wochen und Monate sehr viel mit meinem Auslandssemester in Sydney beschäftigt und auch die Zusage der UTS sowie das Abflugdatum waren schon relativ lange bekannt. Dennoch steigt die Aufregung in mir immer mehr an. Auf dem Display im Flugzeug sehe ich, welche Strecke ich noch zurücklegen muss, bis ich endlich an meinem Ziel ankommen werde: Australien! Für mich geht es von München nach Abu Dhabi, von dort aus nach Brisbane und anschließend endlich zum Flughafen Sydney. Doch bis dahin liegen noch 26 lange Stunden Flug vor mir.

Seit ich an der Hochschule Fresenius begonnen habe zu studieren, war es mein Traum, ein Semester im Ausland zu verbringen. Jetzt, wo ich so kurz davor stehe, mischt sich die Freude und Aufregung trotz alledem mit ein wenig Kummer. Nicht etwa, weil ich traurig bin von zuhause weggehen zu müssen. Ganz im Gegenteil, ich denke es ist wirklich wichtig, so viele neue Eindrücke von der Welt zu sammeln, wie es nur geht. Insbesondere wenn sich einem eine derartige Möglichkeit eröffnet. Nein, ich bin ein wenig bedrückt, weil diese tolle neue Erfahrung gleichzeitig bedeutet, vier lange Monate von meinem Freund getrennt zu sein, den ich in den letzten drei Jahren beinahe jeden Tag um mich hatte. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass alles gut gehen wird und Distanz die Liebe nur stärker macht.

Ich bin übrigens Ann-Kathrin und bevor ich meine heutige Reise angetreten habe, habe ich am Standort München Wirtschaftspsychologie studiert. Ich nehme euch in den nächsten vier Monaten mit auf mein Abenteuer in Sydney und teile meine Eindrücke mit euch.

Nachdem ich endlich zusammen mit drei anderen Mädchen von meinem Standort am Flughafen in Sydney angekommen bin, geht es mit dem Taxi in Richtung Wohnheim. Normalerweise wird von der UTS in den ersten Tagen ein Shuttle-Service vom Flughafen aus angeboten. Da wir dort aber erst um halb 11 abends angekommen sind, war es dafür leider zu spät. Während der Taxifahrt schaue ich aus dem Fenster und versuche zu realisieren, dass ich nun tatsächlich in Australien bin. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich das wirklich verarbeitet habe und auf den ersten Blick sieht die Stadt gar nicht so anders aus wie zuhause. Es ist nur leider viel kälter. Aber das ist natürlich nichts Ungewöhnliches, schließlich ist  im Moment Winter in Australien und im Vergleich zu dem Winter in Deutschland ist es hier noch relativ warm. Am Wohnheim angekommen bekomme ich die Karte für meine Apartment (Ja richtig, Schlüssel gibt’s hier nicht. Generell ist alles sehr modern hier.) Ich lebe ab jetzt im Wohnheim Gumal Ngurang in einem mixed 4-shared Zimmer, das heißt ich teile mir mein Apartment mit einem anderen Mädchen und zwei Jungs. Der Name des Wohnheims ist in aboriginal und bedeutet so viel wie freundlicher Ort.

Als ich das erste Mal die Tür meines Apartments öffne, bin ich begeistert: Es fühlt sich sofort an wie mein neues Zuhause. Ich sehe mich um und beginne meine Room-Tour durch meine neue Wohnung.

Der erste Raum ist unser Wohnzimmer und unsere Küche zugleich. Wir haben ein Sofa, Stühle, einen Tisch und einen Fernseher. Sofort schießt mir ein Bild von zukünftigen gemeinsamen Abendessen und Filmeabenden mit meinen neuen Flatmates durch den Kopf. In der Küche steht eine Küchenzeile mit Herd und Mikrowelle und ein Kühlschrank. Um alles Übrige, wie Besteck, Teller, Pfannen usw., muss man sich selbst kümmern. Es gibt jedoch in den ersten Tagen die Möglichkeit, diese Dinge im Eingangsbereich des Wohnheims zu ergattern, da viele Studenten ihre Sachen nach Ende des Semesters nicht mehr brauchen und ihren Nachfolgern umsonst zur Verfügung stellen. Man sollte jedoch schnell sein, da die besten Dinge auch am schnellsten weg sind. Am Ende des Apartments befinden sich eine Toilette und ein Badezimmer mit einer Dusche, welche ich mir mit meinen Mitbewohnern gemeinsam teile.

Jetzt wird es spannend. Ich öffne zum ersten Mal die Tür zu meinem Zimmer. Dort finde ich mein Bett, (nur Gestell und Matratze. Es empfiehlt sich gleich an der Rezeption nach Bettzeug zu fragen oder welches im Shopping Center zu kaufen, da ansonsten die erste Nacht sehr kalt werden dürfte.). Außerdem habe ich einen großen Kleiderschrank mit riesigem Spiegel, einen Schreibtisch und ein kleines Regal. Es ist nicht luxuriös, aber insgesamt sehr schön und ich bin mir sicher, dass es sich hier gut leben lässt.

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Nachdem ich mein Zimmer erkundet habe, fahre ich mit dem Aufzug in das oberste Stockwerk des Gebäudes, da mir bei meiner Ankunft gesagt wurde, dass es hier geniales Rooftop geben soll. Auch hier werden meine Erwartungen nicht enttäuscht. Das ganze Stockwerk ist ein Aufenthaltsraum für die Studenten. Es gibt einen Billiardtisch, Couchen, einen Spielautomaten und sogar eine kleine Küche. Zudem befindet sich hier ein Raum mit Waschmaschinen und Trocknern für unsere Wäsche. Das Beste erwartet mich jedoch, als ich auf die Dachterrasse gehe: ein riesiger Außenbereich mit Sitzmöglichkeiten, eigenen Fitnessgeräten und einem atemberaubenden Ausblick auf die Stadt und das UTS Broadway Building. Ich betrachte das riesige Gebäude und mich überkommt ein wenig das Gefühl von Stolz. Es ist schon etwas Besonderes, jetzt ein Teil dieser riesigen Organisation sein zu dürfen.

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Zurück in meiner Wohnung erwartet mich die nächste positive Überraschung, als ich meine Mitbewohner treffe. Alle drei kommen aus unterschiedlichen Ländern und wir verstehen uns auf Anhieb super. Wir sind eine Polnisch-Mexikanisch-Japanisch-Deutsche-WG und das ist wirklich ein glücklicher Zufall, da wir somit alle gezwungen sind, uns in Englisch zu verständigen. Alle hier sind neu und somit sehr offen neue Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. Ich bin darüber sehr erleichtert, da ich mir schon ein wenig Sorgen gemacht habe, wie meine Mitbewohner wohl sein werden und ob wir uns gut verstehen werden. Ich glaube jedoch, dass es anfangs den meisten hier so ergeht und am Ende meines ersten Tags, ist diese Sorge bereits vergessen. Morgen starten die Orientation Weeks. Das ist die UTS-Version der „Ersti-Wochen“ und dient dazu, dass sich die neuen Studenten kennlernen und sich in der Uni zurecht finden. Ich bin gespannt, was mich dort erwarten wird und werde euch darüber in meinem nächsten Blog auf dem Laufenden halten.

See you !

 

 

Letzte Woche in Sydney: Praktikum bei einem Fernsehsender

In meinem letzten Blogeintrag geht es um meine Erfahrungen beim Channel Seven, einem privaten Fernsehsender in Sydney. Ich hatte die Möglichkeit, eine Woche bei der Morning Show zu sein.

Wir internationale Studenten können einen Monat länger nach dem Semester bleiben. Neben Reisen können wir auch ein wenig Geld verdienen oder Praktika machen. Die UTS bietet mit dem Career Service Unterstützung bei der Suche nach Stellen und hilft mit dem Gestalten des Lebenslaufes. Ich habe während des Semesters die meisten Möglichkeiten dazu genutzt; ich war bei Workshops und Events, um Kontakte zu knüpfen und einen Eindruck vom Arbeitsleben hier zu bekommen.

Der Kontakt zum Seven Network ist über einen Dekan der UTS entstanden, den ich auf einer Messe angesprochen hatte. Danach ging alles sehr aussie-style: eine Mail und dann direkte Zusage, ganz entspannt. Ich sollte mich einfach eine Woche vor Beginn nochmal melden. Ich bin bei der Produktion der Morning Show gelandet, eine tägliche Talkshow, die zum großen Teil aus kommerziell-gesponserten Clips besteht.

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In Australien gibt es öffentlich-rechtliche  (ABS, SBS) und private Sender (Channel Seven, Channel Nine, Channel ten). Channel Seven oder auch Seven Network ist ein privater Sender, mit Studios in (fast) allen Städten hier. In Sydney befindet sich das Büro im CBD, am Martin Place. In diesem Bereich der Stadt sind viele internationale Banken, Versicherungen, Consulting Firmen etc. Das heißt: sehr beschäftigte Anzugträger und -trägerinnen. Eine gnaz andere Atmosphäre als in Central und Ultimo (UTS/ Housing) oder den anderen Suburbs.

Seven Network hat ein Studio, dieses wird im Minutentakt umgebaut für die verschiedenen Segmente der Sendungen. Es herrscht große Routine: Verschieben der Hintergründe, Kameras, Moderatorentische und -stühle, Lichtstimmungen und Dekorationen; Gäste kommen und gehen, haben ihren ca. 5 minütigen Auftritt vor der Kamera, es werden Bilder für Social Media gemacht und immer so weiter.

Meine Woche sah so aus: morgens saß ich mit in der Regie und konnte die Abläufe und Kommunikation beobachten; es war interessant, denn die Stimmung änderte sich sehr schnell, je nachdem wie „wichtig“ die Gäste waren oder wenn die Abläufe verschoben wurden. Danach nahm ich am Meeting für den nächsten Tag teil, in dem die Redakteure den Moderation und dem restlichen Team die Gäste und Fragen vorstellten. Nach der Mittagspause (sehr viele Möglichkeiten, gut zu essen, denn  Martin Place unterbaut mit vielen Restaurants und Cafés) half ich bei der Recherche für kommende Stücke.

Die Kommunikation im Team ist sehr routiniert, jeder hat feste Verantwortungsbereiche. Die Atmosphäre war sehr familiär, alle arbeiteten schon lange zusammen, sie sprechen in den Abkürzungen und Insidern. In der Regie wird ständig gesprochen („10 seconds left“, „wrap – hard wrap!“ wenn die Moderatoren zu lange reden); die Regisseurin gibt Anweisungen, welche Kamera on Air geht, Bildmischerin drückt die Knöpfe. Andere sind verantwortlich für das Einhalten der Zeit, Recherche von News oder Formulieren der Texte. Zeitdruck steht im Vordergrund, denn die Sendung ist um die gesponserten Clips und zusätzliche Werbeunterbrechungen aufgebaut. In Werbepausen wird umgebaut oder voraufgezeichnet.

Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit für dieses kurze Praktikum hatte und einen Einblick in das Aussie-Fernsehen bekommen habe. Jetzt geht es ans Packen, denn nächsten Dienstag müssen wir ausziehen.

Naja, jetzt heißt es für uns alle, Abschied nehmen und weiterziehen. Wir sind alle ganz traurig, denn wir hatten eine tolle Zeit, unglaubliche Erfahrungen in einem tollen Land, einer einzigartig schönen Stadt und einer Uni, die sehr viele Möglichkeiten bietet.

Goodbye mates,

Thea

P.S.: Das Beitragsbild ist am Bondi Beach entstanden. Es ist momentan „Wal Saison“. Wenn man an der Küste langläuft, kann man oft Wale und Delphine beobachten. Tipp: nach Hubschraubern und den Whalewatching Booten Ausschau halten. Es wird gemunkelt, dass ein weißes Walkalb mit Mutter hier unterwegs ist.

 

Der Alltag und Ausflugsziele

Wie in meinem letzten Beitrag geschrieben, möchte ich euch heute ein wenig über verschiedene Themen berichten. Zum einen über das alltägliche Leben in New York City und zum anderen über zwei Ausflugsziele welche ich besucht habe und euch sehr empfehlen kann. Anfangen möchte ich mit dem alltäglichen Leben.

Wie wahrscheinlich überall auf der Welt, kehrt natürlich auch hier in New York nach ein paar Monaten eine gewisse Art von Alltag ein. Selbstverständlich hat die Stadt unendlich viel an verschiedensten Dingen zu bieten und mit Sicherheit haben ich und die anderen Kommilitonen bisher erst einen Teil davon erlebt, doch besteht unser Leben hier natürlich nicht nur aus Uni und Freizeitaktivitäten. Die alltäglichen Dinge wie z.B. Einkaufen gehen oder einfach von einem zum anderen Ort der Stadt kommen, gehören genauso dazu. Nun mag einem das auf den ersten Blick banal und nicht wirklich der Rede wert vorkommen, doch gibt es auch hier ein paar Unterschiede zu dem wie wir es aus Deutschland kennen.

Einkaufen (Lebensmittel) gehe ich meistens bei Trader Joes oder Whole Foods. Beides sind Supermarktketten, welche sich überall in den USA finden lassen. Trader Joes ist von der Ausrichtung am ehesten vergleichbar mit Aldi. Whole Foods hingegen ist mehr auf nachhaltige und gesunde Lebensmittel ausgerichtet. Preislich liegt Whole Foods zumeist über Trader Joes. Wobei man ehrlicherweise hier bei beiden Ketten nicht mit einem deutschen Preisniveau rechnen darf. New York City gehört zu den teureren Städten auf der Welt. Dies schlägt sich natürlich auch hier nieder. Wobei es nicht so drastisch ist, wie wenn ihr zu einem der kleineren Shops in den typischen Touristengegenden geht (z.B. am Times Square). Dies solltet ihr tunlichst vermeiden, da hier nochmals teils deutliche Preisaufschläge genommen werden. Schaut am Besten wo bei euch in der Gegend die „Locals“, also die New Yorker, einkaufen gehen. Diese wissen zumeist, wo es das beste Preis- Leistungsverhältnis gibt.

Im Gegensatz zu den aus dem Fernsehen bekannten riesigen Supermärkten welche sich in anderen, eher ländlicheren Teilen der USA finden lassen, sind die Supermärkte hier in New York aufgrund der dichteren Bebauung kleiner als man denken würde. Dies zeigt sich dann auch insbesondere zu den Hauptzeiten beim Kundenandrang. Spät Nachmittags gegen 17 Uhr, kann die Warteschlange vor den Kassen im Trader Joes sich schon mal durch fast den gesamten Laden schlängeln. Wo ich in Deutschland wahrscheinlich auf der Stelle umkehren würde, da ich mit ewigen Wartezeiten bis zur Kasse rechnen müsste, brauche ich mir hier in New York jedoch keine Sorgen machen. Die Schlange bewegt sich meistens sehr schnell voran, sodass man nicht lange warten muss. Dies liegt an der hohen Anzahl an Kassen (oftmals bis zu 25-30 Stück) und an der guten (aus meiner Sicht fast schon übertriebenen) Organisation. Bei Trader Joes sind zu Hauptzeiten vier Mitarbeiter nur dafür zuständig, die Warteschlange in eine sehr geordnete Bahn zu lenken. Dies führt dazu, dass ich es niemals erlebt habe, dass irgendein Ärger oder eine Meinungsverschiedenheit zwischen wartenden Kunden auftrat.

Was die Auswahl an Lebensmitteln gibt, kann man so gut wie alles bekommen, was wir auch aus Deutschland kennen. Natürlich gibt es ein paar Unterschiede. So kennen die US Amerikaner zum Beispiel keinen Quark. Allerdings findet sich für solche Fälle in der Regel immer ein ähnliches Produkt (z.B. griechischer Joghurt). Ein weiterer Unterschied sind die Packungsgrößen. Viele Dinge, sowohl im Lebensmittelbereich als auch im Drogeriebereich, lassen sich in wesentlich größeren Packungseinheiten als in Deutschland kaufen. Dies resultiert oftmals in einem Preisvorteil.

Eine Sache, die ich Euch sehr empfehlen kann, ist die Selbstbedienungsbar mit warmen und kalten Speisen bei Whole Foods. Hier bekommt ihr eine riesige Auswahl an verschiedensten Dingen. Von Salat über Fleisch und Fisch bis hin zu Sushi. Dieses könnt ihr euch nach Belieben selbst zusammen stellen. Hier habe ich oft etwas gegessen und wurde nie enttäuscht. Grundsätzlich kann ich euch beide Supermarkt Ketten empfehlen. Was einem mehr liegt, entscheidet dann der persönliche Geschmack.

Ein weiterer Punkt über den ich etwas berichten möchte ist die New Yorker U-Bahn (New York Subway). Die Subway ist wohl das am meisten genutzte Verkehrsmittel in dieser Stadt. Dies liegt zum einen daran, dass es am preiswertesten ist (verglichen mit z.B. einem eigenen Auto oder Taxi / Uber) und zum andern, dass die Wahrscheinlichkeit an seinem Ziel pünktlich anzukommen am höchsten ist. Ich schreibe mit Absicht von einer Wahrscheinlichkeit, denn auch die Subway hat ihre Nachteile. Man muss wissen, dass das New Yorker U-Bahn System eines der ältesten der Welt ist. Leider wurde es sehr lange versäumt zu investieren, was sich nun in zahlreichen Baustellen (und damit Zugausfällen und Umleitungen) sowie recht regelmäßigen Störungen auswirkt. Es kann durchaus vorkommen, dass ihr am Bahnsteig steht und auf der Anzeige wann der nächste Zug kommt nur ein „Delay“ angezeigt wird. Das kann dann viel Bedeuten. Von drei vier Minuten bis zu 30 Minuten habe ich alles erlebt. Gerade in den Rush Hour Zeiten endet dies dann natürlich in Bahnsteigen, auf denen man vor Menschenmassen nicht mehr gehen kann. In der Regel kommt man jedoch gut von A nach B. Zur Hauptverkehrszeit kommen Züge alle zwei bis vier Minuten. Wichtig ist zu beachten, auf den richtigen Bahnsteig und in den richtigen Zug einzusteigen. Es gibt sogenannte Uptown und Downtown Züge. Also welche die Richtung Bronx fahren und welche die Richtung Lower Manhattan bzw. Brooklyn fahren. Das ganze habt ihr jedoch sehr schnell drauf.

Zu guter letzt möchte ich euch noch zwei Tips für Ausflüge mitgeben, welche ich beide nur empfehlen kann. Zum einen ist dies Washington D.C., die Hauptstadt der USA. Meiner Meinung nach reichen hier ein bis zwei Tage aus, um die wichtigsten Hotspots zu erkunden (Capitol, Weißes Haus etc.). Man erreicht die Stadt mit diversen Buslinien mehrmals täglich zu überschaubaren Preisen. Ich bin mit Megabus gefahren. Die Fahrt dauert ca. 4 Stunden, welche sich jedoch wirklich lohnen.

Das zweite Ziel, mein absoluter Favorit, sind die Hamptons. Viele haben bestimmt schon einmal, auch aus diversen Filmen/Serien, von diesem Ort(en) gehört. Die Hamptons sind mehrere Ortschaften auf Long Island, welche für ihre schönen Strände und die tollen Wohngegenden bekannt sind. Viele Promis haben hier ein Sommerhaus und auch diverse New Yorker verbringen hier gerne den Sommer oder ein Wochenende um einmal aus dem Trubel der Stadt zu entfliehen.

Ich selber war hauptsächlich in East Hampton und Sag Harbor. Wenn ihr gerne an den Strand geht oder einfach mal eine wirklich schöne Gegend sehne wollt, einen Kaffee in einem kleinen netten Coffee Shop trinken wollt oder die großem Yachten bewundern wollt, dann kann ich diese Orte sehr empfehlen.

Meine Zeit hier in New York ist nun zu Ende und ich fliege wieder zurück nach Deutschland. Ich kann sagen, dass es eine der Besten Entscheidungen meines Lebens war, ein Semester hier zu studieren und für drei Monate in dieser beeindruckenden Stadt zu leben. Jedem, der mit dem Gedanken spielt dies ebenfalls zu machen, kann ich nur sagen: Mach es! Du wirst es nicht bereuen. Auch als berufsbegleitender Student ist dies ohne weiteres möglich und eine echte Erfahrung fürs Leben.

Das chinesische Hawaii

Hier in China ist, ebenso wie in Deutschland, der 1. Mai ein Feiertag, so dass uns ein verlängertes Wochenende bevorstand. Dies nahmen wir uns als Anlass zu verreisen. Der Großteil von uns sehnte sich nach ein paar Tagen Entspannung, so beschlossen wir in zwei großen Gruppen nach Hainan zu fliegen, auch bekannt als das Hawaii Chinas. Hainan ist eine große Insel im Süden Chinas. Die Insel ist geprägt durch tropisches Klima, schöne Strände und Regenwälder.

Wir mieteten uns mit jeweils zwei Gruppen eine Villa in Sanya, einer Stadt im Süden der Insel. Hier sollte es die schönsten Strände geben. Obwohl wir ca. Eine halbe Stunde entfernt voneinander wohnten, haben wir trotzdem viel Zeit zusammen verbracht. Sei es eine Grillparty bei uns, Poolparty bei den anderen oder einfach zusammen am Strand entspannen. Es war wahnsinnig cool mit so einer großen Gruppe unterwegs zu sein, da wir uns alle untereinander sehr gut verstehen.

Während unserer Zeit auf Hainan wollten wir zum einen am Strand entspannen und das super Wetter genießen, und zum anderen die Insel mit ihrer Vielfältigkeit erkunden.

Besonders der Süden der Insel ist für seine schönen Strände bekannt. Der größte und bekannteste Strand ist die Ya Long Bay. Hier gibt es kilometerweiten Sandstrand, glasklares Wasser und viele Aktivitäten wie z.B. Jetski fahren. Aber auch die kleineren Strände sind sehr zu empfehlen, da hier meist weniger los ist. Generell sind die Strände Chinas nicht so überlaufen, da die Chinesen die Sonne meiden und erst nach Sonnenuntergang rausgehen. So ernteten wir beim Sonnenbaden den ein oder anderen kritischen Blick der Chinesen, die diese viel Wert auf ihre „vornehme Blässe“ legen und unsere Ambition in den paar Tagen möglichst viel Sonne zu tanken nicht nachvollziehen konnten.

Mein persönliches Highlight auf Hainan war unsere Wanderung auf dem Diao Luo Mountain. Dies ist ein Nationalpark mit Regenwald und Wasserfällen. Die Aufstieg ist simpel und führt über einen befestigten Weg 12km bergauf. Die konstante Steigung und Hitze zerrte allerdings nach 7km so sehr an unseren Kräften, dass wir ein vorbei fahrendes Auto anhielten, welches uns die letzten Meter mitnahm. Oben angekommen wurden mit einem spektakulären Wasserfall belohnt. Nach einer Verschnaufpause und Abkühlung im Wasser traten wir dann den Abstieg an, den wir, wenn auch mit mittlerweile zittrigen Beinen, in einem Stück meisterten. Dafür wurden wir am nächsten Tag auch mit ordentlich Muskelkater belohnt.

Nach fünf Tagen waren wir bereit entspannt unsere Rückreise anzutreten, doch das sollte leider nicht so bleiben. Nachdem wir den Tag in Haikou, der Hauptstadt Hainans und unser Abflugort, verbracht haben, freuten wir uns wieder zurück nach Shanghai zu fliegen. Kurz vor Abflug kam dann allerdings die Meldung unser Flug sei auf Grund von schlechten Wetterverhältnissen verspätet. Leider sprach niemand am Flughafen vernünftig Englisch und konnte uns eine Auskunft geben wie lange wir warten müssten. Nach geschlagenen vier Stunden Wartezeit dann die Schocknachricht: der Flug wird gestrichen. Und wieder konnte uns niemand sagen, wie jetzt weiter verfahren wird. Dank Google-Translator und der Hilfe einer sehr freundlichen, jungen Chinesin haben wir schließlich erfahren, dass der Flug am nächsten Tag nachgeholt wird und wir für die Nacht in ein Hotel gebracht werden. Bis das rauskam, war es allerdings schon 4 Uhr Nachts. Ich bin sehr froh in dieser Situation nicht alleine gewesen zu sein, sondern in meiner Gruppe, da wir uns gegenseitig beruhigen konnten und gemeinsam eine Lösung finden konnten. Mit geschlagenen 16 Stunden Verspätung kamen wir dann am nächsten Tag in Shanghai an. Auch wenn ich auf diese Erfahrung gerne verzichtet hätte, hatte sie im Endeffekt auch etwas gutes, da es unsere Gruppe noch enger zusammengeschweißt hat. Alles in einem überwiegen aber die guten Erinnerungen an Hainan und auch der chaotische Abschluss konnte uns das Wochenende nicht vermiesen.

Eine Niederlage mit Happy End

Das deutsch-chinesische Fußballturnier in Shanghai fand dieses Jahr am 18. Mai auf dem Jiading-Campus statt. Doch schon ein Monat vorher begannen für uns die Vorbereitungen. Zunächst mussten wir ein Team aufstellen, dabei haben wir jeden der Lust hatte gerne ins Team aufgenommen. Wie es so hier in China üblich ist, haben wir die organisatorischen Dinge über WeChat geklärt. Unser chinesischer Study-Buddy Timothy hat sich um unsere Trikots gekümmert. Jeder Spieler durfte sich seine Nummer selbst aussuchen. Ein paar Wochen später kamen unsere Trikots auch schon an. Jeder bekam ein Deutschland-Trikot mit seinem Namen auf dem Rücken.

Nach dem die organisatorischen Dinge geklärt waren, hätte man meinen müssen, dass wir ein oder zweimal trainieren sollten. Im Endeffekt hat sich das deutsche Team zum Fußballspielen genau kein mal getroffen. Während unsere Zeit hier in Shanghai haben wir bisher viel erlebt. Wir sind nach der Uni meist in die Innenstadt oder haben etwas in Baoshan unternommen, da ist das Fußballspiel gegen die chinesische Universitätsmannschaft leicht in Vergessenheit geraten. Ab und zu haben wir in den Vorlesungspausen den Ball hin und her gekickt, aber bis zum Spiel hatte das deutsche Team noch nie richtig miteinander Fußball gespielt.

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Nun war es soweit, das Fußballturnier stand vor der Tür. Ein paar Kommilitonen von uns haben bei der Organisation mitgeholfen und am Tage des Fußballspieles das Spiel moderiert. Wir waren echt überrascht, wie professionell und mühevoll die Chinesen das Spiel aufbereitet haben. Denn vor dem Spiel gab es eine Zeremonie mit Ansprachen der verantwortlichen der Universität und einem richtigen Einlauf mit den nationalen Flaggen und der nationalen Hymnen. Auch unser Kapitän durfte ein paar Worte zum bevorstehenden Spiel sagen, sowie der gegnerische Kapitän. Abschließend wurde noch ein Gruppenfoto gemacht und dann ging das Spiel schon los.

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Das Spiel fing schleppend an, es war ein hin und her zwischen dem deutschen und chinesischen Team. Bei einer Hitze von 30 Grad war es nicht gerade einfach zu spielen. Nach ca. 15 Minuten ist das erste Tor gefallen, zum überraschen aller ein Tor für das chinesische Team. Das Tor weckte das deutsche Team auf: das chinesische Team ist ernst zu nehmen. Sie trainieren seit Jahren miteinander und sind eingespielt, im Gegensatz zu uns. Kurz vor der Halbzeit fiel das zweite Tor, jedoch auch wieder für das chinesische Team.

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Während der Halbzeit mussten sich alle Spieler erstmal abkühlen. Die Stimmung bei uns Deutschen war gekippt. Langsam aber sicher realisierten wir, dass dieses Spiel vielleicht nicht so gut für uns ausgehen wird. Ein Trost für uns war die Tatsache, dass das chinesische Team bisher noch nie gewonnen hatte und dieses Spiel das letzte für sie sein werde. Zumindest in dieser Konstellation, denn die meisten Spieler der Mannschaft würden dieses Jahr ihren Abschluss machen und die Universität verlassen, so erzählte es mir eine chinesische Studentin.

WechatIMG39Nach der Halbzeit ging es leider nicht gut weiter. Zwei weitere Tore fielen noch und zum krönenden Abschluss gab es noch einen Elfmeter für das chinesische Team. Letzten Endes ging das Spiel 0:5 für die chinesische Universitätsmannschaft aus. Da das ganze Spiel unter einem freundschaftlichen Aspekt stand, hat uns das Fußballspiel trotz Niederlage viel Spaß bereitet.

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Jeder Spieler hat zur Siegerehrung eine Medaille erhalten. Wir deutschen haben eine Silbermedaille erhalten und das chinesische Team natürlich die Gold-Medaille. Da ich mich gut mit ein paar der chinesischen Studenten verstanden habe, haben wir unsere Medaillen getauscht. Ich fand dies eine sehr schöne Geste und so kommt es, dass ich hier nun eine Gold-Medaille liegen habe.

Mich freut es, dass ich hier in der Zeit in Shanghai nicht nur neue Freunde aus ganz Deutschland finden konnte, sondern auch internationale, sowie chinesische Studenten kennengelernt habe. Diese Erfahrung macht das Auslandssemester auf jeden Fall noch viel mehr Wert!

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Die Zeit rennt… Halbzeit in NYC

Mittlerweile ist es Mitte Mai und schon etwas über die Hälfte der Zeit meines Auslandssemesters ist bereits vorbei. Gefühlt vergeht die Zeit hier von Woche zu Woche schneller. Das liegt mit Sicherheit zum einen an den vielen Erlebnissen und Aktivitäten welche einem diese Stadt bietet als auch an dem „Alltag“ der sich natürlich in gewisser Weise auch hier nach einiger Zeit einstellt.

Ich möchte heute zum einen ein wenig über das Studium hier in New York erzählen und zum anderen über das Thema Unterkunft, was denke ich viele interessiert.

Das Studium ist, wie im letzten Eintrag erwähnt, komplett anders als in Deutschland. Vorlesungen haben wir an zwei verschiedenen Hochschulen. Unsere Schwerpunktfächer finden am Berkeley College statt und ein weiterer Kurs an der Pace University. Dieser hängt von dem jeweiligen Semester in welchem man sich gerade befindet ab. Ich habe als Schwerpunkt „Personalpsychologie“ gewählt (Human Resources). Hierfür habe ich drei Kurse am Berkeley College (Training & Development, Staffing und Human Resources Management). An der Pace University belege ich den Kurs „Intercultural Communication“. In den einzelnen Kursen sind wir mit höchstens 15 Leuten zusammen, was das Lernklima aus meiner Sicht sehr positiv beeinflusst.

Eingang zum Pace Standort 45th St.

Bezüglich des Lernklimas während der Vorlesungen sieht man den ersten großen Unterschied zu Vorlesungen in Deutschland. So haben wir eine Anwesenheitspflicht. Ein Fehlen sollte vermieden werden, da dieses bei zu vielen Abwesenheiten zum nicht bestehen des Kurses führen würde. Auch fliesst die Anwesenheit mit in die Benotung für den jeweiligen Kurs ein. Ein weiterer Faktor, der Anfangs etwas ungewohnt war, ist die Beteiligung an den Vorlesungen. Auch diese hat einen Einfluß auf die Note. So ist es gewollt, wie früher in der Schule, sich aktiv zu beteiligen durch Fragen stellen etc. Ungewohnt ist es hier, sich nicht erst durch Handzeichen melden zu müssen, sondern einfach, sobald die Gelegenheit da ist, los zu sprechen. Was in Deutschland als unhöflich empfunden werden würde, ist hier vollkommen normal. Sich mit Handzeichen zu melden würde eher seltsam auffallen.

Vorlesungsraum im Berkeley

Die weiteren Faktoren, welche die Note beeinflussen, sind von Kurs zu Kurs unterschiedlich. In manchen Kursen werden Test (Quizzes) und Klausuren (Midterm and Finals) geschrieben. In anderen Kursen müssen Hausarbeiten (Papers) und/oder Präsentationen erarbeitet werden. Zusätzlich gibt es in fast jedem Kurs Hausaufgaben (Assignments) welche ebenfalls benotet werden.

Das alles klingt nach recht viel Aufwand ist jedoch wirklich zu schaffen. Der Vorteil an diesem System ist, dass es einen zum kontinuierlichen Lernen und Auseinandersetzten mit dem Kursinhalt bewegt. So muss nicht am Ende, wie zur Klausurenphase in Deutschland, der gesamte Stoff eines Semesters gelernt werden. Wir haben uns alle recht schnell an dieses System gewöhnt. Und es bleibt auch noch genügend Zeit um New York kennen zu lernen und etwas zu unternehmen.

Berkeley College 41st St.
Bryant Park (direkt beim Berkeley College)

Was ich als sehr angenehm empfinde ist die Lage der Gebäude wo wir unsere Vorlesungen haben. Das Berkeley College liegt in der 41 Straße und die Vorlesungen an der Pace finden in der 45 Straße statt. Es bleibt somit genügend Zeit, um den Standort in der Pause zu Wechseln und auch noch mit Kommilitonen zum Beispiel im Bryant Park etwas zu essen und die Sonne zu genießen. Abgesehen davon sind die Standorte in Midtown Manhattan natürlich nicht zu überbieten. Man tritt aus dem Gebäude und steht in wenigen Schritten mitten auf der bekannten 5th Avenue.

Das nächste Thema ist die Unterkunft in New York. Ein zugegebenermaßen nicht ganz einfaches. Was man sich von Anfang an klar machen muss, ist dass man gewisse Abstriche zu dem aus Deutschland gewohnten Standard machen muss. Unterkünfte (Zimmer) in New York, besonders in Manhattan sind zumeist nicht sehr gross (eigentlich eher winzig) und es ist vollkommen normal (nicht nur für Studenten), sich eine Wohnung mit anderen Leuten zu teilen. Eine komplett eigene Wohnung in Manhattan werden sich wohl die wenigsten Leute leisten können. Es gibt mehrere Wege, sich eine Unterkunft hier in New York zu organisieren. Einige gute Möglichkeiten findet ihr auf der internationalen Seite der Hochschule Fresenius.

Die meisten aus meinem Semester haben ihre Unterkunft entweder über New York Next oder Airbnb gebucht. Hier bekommt ihr zumeist ein Zimmer in einer WG, in welcher ihr euch die Küche sowie das Bad mit anderen Mitbewohnern teilt. Solltet ihr planen mit mehreren Kommilitonen von eurem Standort ein Auslandssemester zu verbinden, ist dies natürlich eine gute Möglichkeit eine Wohnung zu teilen. Andernfalls teilt ihr euch die Unterkunft mit anderen Leuten. Hier habe ich von den Kommilitonen jedoch eigentlich nur positive Dinge zu gehört. Ein paar Leute hatten Anfangs etwas Probleme mit ihrer Unterkunft seitens New York Next. Hierbei hat unsere Ansprechpartnerin der Fresenius hier in New York jedoch sehr geholfen und die Probleme konnten schnell bereinigt werden.

Upper West Side 94th St. (Meine Wohnstraße)

Ich selber habe mich für eine Unterkunft in einem Langzeit Hotel auf der Upper West Side entschieden (Hotel Alexander). Hier habe ich ein kleines eigenes Zimmer mit eigenem Bad und einer Gemeinschaftsküche auf dem Flur. Für mich war dies die Beste Entscheidung. Das Hotel ist wirklich gut gelegen und alles ist sauber. Ich gehe nur zwei Blocks bis zur Subway und bin mit einem der Expresszüge innerhalb von 10 Minuten an der 42 Straße und somit beim Berkley College und der Pace University.

Upper West Side (auch bei Nacht eine sichere Gegend)

Wie eingangs gesagt, muss man sich mit eineigen Dingen hier in New York erst einmal zurecht finden. Für mich war es zum Beispiel eine Umstellung, keine eigene Waschmaschine zu haben. Dies ist für New York nichts außergewöhnliches. Eine eigene Waschmaschine ist hier absoluter Luxus. Es ist vollkommen normal mit seiner Wäsche entweder in ein Waschcenter um die Ecke (Laundromat) oder, wenn vorhanden, in eines im eigenen Gebäude zu gehen. Man gewöhnt sich jedoch schnell daran.

Im Waschcenter (Laundromat)

Grundsätzlich kann ich aus eigener Erfahrung als auch durch Berichte von Kommilitonen alle drei genannten Möglichkeiten für Unterkünfte empfehlen. Was einem am meisten zusagt, hängt von den eigenen Präferenzen als natürlich auch vom zur verfügung stehenden Budget ab. Unterkünfte in Manhattan sind natürlich am teuersten, dafür ist man mitten im Geschehen und die Wege zur Uni sind nicht weit. In Brooklyn sind die Wohnungen etwas günstiger und die Verbindung mit der Subway (wenn es mal keine Delays gibt) sind auch vollkommen in Ordnung. Noch günstiger wird es, wenn ihr euch eine Unterkunft außerhalb in New Jersey sucht. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass ihr zwei verschiedene Tickets für die Bahn benötigt.

Ich hoffe euch einen kleinen Einblick über das Studium und die Unterkunft gegeben zu haben. In meinem nächsten Eintrag werde ich euch über das Leben hier in New York, ein paar Ausflugsziele sowie über die New York Subway berichten.

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