…it’s Christmas time!

New York an sich ist eine beeindruckende Stadt – aber zur Weihnachtszeit ist sie magisch.

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Beim Bryant Park in der Nähe des Berkeley Colleges gab es einen Weihnachtsmarkt. Dieser hatte Mitte November schon geöffnet und es gab dort „preiswerte“ Köstlichkeiten. Also für New Yorker „high-price“ Verhältnisse war das Essen dort günstig. Von Belgischen Pommes, französischen Brioche & Basier, russischen Dumplings und amerikanischen Köstlichkeiten gab es alles was das Herz begehrt. Wir sind sehr oft nach den Vorlesungen einfach über den Weihnachtsmarkt geschlendert und haben uns dort was zu essen geholt oder uns die netten Weihnachtsstände angeguckt. Es empfiehlt sich, dies unter der Woche zu machen, da der Markt am Wochenende stets überfüllt ist.

Es ist möglich am Bryant Park oder am Rockefeller Center Schlittschuh zu laufen. Es kostet stolze 25$ mit Eintritt und geliehenen Schlittschuhen. Muss man aber mal gemacht haben!

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In New York hat es während unseres Aufenthalts leider nur 2-mal geschneit. Aber sobald es anfängt zu schneien, sollte man sich warm anziehen (durch den ständigen Wind wirkt es immer kühler) und durch die Stadt schlendern. Der Tannenbaum beim Rockefeller mit Schnee sieht einfach noch viel weihnachtlicher aus und ist einer meiner Highlights zu Christmastime.

Die New York Public Libary sowie die Grand Central Station sind ebenfalls sehr weihnachtlich dekoriert.

Bei dem Kaufhaus Saks Fifth Avenue gibt es ganz besondere, wunderschön dekorierte Fenster und an der Fassade kann man eine kleine Weihnachtshow mit vielen Lichtern bewundern.

Mit der Seilbahn ist es möglich, auf die Roosevelt Island zu fahren und sich die New Yorker Skyline bei Nacht anzugucken. Dafür wird nur eine New Yorker Metro Card und kein extra Ticket benötigt.

Im Winter als wie auch im Sommer über die High Line zu laufen ist wirklich schön. Die High Line ist die alte überirdische U-Bahn-Strecke, die begrünt wurde und jetzt für jeden zugänglich ist.

Die Weihnachtsshow der Rocketts ist ein Muss für jeden Weihnachtsfan!

Egal wo man sich in Manhattan befindet, alles ist zauberhaft beleuchtet und versetzt einen in ein tiefes Weihnachtsgefühl.

Aber die Zeit verging wie im Flug… vor 3 Monaten begann für uns das Auslandssemester und nun ist es leider schon vorbei. Wir haben viel unternommen, viel gelernt und haben uns über die kurze Zeit enorm weiterentwickelt. Ich würde wirklich jedem empfehlen, ein Auslandssemester in Betracht zu ziehen, da dies einen nicht nur beruflich sondern auch persönlich sehr weiter bringt.

Da ich New York noch nicht verlassen möchte, habe ich mich entschieden, noch ein Praktikum anzuhängen. New York ist eine einzigartige Stadt und beeindruckt mich jeden Tag aufs Neue.

Dies war es jetzt mein letzter Blockeintrag. Ich hoffe ihr hattet viel Spaß beim Lesen und plant schon eurer Auslandssemester in New York City.

Viele Grüße aus der Stadt die niemals schläft….

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…what to do in NYC!

New York bietet so viele Möglichkeiten und es gibt immer neue Dinge zu erleben. Deshalb ein paar Tipps für NYC.

One-to-World ist eine Organisation, die Ausflüge und Aktivitäten für internationale Studenten anbietet. Mit der Organisation fuhren wir für einen Tag zur Yale University. Dieses Mal ging es vergünstigt zu einem Basketballspiel der Brooklyn Nets vs. Utah Jazz (118-107). Wann immer ihr die Möglichkeit habt zu einem Sportevent in der USA zu gehen, nutzt diese Gelegenheit. Sportevents in der USA sind einmalig mit einer gigantischen Stimmung und man verlässt diese oft emotional stark beeindruckt.

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Frozen Yogurt ist der perfekte Snack für zwischendurch oder eignet sich auch super als schneller Nachtisch mit Freunden. Tolle, sehr empfehlenswerte Läden sind „Pinkberry“ und „16 Handles“, da man sich dort seinen eigenen Frozen Yogurt Becher zusammenstellen kann und mit unbegrenzten Toppingmöglichkeiten. Hier ein paar Bilder zum dahinschmelzen ….

Bubble Tea ist zur Zeit sehr angesagt in New York und man sieht sehr viele neue Bubble Tea Läden. Wir hatten in Deutschland ja auch schon einmal diesen Boom, hier gibt es ein Revival.

Für die Museumsfans unter euch lohnt es sich auf jeden Fall ins MOMA (Museum of Modern Art) zu gehen. Aber auch das Guggenheim und das Met Museum (Metropolitan Museum) sind sehr zu empfehlen. Im MOMA ist Freitagnachmittag der Eintritt frei und im Met Museum gilt immer: pay what you want.

Das American Museum of National History erinnert einen an den Film „Nachts im Museum“ und ist riesig. Dort könnte man wirklich Tage verbringen, wenn man sich alles angucken möchte. Es gibt auch immer verschiedene Sonderausstellungen, zur Zeit eine Butterflyausstellung und eine Space Show.

„The Counter“ ist ein sehr beliebter Burgerladen am Times Square, dort kann man sich seinen eigenen Burger zusammenstellen. Es gibt verschiedene Fleischoptionen aber auch ein Impossible Burger der nicht aus Fleisch besteht – für die Vegetarier oder Veganer. Es gibt eine Auswahl an verschiedenen Toppings, Soßen und Brötchen. Jeder kann seinen Traum-Burger nach seinem eigenen Geschmack kreieren.

„Johnny Utah’s“ ist eine Bar im Keller eines Hauses und ist im Country-Western Style eingerichtet. Dort gibt es Getränke die in einem Cowboy Stiefel serviert werden. Es besteht auch die Möglichkeit auf einem Bullen zu reiten. Nur etwas für echt Hartgesottene und besser vorher nicht so viel trinken!

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Es gibt so viel zu entdecken in New York, je nach Geschmack. Einfach immer die Augen offen halten, rumschlendern und mit Neugier die Stadt erkunden.

Bis zum nächsten Mal – aus der Stadt die niemals schläft…

..thanksgiving in sunny California

Ein echtes Thanksgiving mit Turkey, mashed potatoes and gravy?! Wer möchte dies nicht einmal miterleben 🙂

Die Zeit verfliegt hier sehr schnell. Am Anfang meines Auslandssemesters hatte ich meinen Flug nach Los Angeles gebucht, um Freunde der Familie über Thanksgiving zu besuchen. Unbedingt wollte ich ein typisches amerikanisches Thanksgiving miterleben und plötzlich war es so weit. Vorher musste ich aber noch viel lernen, Prüfungen schreiben und eine Hausarbeit fertig stellen, puuh.

Bei 5° C in New York flog ich nach Los Angeles und landete bei 35° C. Alle Sommersachen kamen voll zum Einsatz und los ging das Abenteuer!

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Am ersten Tag ging es zum Frühstücken an den Strand von Manhattan Beach um das schöne Wetter zu genießen.

Danach sind wir an der Küste spazieren gegangen und haben die wärmende Sonne genossen. Los Angeles mit den Palmen, dem Meer und der kalifornischen guten Laune war eine schöne Abwechslung zum ruhelosen New York.

Und zum Abendessen gab es natürlich ein Burger und ein Milchshake von IN-N-OUT Burger. Wer jemals in Kalifornien ist, sollte unbedingt einmal zu IN-N-OUT Burger gehen! Dort gibt es super frische und super lecker schmeckende Burger (nicht tiefgefroren und Frisch Pommes Frites). Wirklich zu empfehlen!!!

Ein weiter Ausflug ging zum Griffith Planetarium. Ein Drehort von vielen Filmen, z.B. …den sie wissen nicht, was sie tun“ mit James Dean und „La La Land“ mit Emma Stone und Ryan Gosling.

Dann endlich war „Thanksgiving“ und es gab den erhofften Turkey. Schmeckte hervorragend, aber Amerikaner mögen keine Haut, welches ja das Beste bei einer Gans in Deutschland ist. Thanksgiving ist ein wirklich schönes Fest, wo die ganze Familie zusammen kommt, man gemeinsam isst, sich nett unterhält und am Nachmittag wurden dann noch ein paar Brettspiele gespielt. Wir waren zu 15 Personen.

Hier noch ein paar Bilder von Freunden aus New York, die bei der Thanksgiving-Parade waren. Von deren Erzählungen her auch sehr zu empfehlen!

Am letzten Tag haben wir noch einmal den Strand genossen bevor es am Abend wieder zurück nach New York ging.

Aber auch in Kalifornien war langsam alles weihnachtlich geschmückt.

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Also wenn ihr die Zeit habt, dann würde ich jeden empfehlen, einfach einmal ein Wochenende weg zu fliegen. Ihr werdet ganz schnell merken, wie sehr ihr euch an New York gewöhnt habt und wie schnell ihr es vermissen werdet. Diese Stadt hat besonders zur Weihnachtszeit etwas atemberaubendes, traumhaftes, rotierendes, beschauliches und wirklich bezauberndes zu bieten. Und es sieht dann fast wie in den „kitschigen“ Filmen aus!

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Bis zum nächsten Mal – aus der Stadt die niemals schläft…

… Klausurenphase auf Chinesisch

Durch die vielen neuen Eindrücke verging die Zeit quasi wie im Flug, weshalb es schwer zu erklären war, dass wie aus dem nichts die Abschlussprüfungen auf der Agenda standen.

Vorweg kann ich jedem möglichen Interessenten eines solchen Auslandsaufenthaltes die Angst vor der Zeit nehmen, die auch bei uns an der heimischen Universität für Unbehagen sorgt und einem manchmal fürchten lassen überhaupt noch genug Schlaf zu bekommen. Natürlich muss man auch hier in Shanghai für die Klausuren lernen, aber sie gehen im Gegensatz zu den gewohnten Klausuren nur zu etwa 40% in die Endnote ein. Die übrigen 60% ergaben sich jeweils aus 10% Anwesenheit & Mitarbeit und 50% Projektarbeiten, wie zB. Präsentationen, welche sich über das gesamte Semester verteilten. Somit sicherte eine gute akademische Leistung innerhalb des Semesters ein Bestehen des Kurses. Im Schnitt schrieb jeder Teilnehmer 5-6 Klausuren innerhalb eines Zeitraumes von 5 Tagen. Jede dieser Klausuren dauerte 1-2 Stunden und beinhaltete unterschiedliche Aufgabentypen, wie etwa Multiple Choice Questions, True/False Questions und Essay Questions. Jedoch hatten wir neben den Klausuren auch noch normalen Unterricht und Abschlusspräsentationen, wie bereits in der Aufteilung der Leistungserbringung erwähnt. Das straffe Program begründete sich in einer Ausnahmeregelung für die deutschen Studenten. Da die Studienzeiten und somit auch die Termine für die Klausuren kurz vor Anfang des Semesters eine Woche nach hinten verschoben wurden, die meisten deutschen Kommilitonen jedoch schon längst Rückflüge gebucht hatten, endete das Semester für uns eine Woche vor dem offiziellen Ende. Dieser Kritikpunkt ist jedoch auch der einzige, den ich an der Organisation herausstellen möchte. Ansonsten war die gesamte Klausurenphase manchmal schon begünstigend akribisch, genau bis in den letzen Winkel geplant.

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Wie auf dem obrigen Bild zu erkennen, stand für jeden Raum eine genaue Sitzordnung bereits fest, die im Vorhinein von der Koordinatoren vor Ort in der gemeinsamen „wechat“ Gruppe geteilt wurde. Genau so wie die folgenden Spielregeln preisgegeben wurden:

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Nach der letzten Klausur am Freitag Vormittag, folgte um 12:00 die Stipendiumsvergabe. Hier wurden die 6 ehrenwertesten Studenten aus aller Welt für ihr akademisches und soziales Engagement an der Shanghai university geehrt. Neben einen kleinen finanziellen Obolus bekam jeder Stipendiat eine Urkunde, welche eine tolle Errinerug an die Zeit in Shanghai ist. Am anschließenden Abend gingen wir, als inzwischen eingeschworene Gemeinschaft, die sich schätzen und vertrauen gelernt hatte ein letztes Mal zusammen aus und feierten gemeinsam das Ende der Semesters… ein sehr prägendes Kapitel unseres Lebens. Zu diesem Anlass wäre wohl kein besserer Club geeignet gewesen als das M1nt. Einer der exklusivsten Clubs der Stadt. Mit Blick über die gesamte Stadt lässt es sich hier zu sanften Elektrobeats ohne Probleme gut gehen. Für Überraschungen, wie einem Haifischbecken neben der Tanzfläche ist ebenfalls gesorgt. Als krönder Abschluss wurden wir auf dem gigantischen LED-Bildschirm hinter dem Dj-Pult ein letztes Mal verabschiedet…

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… Sydney – the end

In meinem letzten Blogpost erzähle ich von den letzten Wochen meines Studiums hier in Sydney, von den Exams und Prüfungen und einigen Trips, die ich unternommen habe. Seid gespannt 🙂

Vom 26.10.-11.11.2017 hat an der UTS die Prüfungswoche stattgefunden. Ich musste in dieser Zeit nur zwei Final Exams schreiben – ein Vorteil des Systems hier. Dadurch, dass ich während des Semesters schon sehr viele Essays und somit Prüfungsleistungen geleistet habe, schreibt man in nicht allen Fächern noch zusätzlich ein Final Exam.

Beide Exams haben wir in dem Wentworth Park geschrieben, der etwa 10 Minuten vom Campus entfernt liegt. Hier stehen einfach ganz viele Tische und Stühle in Reihen, sodass circa 700-1000 Studenten gleichzeitig schreiben können. Das Exam in Understanding Organizations war übrigens ein Open-Book Exam, was auch eine ganz neue Erfahrung für mich war. Hier durften nämlich alle möglichen Bücher, Notizen und Mitschriften mit in das Exam genommen werden, weil es nicht um die pure Abfrage des Wissens ging, sondern um die Anwendung dessen. Mein anderes Exam war ein Multiple-choice Exam.

Generell sind die Anforderungen hier sehr hoch und somit sind Noten über 90%, also High Distinction, nur sehr schwer zu erreichen, besonders für internationale Studenten. Auch dessen muss man sich bewusst sein, um nicht enttäuscht zu sein, wenn man eine sehr gute Note erwartet.

Tipp: Internationale Studenten können übrigens 10 Min extra Zeit für das Exam bekommen. Dies muss man allerdings sehr früh anmelden – also informiert Euch früh genug.

Insgesamt muss wahrscheinlich jeder Student für sich persönlich entscheiden, ob das System hier einem liegt oder nicht. Oftmals erinnert es mit den „Hausaufgaben“ und ständigen Abgaben schon sehr an die Schule. Für mich war es zwar eine ziemliche Umstellung, sobald ich mich aber an das System hier gewöhnt hatte, hat es mir auch recht gut gefallen. Ein weiteres Semester hier wäre jetzt wahrscheinlich nur halb so schwer 🙂

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Wentworth Park

 

Morisset Park

Ein weiterer Punkt auf meiner Sydney-Bucketlist war, dass ich unbedingt Kängurus sehen und am liebsten auch streicheln wollte. Mit Möhren und Banane bewaffnet haben wir uns also in den Morisset Park aufgemacht. Der Morisset Park ist ein Park-/Waldgebiet circa 2 Stunden entfernt von Sydney Central, indem Kängurus leben. Sie sind sehr zahm und für eine Banane im Gegenzug lassen sie sich auch streicheln. Und in Realität sind sie einfach noch viiiiiel süßer, als ich sie mir vorgestellt habe ❤

Tipp: Banane wird von den meisten Kängurus bevorzugt. Und fahrt nach Möglichkeit unter  der Woche und nicht am Wochenende, da dann sehr viele Menschen da sind und sich die Kängurus im Wald verstecken.

Manly to Spit Walk

Ein 10 Kilometer langer Walk von Manly nach Spit, den ich sehr empfehlen kann. Der Walk führt zuerst an der Küste von Manly entlang und später auch durch einen wunderschönen Nationalpark. Allerdings empfehle ich Sportschuhe, da der Walk durch die Entfernung und die ganzen Stufen doch recht anstrengend ist. Es ist schwierig zu beschreiben, schaut euch einfach die Fotos an.

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Trip to Melbourne

Auch Melbourne war eine Stadt Australiens, die ich mir unbedingt noch anschauen wollte. Melbourne ist eine wunderschöne und facettenreiche Stadt, die durch die Entfernung auch perfekt für einen Weekend-Trip ist. Mit dem Flugzeug sind es von Sydney nämlich nur circa 1,5 Stunden. Wir haben uns verschiedene Stadtteile angeschaut und die City mit den typischen Sehenswüridgkeiten erkundet, waren am Brighton Beach bei den berühmten Bathing Boxes und am St. Kilda Pier, haben den Sunset in den Docklands geschaut und haben jeden Tag ein neues Café ausprobiert – die Frühstückskultur ist nicht nur in Sydney, sondern auch in Melbourne einmalig. Ich kann jedem nur empfehlen, einmal einen Abstecher nach Melbourne zu machen!

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Mittlerweile sind schon viele Studenten aus dem Housing wieder nach Hause geflogen oder verreist, sodass das Wohnheim schon sehr ruhig geworden ist. Da realisiert man nochmal, dass das Semester wirklich vorbei ist.

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Da mein 6. Semester in Hamburg erst im März wieder beginnt, werde ich noch bis Januar hierbleiben und die Zeit zum Reisen nutzen. Das Auslandssemster hier in Sydney zu absolvieren, war definitiv einer der besten Entscheidungen, die ich getroffen habe. Ich habe viele neue Menschen kennengelernt, darf Sydney eine „2. Heimat“ nennen und bin an dieser Erfahrung persönlich gewachsen. Ich bin mehr als glücklich, dass ich diese Chance hatte, in Sydney zu studieren. Ein großer Dank geht an meine Eltern, die mir diese einzigartige Erfahrung ermöglicht haben.

See you,
Judith

… the German-Chinese Soccer Match – Die Helden von Jiading

Ein Ereignis, das sich jedes Semester höchster Beliebtheit erfreut, ist das Freundschaftsspiel zwischen den chinesischen und deutschen Studenten an der Shanghai University. Von den Dozenten erfuhren wir, dass die Deutschen in den bisherigen Aufeinandertreffen beinahe immer siegreich gewesen waren. Und so waren auch dieses Mal alle Beteiligten motiviert, der hohen Erwartung gerecht zu werden. Als wir gebeten wurden, eine Mannschaft zu bilden, war schnell ein Team aus ambitionierten und mehr oder weniger erfahrenen Hobbykickern gefunden. Alle Spieler bekamen einen passenden Fußballdress gestellt. Sogar wurden Trikots mit den Namen und gewünschten Nummern der Spieler beflockt. Da zu diesem Zeitpunkt das Spiel noch einige Wochen in der Zukunft lag, hatte die Mannschaft Zeit, zu trainieren. Hierbei wurden andere chinesische sowie internationale Studenten zu Probespielen herausgefordert. Dies forderte bereits erste Verletztungen, die jedoch alle vor dem Match auskuriert werden konnten.Team Deutschand

Als dann der Tag des Spiels anbrach, machten sich die Mannschaften und deren Fans auf den Weg zum Platz. Zuvor waren alle Deutschen sehr auf die ominöse gegnerische Mannschaft gespannt gewesen. Mittags auf dem Fußballfeld des Jiading-Campus standen sie sich nun endlich gegenüber. Man sah den Chinesen schnell an, dass es sich um das eingespielte Fußballteam der SHU handelte. Der chinesische Kader wurde offensiv um zwei international aquirierte Studenten erweitert. Vor dem Anpfiff wurden zunächst die Sponsoren des Spiels vorgestellt, die Mannschaftsfotos gemacht und die Kapitäne der Teams hielten kurze Reden. Unter Applaus der Zuschauer liefen die Teams schließlich auf das Halbfeld ein. Die Nationalhymnen ertönten, wobei die Teams lauthals mitsangen und anschließend miteinander abklatschten. Dann wurde endlich angepfiffen.

Die erste Halbzeit begann hektisch und entwickelte sich schnell zu einem offenen Schlagabtausch. Beide Teams schenkten sich nichts und es wurde klar: Es herrschte trotz des Freundschaftsspiels internationale Härte. In einem schnellen Konter der Chinesen, von dem die Deutschen sichtlich etwas überrumpelt waren, gelng es der internationalen Sturmspitze, den Ball über die Linie zu bugsieren. Der Jubel der chinesischen Fans war groß, doch hierdurch wurde die deutsche Mannschaft erst richtig wach. Den nächsten Ansturm der Chinesen beendete der Verteidiger Grotke souverän mit einem nötigen Foul, wonach er mit einer dunkelgelben Karte abgemahnt wurde. Die Deutschen kombinierten sich nun immer  häufiger in Tornähe und schließlich gelang durch Kapitän Finkeldey der ersehnte Ausgleich. Im weiteren Verlauf gewann Deutschland immer mehr Spielanteile und konnte sich dafür schließlich durch einen erneuten Treffer von Finkeldey  belohnen. Mit 2:1 gingen sie in die Halbzeitpause.

Die zweite Hälfte begann direkt organisierter und die deutsche Mannschaft konnte Akzente setzen, sich hierfür jedoch nicht belohnen. Bei einem längeren Angriff der Chinesen geschah es dann plötzlich: Verteidiger Angelkötter stellte einen der angreifenden Chinesen knapp hinter der Strafraumgrenze. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter und vergab eine gelbe Karte. Trotz eines beherzten Einsatzes des deutschen Keepers Benz landete der Schuss platziert im unteren rechten Eck. Die Euphorie der chinesischen Fans war gerade wieder entbrannt, da nutzte Kapitän Finkeldey den Anstoß spontan zu einem kühnen Fernschuss über das halbe Feld. Hiervon sichtlich überrascht kam der Keeper zu spät zurück und das Leder zappelte im Netz.  In der folgenden Phase versuchten die Deutschen sichtlich, ihre Führung auszubauen. Doch aus einer eigentlich nicht nennenswerten Chance schafften es dann doch die Chinesen, den Ausgleich zu erzielen. Beide Mannschaften wirkten im Folgenden abgekämpft. Gerade den unerfahreneren Spielern unterliefen immer mehr Ungenauigkeiten und die Kontakte wurden ruppiger. Dies gipfelte, als ein chinesischer Spieler auf die Beschwerden der deutschen Fans, er ließe sich beim Einwurf deutlich zu viel Zeit, mit einer unangebrachten Geste reagierte. Es kam zu einem kleinen Tumult und der Spieler wurde durch den Schiedsrichter mit Gelb verwarnt. Der chinesische Kapitän entschuldigte sich daraufhin höfllich bei den Fans und es wurde weitergespielt. Langsam deutete alles auf ein Elfmeterschießen hin. Diese Vorstellung war im Anbetracht des routinierten bereits geschossenen Elfmeters der Chinesen jedoch nicht gerade verlockend. Als nur noch vier Minuten zu spielen waren, kämpfte sich die deutsche Offensive mit dem Ball erneut in den chinesischen Strafraum. Nach mehreren abgewehrten Schüssen landete die Kugel auf einmal auf dem Fuß des Flügelflitzers Volz. Dieser ließ sich nicht bitten und hämmerte den Ball eiskalt ins Netz. Es stand 4:3. Als nun die letzten Minuten von der Uhr liefen, hielten die Deutschen das Spiel sicher unter Kontrolle. Dann ertönte der Schlusspfiff.

Faire Gewinner und Verlierer

Die deutschen Helden, im Speziellen der unverhoffte Torjäger wurden von den Fans jubelnd empfangen. In der folgenden Siegerehrung erhielten Volz und Fikeldey spezielle Auszeichnungen für Ihre Leistungen. Auch die Leistungsträger der Chinesen wurden geehrt. Als schließlich alle Spieler, Ihre Medaillen um den Hals gehängt über den Platz liefen, war auch jede Rivalität von ihnen abgefallen. Fans wie Spieler beider Teams tauschten sich aus, schüttelten Hände und hatten eine gute Zeit zusammen. Als sich die Chinesen schließlich verabschiedeten, blieben die Deutschen noch einige Zeit mit einem Bier zurück. Sie hatten es sich redlich verdient.

 

… Venedig des Ostens

Am Tage unseres Abfluges aus Shanghai nach Peking (mehr darüber im Artikel: Peking, die nördliche Hauptstadt) lernten wir einen jungen Chinesen im Raucherbereich des Terminal 1 kennen. Seine offene Art wirkte von Beginn an sehr sympathisch auf uns und führte zu einer ausgiebigen Unterhaltung. Auf die Frage, welche Orte man in China unbedingt gesehen haben muss fiel immer wieder der eine Name… Suzhou! Seine Erzählungen klangen herrlich und erweckten in uns ein starkes Verlangen diesen Ort gesehen haben zu müssen, solange wir noch die Möglichkeit hatten.

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Da die gesamte Uniwoche durch einen vollen Stundenplan durchzogen ist und selbst nach dem Unterricht Hausarbeiten darauf warteten von unseren lernhunrigen Körpern aufgesaugt zu werden, blieb uns meist nur das Wochenenden um Freizeitaktivitäten nachzukommen. Also beschloss ich mit einer Gruppe von Freunden dieses Wochenende einen gemeinsamen Ausflug nach Suzhou zu unternemen. Suzhou liegt nur 84 Kilometer östlich von Shanghai, was für chinesische Verhältnisse quasi um die Ecke bedeutet. Tatsächlich ging die Anreise sehr schnell. Mit dem Higspeedzug brauchten wir lediglich eine halbe Stunde und waren sogar schneller in der nahgrenzenden Stadt angekommen, als wir täglich zu unserem Uni Campus in Jiading benötigten. Für die Kosten von 5€ pro Fahrt kann ich auch nur jedem anderen empfehlen den highspeedzug als schnelle und komfortable Alternative zu wählen. Suzhou ist nicht ohne Grund Partnerstadt der italienischen Lagunenstadt Venedig geworden, denn bereits anhand des Namens lässt sich eine starke Ähnlichkeit erahnen. Die deutsche Übersetzung lautet in etwa ‚Wasser im Überfluss‘ und diesem Namen wird die schöne Stadt, umgeben von unzähligen Seen mehr als gerecht. Die vielen Brücken, welche die von alten Mauerwerk gesäumten Gassen der Stadt wie ein Netz durchziehen erinnern ebenfalls an den Nord-östlich gelegenen italienische Touristenmagneten, weshalb Suzhou den liebevollen Beinamen Venedig des Ostens inneträgt.
Die malerische Stadt ist neben den vielen Kanälen auch für Ihre starke Ausprägung der Gartenbaukunst in China bekannt. Die zahlreichen parkähnlich angelegten Gartenanlagen laden zu Spaziergängen und besinnlichen Ruhepausen ein.

In Suzhou angekommen besichtigten wir zunächst den Humble Administrator’s Garden. Dieser zählt zu den bekanntesten und schönsten Gartenanlagen und ist verdienterweise Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Aufgrund seiner gigantisch wirkenden Ausmaße kann man sich hier über Stunden hinweg aufhalten, während die Zeit wie im Flug an einem vorbei fliegt. Nur den Eintritt von umgerechnet knapp 10€ bedrohte zunächst die tiefen entspannte Auszeit, Studenten bekommen jedoch 50% Rabatt bei vorlegen eines gültigen Studienausweises. Voller neuer Kraft und Entdeckungslust machten wir uns anschließend auf den Weg zu unserem nächsten Stop. Ein Hügel mit dem aufregend klingenden Namen Tiger Hill. Dieser Hügel verdankt seinen Namen seiner Form, die mit viel Vorstellungskraft an einen lauernden Tiger erinnert.

Auf dem Gipfel des Hügels thront ein wunderschön verzierter Steinturm, umgeben von einigen alten Tempelanlagen. Auch hier werden wieder 10€ Eintritt fällig und zu unserer Überraschung gab es dieses Mal keinen Studentenrabatt. Der vergleichsweise hohe Preis war jedoch vollkommen angemessen für den schönen Ausblick vom Hügelgipfel.IMG_6189

Durch einen typisch chinesischen Bambuswald bahnten wir uns den Weg zum Ausgang. Den anschließenden Sonnenuntergang genossen wir bei einer Bootsfahrt durch die kleinen Kanäle der Stadt. Neben der leuchtenden Dekoration aus Laternen und Neonlichtern, kann man dann sowohl moderne als auch traditionelle Gebäude entdecken, die jedes Mal wieder die Extreme innerhalb der Stadt verdeutlichen. Die Bootstour war in meinen Augen das Highlight unseres Ausfluges und der krönende Abschluss dieses Tages. Daher würde ich diese unbedingt mit einplanen, aber seid auf der Hut vor Touristenfallen und Wucherpreisen. Es empfiehlt sich daher die unterschiedlichen Anbieter zu vergleichen und erst dann eine Tour zu buchen. Generell würde ich einem jeden Shanghai Besucher, der Interesse an der klassischen Kultur mitbringt und einen Tag seiner kostbaren Zeit entbehren kann, einen solchen Ausflug nahelegen. Ich verspreche euch, dass ihr es nicht bereuen werdet!

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